Wieder mehr Menschen in Arbeit

5896 Menschen im Kreis Neunkirchen sind derzeit ohne Job, das entspricht einer Quote von 8,4 Prozent. Dass die Zahlen gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen sind, ist vor allem auf die Arbeitslosmeldungen von Flüchtlingen zurückzuführen.

. Nachdem sich die Arbeitslosigkeit in der Urlaubszeit nur wenig verändert hatte, ist sie im September saisonbedingt wieder stärker gesunken. 5896 Menschen sind derzeit im Kreis ohne Job, davon werden 76 Prozent vom Jobcenter betreut. Die Zahl der Arbeitslosen ist damit um 165 weniger als im August und 309 mehr als vor einem Jahr (plus 5,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent erhöht.

"Die Arbeitslosigkeit war in den zurückliegenden Monaten im Bereich der Grundsicherung im Vergleich zu 2015 deutlich gestiegen. Zurückzuführen war das hauptsächlich auf vermehrte Arbeitslosmeldungen von Flüchtlingen", betont Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland.

Erste Integrationserfolge

"Dies war eine saarlandspezifische Entwicklung aufgrund der schnellen Entscheidungen über Asylanträge. In den anderen Bundesländern stiegen die Zahlen nicht in diesem Ausmaß. In den kommenden Monaten deutet alles eher auf eine Stabilisierung des Arbeitslosenniveaus hin", so Haßdenteufel. "Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Menschen schnell an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Am wichtigsten sind dabei Sprachvermittlung und Orientierung zu den Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten und die Einleitung erster Integrationsschritte. Hier sind durchaus auch schon erste Integrationserfolge zu erkennen".

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen in September um 110 auf 1396 gesunken und lag leicht über dem Vorjahreswert (plus 1,2 Prozent). Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit konnten alle Personengruppen profitieren. Vor allem bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken. Hier waren 687 Personen gemeldet, 46 weniger als im August, allerdings noch 94 mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Kreises ist im September um 55 auf 4500 Personen gesunken, lag damit aber deutlich über dem Vorjahreswert (plus 292 beziehungsweise 6,9 Prozent). Im September waren 2485 Männer und 2015 Frauen beim Jobcenter gemeldet. Die Zahl der Jüngeren unter 25 Jahren ist um vier auf 511 gestiegen, das waren 121 mehr als vor einem Jahr (plus 31 Prozent). 1872 der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren bereits ein Jahr und länger arbeitslos, 56 mehr als vor einem Jahr. Der Ausländeranteil an den Arbeitslosen betrug im September 30,6 Prozent. Insgesamt waren 1375 Ausländer im Bereich der Grundsicherung gemeldet, 448 oder 48,3 Prozent mehr als im September 2015.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung lag im Bereich der Arbeitslosenversicherung im September bei 1695 Personen, 51 weniger als im Vorjahr. Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende lag die Unterbeschäftigung im September bei 6.324 Personen (plus 17,5 Prozent zum Vorjahr). In die Unterbeschäftigung werden neben den registrierten Arbeitslosen auch die Personen einbezogen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden.

Unternehmen haben im aktuellen Monat 194, seit Jahresbeginn insgesamt 1921 offene Stellen zur Besetzung gemeldet. Aktuell stehen noch 793 freie Jobs zur Verfügung.

Besonders gesucht sind weiterhin Arbeitskräfte im Dienstleistungsbereich, in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Baugewerbe, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe, im Bereich freiberuflicher/ wissenschaftlicher/ technischer Dienstleistungen und im Bereich Erziehung und Unterricht. Die Daten zum Ausbildungsmarkt für das abgeschlossene Berufsberatungsjahr werden erst im Oktober veröffentlicht.

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