Buch zum Thema Mobbing Wie weh Mobbing dem Opfer wirklich tut

Wiebelskirchen · Benjamin Fokken war Gast an der Maximilian-Kolbe-Schule mit „Ich bin ich - und wir sind viele“.

 Das Podium:  Peter Sommerhalter (Präventionstrainer), Albrecht Adam (Schulabteilung Bistum Trier), Sozialministerin Monika Bachmann, Jörn Simon (Techniker Krankenkasse), Benjamin Fokken (Autor), Matthias Gessner (Pressereferent Sozialministerium), Walter Meiser (Schulleiter MKS).

Das Podium:  Peter Sommerhalter (Präventionstrainer), Albrecht Adam (Schulabteilung Bistum Trier), Sozialministerin Monika Bachmann, Jörn Simon (Techniker Krankenkasse), Benjamin Fokken (Autor), Matthias Gessner (Pressereferent Sozialministerium), Walter Meiser (Schulleiter MKS).

Foto: Joseph Sarah

(red)  „Das schrecklichste war, als mir jemand sagte, ich solle Benzin über das Grab meines Bruders, der bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommenwar, schütten, damit er nochmal brennt!“ So erzählt Benjamin Fokken von seinen Erfahrungen mit Mobbing, die in dem Buch „Ich bin ich – und wir sind viele. Wie Benjamin Fokken Mobbing besiegte“ von Dennis Betzholt aufgeschrieben sind. Etwa 70 Schüler der Maximilian-Kolbe-Schule (MKS) in Neunkirchen-Wiebelskirchen hatten das Buch in den letzten Wochen gelesen und sich intensiv mit dem Thema Mobbing auseinandergesetzt. Das teilt die Schule mit. Nun bekamen sie die Chance, sich mit Benjamin Fokken persönlich zu unterhalten. Sozialministerin Monika Bachmann und Jörn Simon von der Techniker Krankenkasse (TK) hatten zu dem Treffen eingeladen und standen ebenfalls Rede und Antwort. Von dem Buch gibt es nun eine besondere Auflage für das Saarland mit einem Vorwort der Ministerin.

Außerdem waren der Präventionstrainer Peter Sommerhalter, Albrecht Adam von der Schulabteilung des Bistums Trier und der Schulleiter der Bistumsschule, Walter Meiser, im Podium vertreten. Albrecht Adam von der Schulabteilung des Bistums wollte von den Schülern per Handzeichen wissen, wer von ihnen schon einmal Opfer von Mobbing war, woraufhin sich ein paar der Jugendlichen meldeten. Auf die Fragen, wer selbst schon einmal gemobbt hat oder wer Mitläufer beim Mobbing war, kamen die Handzeichen sehr zögerlich, aber die  Schüler meldeten sich ehrlich. Als letztes wollte Adam wissen, wer sich schon einmal aktiv gegen Mobbing stark gemacht hat. „Wer von euch hat schon einmal gesagt: ‚Stop! So geht das nicht!’“? Hier gab es schließlich die meisten Handzeichen. „Ich wollte auch etwas dagegen machen“, erzählt Fokken. „Aber es ist oft ein weiter Schritt vom Denken zum Handeln. Da sind Welten dazwischen. Schließlich habe ich ein Video gemacht, in dem ich Zettel in die Kamera halte. Da musste ich nicht reden, das war viel einfacher für mich.“ Das Video hatte er Anfang Februar 2015 auf Facebook hochgeladen und ist dadurch zu einem Internetstar geworden. Fast sechs Millionen Klicks hat das Video mittlerweile. Fokken wurde daraufhin in unzählige Talkshows eingeladen und von Zeitungen und Radiosendern interviewt; er ist aber auch an Schulen unterwegs, um über Mobbing zu sprechen. Die Schüler der MKS haben sein Buch gelesen, darüber diskutiert, Plakate dazu angefertigt und es Kapitel für Kapitel analysiert.  Fokken selbst ergänzte das, was die Schüler bereits gelesen hatten: „Mobbing allein zu lösen, ist schwierig. Ich hatte mich am Anfang geschämt, darüber zu sprechen. Zum Glück hatte ich meine Eltern. Meine Mutter hat gesagt: ‚Wenn du reden willst, bin ich für dich da. Es war für mich auch wichtig, dass sie mich nicht zum Reden gezwungen hat. Es ist vor allem wichtig, darüber zu sprechen und sich zu öffnen. Sonst weiß ja niemand, was ist.“