Wie „Pipistrellus Pipistrellus“ seine Beute ortet

Wie „Pipistrellus Pipistrellus“ seine Beute ortet

Ein Zwergfledermaus wiegt so viel wie zwei oder vier Gummibärchen. Dies und vieles mehr lernten die „Schlaumeier“-Kinder des Heinitzer Kindergartens auf ihrer Fledermaus-Tour mit Diplom-Biologin Brigitte Scherer.

Wie groß ist eigentlich eine Zwergfledermaus? Was fressen Fledermäuse und welcher Gattung gehören sie an? Die künftigen Schulkinder des Heinitzer Kindergartens lernten am Samstagabend sehr viel über die fliegenden Säugetiere. Diplom-Biologin Brigitte Scherer nahm die "Schlaumeier"-Kinder mit auf eine Fledermaus-Wanderung durch den Heinitzer Wald und erklärte dabei die Lebens- und Verhaltensweisen der Tiere.

"Die Zwergfledermaus kommt bei uns am häufigsten vor. Ihre Spannweite ist etwa handgroß", erklärte Scherer den elf künftigen Schulkindern. "Sie wiegt etwa so viel wie zwei bis vier Gummibärchen ", schilderte die Diplom-Biologin anschaulich. Den lateinischen Namen dieser Fledermausart ließ sie von den Kindern wiederholen: "Pipistrellus Pipistrellus." Entgegen der Meinung einiger Kinder, dass die Fledermaus wegen ihrer Flugfähigkeit zu den Vögeln gehören, erklärte Scherer, dass es sich hierbei um Säugetiere handelt, da "die Jungen lebend zur Welt kommen und von der Mutter gesäugt" werden. Die Vermutung, dass Fliegen zur Hauptnahrung der Zwergfledermaus gehören, bestätigte die Expertin: "Sie sind die einzigen Tiere, die nachts im Luftraum Insekten fangen."

Doch wie fangen die nachtaktiven Insektenjäger ihre Beute? "Sie orten die Insekten mit Hilfe von Ultraschall-Klicklauten", sagte Scherer. Dieses Prinzip wurde durch ein Spiel verdeutlicht: Der künftige Schüler Paul spielte eine Fledermaus und musste mit verbundenen Augen das Insekt (Scherer) mit einer Wasserpistole treffen. Paul sollte einen Laut von sich geben, der von der Fledermaus-Expertin wiederholt wurde. Fledermaus Paul kannte so die Position seiner Beute und traf mit der Wasserpistole genau sein Ziel. "Das hat zum ersten Mal funktioniert", lächelte die nun mit Wasser geduschte Diplom-Biologin.

Bei einbrechender Dunkelheit wanderten die Kinder dann durch den Heinitzer Wald und erblickten immer wieder kleinere Fledermäuse. Mit ihrem "Bat-Detektor" konnte Scherer die Ultraschalllaute der Tiere aufnehmen und hörbar umwandeln, damit man die anfliegenden Tiere rechtzeitig bemerkte. Die Kinder bestaunten deren flinke Flugeigenschaften.

Die Idee einer Fledermauswanderung mit den künftigen Schulkindern kam in Heinitz eher zufällig zu Stande. "Wir haben schon länger verschiedene Aktivitäten mit den Kindern. Mit Kindergarten-Leiterin Ursula Eberhard kam dann diese Idee auf", erklärte Frank Lorschiedter, der die Wanderung organisiert hatte. "Da wir hier eine Bergbaufolgelandschaft haben, müssen wir den Kindern die Natur näher bringen." Über die Zwergfledermaus wissen die Kinder jetzt sicherlich bestens Bescheid.

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