Wie eine Schnitzeljagd per GPS-Signal

Wie eine Schnitzeljagd per GPS-Signal

Spiesen. Ein Ausflug in die jüdische Geschichte des Ortes über einen "Erinnerungsweg", der mittels Geocaching, einer Art GPS-Schnitzeljagd, ermittelt wird, feierte jetzt in Spiesen Premiere

Spiesen. Ein Ausflug in die jüdische Geschichte des Ortes über einen "Erinnerungsweg", der mittels Geocaching, einer Art GPS-Schnitzeljagd, ermittelt wird, feierte jetzt in Spiesen Premiere. "Ich habe in Saarbrücken bei einem Seminar für Frauen den 'Weg der bedeutsamen Frauen' mittels Geocaching erlebt und war absolut begeistert", erzählte Heike Neurohr-Kleer vom Deutschen Kinderschutzbund Spiesen-Elversberg im Jugendtreff in Elversberg. Sie erwanderte dann mit einer ersten Gruppe den "Erinnerungsweg" in Spiesen und konnte anhand ihrer errechneten Koordinaten feststellen, ob ihr Projekt gelungen ist.Im Rahmen des Bundesprogramms "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde dieses Projekt im Lokalen Aktionsplan des Landkreis Neunkirchen gefördert, teilt die Pressestelle des Landkreises mit. Zehn GPS-Geräte wurden angeschafft, der Erinnerungsweg von Neurohr-Kleer angelegt. "Wobei ich nur die Technik, die Koordinaten und die Broschüre entwickelt habe", erklärte sie. Denn inhaltlich sei vor allem der Heimatverein mit seinem Vorsitzende Dieter Blankenagel stark in das Projekt eingebunden.

"Wir haben viel über die jüdische Geschichte in Spiesen zusammengetragen und waren von Heikes Idee gleich begeistert", sagte Stephan Friedrich vom Verein. Auch er hatte sich mit aufgemacht, um mit einem der Geräte die sechs Wegepunkte zu finden. Nach dem Start, der am Jugendtreff vorgesehen ist, geht es zum Galgenbergturm, dem ersten Wegepunkt. "Der Turm ist von Weitem zu sehen und gut zu finden. So können sich die Teilnehmer erst einmal orientieren", so Neurohr-Kleer.

Für Mira und Sophie (beide elf Jahre) und die ein Jahr ältere Sara war die Anwendung des Geräts kein Problem. Sehr schnell hatten sie sich mit den Funktionen vertraut gemacht und die Koordinaten zum zweiten Wegepunkt eingegeben. Auch dieser - es ist das alte Rathaus, heute ein Seniorenheim - wird durch ein Signal des Geräts angegeben. Informationen aus der Broschüre geben den geschichtlichen Hintergrund.

So ging es weiter zu markanten Punkten, bis die Gruppe schließlich im Bereich der katholischen Kirche nach gut 90 Minuten ankam. An diesem geschichtsträchtigen Platz, wo sich einst die Synagoge befand, endet der Weg an Lions Haus, wo eine Ausstellung zum jüdischen Leben in Spiesen auf die jungen Besucher wartete. "Ich fand es spannend, mit dem Gerät die sechs Plätze zu finden und habe viel über die Geschichte erfahren", stellte Sophie abschließend fest. red

Weitere Informationen zum Geocaching-Projekt "Erinnerungsweg" in Spiesen bei Heike Neurohr-Kleer unter Telefon (0 68 21) 73 00 43 oder E-Mail neurohr-kleer@dksb-spiesen-elversberg.de