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Wertvolle Schätze gehören nicht in die Schublade

 Die Klasse 5a des Steinwaldgymnasiums begab sich gestern Morgen mit Michael Geisler (mit Globus) auf eine spannende Spurensuche nach verborgenen Schätzen. Links dahinter Erdkundelehrer Peter Groben. Foto: Thomas Seeber
Die Klasse 5a des Steinwaldgymnasiums begab sich gestern Morgen mit Michael Geisler (mit Globus) auf eine spannende Spurensuche nach verborgenen Schätzen. Links dahinter Erdkundelehrer Peter Groben. Foto: Thomas Seeber FOTO: Thomas Seeber
Neunkirchen. Mit dem Klima-Projekt Neunkirchen haben sich die Partner Stadtverwaltung, Sparkasse und KEW die Förderung des Klimaschutzes zum Ziel gesetzt. In dieser Woche macht ein Umweltpädagoge an vier weiterführenden Schulen auf die Folgen der Verschwendung von Rohstoffen aufmerksam. Heike Jungmann

. Sie staunen, diskutieren, lassen sich provozieren und sind ganz offensichtlich sehr daran interessiert, was der Mensch von heute der Welt von morgen antut. Die Jungs und Mädchen der Klasse 5a des Gymnasiums am Steinwald nehmen zwei Schulstunden lang sehr konzentriert und wissbegierig alles auf, was ihnen Umweltpädagoge Michael Geisler (Geoscopia Umweltbildung) über die Herkunft und die Verschwendung von Rohstoffen auf der Erde zeigt und erzählt. Im neuen, hochmodernen Fachraum Erdkunde des Gymnasiums, auf den nicht nur Erdkundelehrer und Fachleiter Peter Groben stolz ist, kommen die Satellitenaufnahmen von der Erde prima zur Geltung. Die Kinder kennen sich aus in der Welt. Afrika, Spanien, die Ozeane - kein Problem für sie. Erstaunlich, was sie auch schon übers Weltall und die Satelliten wissen. "Ein richtiges Gewimmel ist das über der Erde", so eine Zehnjährige über die riesige Menge an Satelliten . Heute sind diese nützlich, morgen nur noch Weltraummüll.

Doch eigentlich wollte Michael Geisler, der im Rahmen der Lightcycle Rohstoffwochen und des Klimaprojektes Neunkirchen in dieser Woche an vier weiterführenden Schulen zu Gast ist, nicht übers Weltall , sondern über die Erde reden. Er begibt sich mit den Schülern auf die "Germanwatch Rohstoffexpedition". Dies ist ein Verein, der sich für den Erhalt der Lebensgrundlagen engagiert. An einem Produkt, das jedem Kind heutzutage vertraut ist und unverzichtbar erscheint, macht Geisler den Raubbau an der Erde deutlich: dem Handy. Jeder hat es, jeder nutzt es, kaum einer macht sich Gedanken darüber, welche Rohstoffe dafür "draufgehen". "Allein in Deutschland sind im vergangenen Jahr 56 Millionen Handys verkauft worden", weiß Geisler. "Und zur Herstellung braucht man jede Menge Gold." Ein Edelmetall, das zum Beispiel in Südamerika durch den Einsatz von hochgiftigem Quecksilber gewonnen wird. Die Jungs und Mädchen schütteln entsetzt den Kopf, als sie sehen, wie die Landschaft durch das Quecksilber kaputtgemacht wird. "Das sieht schlimm aus, aber das ist weit weg, könnt ihr das denn ändern, oder wollt ihr so weitermachen", fragt Geisler die Kinder provozierend. "Nein", schallt es vielstimmig aus der Klasse.

Die Fünftklässler machen Vorschläge, wie sie selbst zu einem geringeren Rohstoffverbrauch beitragen können. Etwa weniger Strom verbrauchen beim Fernsehschauen oder Surfen im Internet. Nicht so viele What's App schreiben - viele machen dies mehrere Hundert mal am Tag! Oder Papas altes Handy nutzen, wie es Felix mit dem Klapphandy von seinem Papa macht. Ach ja, und die alten Handys nicht in die Schublade legen, sondern zum Wertstoffhof bringen. Über 20 davon gebe es im Saarland, berichtet eine Mitarbeiterin des EVS den Schülern.

"Jedes Milligramm zählt", betont Michael Geisler, der von dem Engagement der Schüler und ihrem Wissen begeistert ist. Zuvor hatte er bereits eine Doppelstunde mit einer Achterklasse des Gymnasiums. Diese wird morgen mit Peter Groben die Firma Vensis besuchen und danach die neue Windkraftanlage an der B 41. Die Gesamtschule Neunkirchen , das Gymnasium am Krebsberg und die Maximilian-Kolbe-Schule sind weitere Schul-Stationen.