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Wenn nichts mehr geht, hilft ein "Notgroschen"

Wenn nichts mehr geht, hilft ein "Notgroschen"

Neunkirchen. Ein mittelloser Neunkircher, der in eine medizinische Rehabilitation musste und dringend geeignete Kleidung für diesen Aufenthalt brauchte: Dieser Fall war vor drei Jahren die erste Auszahlung aus dem Ende 2010 neu geschaffenen Fonds "Neunkircher in Not". Seitdem sprang der Fonds 79 Mal für Frauen und Männer in finanziellen Notsituationen mit einer einmaligen Hilfe ein. Dafür wurden 13 000 Euro in die Hand genommen, was einer durchschnittlichen Hilfssumme von rund 165 Euro - maximal 250 Euro sind möglich - entspricht. Diese Bilanz zogen jetzt Gertrud Backes, die Leiterin des städtischen Amtes für soziale Dienste, Kinder, Jugend und Senioren und der Beigeordnete Sören Meng.Dass ein Finanztopf für unbürokratische Direkthilfe gebraucht wird, war seinerzeit der Sozialamts-Spitze und dem zuständigen Dezernenten Meng nicht entgangen. Sie hatten etwa das Beispiel vor Augen, dass ein Kind trotz Appellen an die Eltern dauerhaft ohne Schläppchen in den Kindergarten kam. Die Mitarbeiterinnen legten dann zusammen und kauften kleine Pantoffeln. So etwas ist nun ein Fall für "Neunkircher in Not". Auch, wenn das Kind einer allein erziehenden Mutter dem Gitterbettchen entwachsen ist und ein neues Bett her muss, oder wenn ein Mann aus der Wärmestubb in die Klinik muss und dafür schnellstens eine Grundausstattung braucht. "Wir finanzieren keinen Schnickschnack oder Luxus", betont Gertrud Backes. Und grundsätzlich werden auch keine Schulden übernommen. Die Hilfe geht in der Regel an Empfänger von Hartz IV oder anderen Sozialleistungen, deren auf Kante genähtes Budget durch Unvorhergesehenes - die Waschmaschine macht schlapp! - überfordert ist. Eventuell Fälle, in denen das Jobcenter oder andere Leistungsträger passen müssen.

Neunkirchen. Ein mittelloser Neunkircher, der in eine medizinische Rehabilitation musste und dringend geeignete Kleidung für diesen Aufenthalt brauchte: Dieser Fall war vor drei Jahren die erste Auszahlung aus dem Ende 2010 neu geschaffenen Fonds "Neunkircher in Not". Seitdem sprang der Fonds 79 Mal für Frauen und Männer in finanziellen Notsituationen mit einer einmaligen Hilfe ein. Dafür wurden 13 000 Euro in die Hand genommen, was einer durchschnittlichen Hilfssumme von rund 165 Euro - maximal 250 Euro sind möglich - entspricht. Diese Bilanz zogen jetzt Gertrud Backes, die Leiterin des städtischen Amtes für soziale Dienste, Kinder, Jugend und Senioren und der Beigeordnete Sören Meng.Dass ein Finanztopf für unbürokratische Direkthilfe gebraucht wird, war seinerzeit der Sozialamts-Spitze und dem zuständigen Dezernenten Meng nicht entgangen. Sie hatten etwa das Beispiel vor Augen, dass ein Kind trotz Appellen an die Eltern dauerhaft ohne Schläppchen in den Kindergarten kam. Die Mitarbeiterinnen legten dann zusammen und kauften kleine Pantoffeln. So etwas ist nun ein Fall für "Neunkircher in Not". Auch, wenn das Kind einer allein erziehenden Mutter dem Gitterbettchen entwachsen ist und ein neues Bett her muss, oder wenn ein Mann aus der Wärmestubb in die Klinik muss und dafür schnellstens eine Grundausstattung braucht. "Wir finanzieren keinen Schnickschnack oder Luxus", betont Gertrud Backes. Und grundsätzlich werden auch keine Schulden übernommen. Die Hilfe geht in der Regel an Empfänger von Hartz IV oder anderen Sozialleistungen, deren auf Kante genähtes Budget durch Unvorhergesehenes - die Waschmaschine macht schlapp! - überfordert ist. Eventuell Fälle, in denen das Jobcenter oder andere Leistungsträger passen müssen.

Ein weiterer Schutz vor Missbrauch: Die Hilfen können nur von Wohlfahrtsverbänden (Caritas, Diakonisches Werk, Arbeiterwohlfahrt, Arbeitslosenselbsthilfe und andere), Schulen, Kindergärten oder ähnlichen Einrichtungen beantragt werden. Diese erhalten dann auch den Zuschuss und setzen die Hilfe für ihre "Klientel" um. In der Regel gilt das Vertrauensprinzip. "Je mehr man sich reglementiert, desto schwieriger wird's", führt Backes an, die mit ihrer Stellvertreterin Monika Jost die Inanspruchnahme des Fonds überprüft. Erst drei Fälle seien in den drei Jahren abgelehnt worden.

Den Grundstock für den Fonds legte 2010 der "Neunkircher Spendenmarathon", der von Geschäftsmann Achim Steffes und Radio Neunkirchen angekurbelt worden war und 7000 Euro einbrachte. Ein regelmäßiges Auffüllen des Topfs durch Spenden ist unabdingbar. Da kommen mitunter namhafte Beträge von Gesellschaften, Behörden oder Firmen, berichten Backes und Meng. Erlöse aus Lesungen, Frauen-Frühstückstreffs oder Feiern der Kollegen im Rathaus fließen ein. Auch Privatleute engagieren sich, etwa indem sie Spenden statt Geburtstagsgeschenken erbitten.

Im Laufe von drei Jahren hat die Initiative "Neunkircher in Not" an Bekanntheit gewonnen, bestätigen die Rathausgäste. Die Initiative gehöre mittlerweile zum "verlässlichen sozialen Netzwerk in der Stadt", bilanziert Sören Meng. "Der große Vorteil ist, dass es schnell und unbürokratisch zugeht."

Gertrud Backes

Auf einen Blick

"Neunkircher in Not" ist ein formloser und unbürokratisch gehandhabter Fonds. Aus ihm erhalten Neunkircherinnen und Neunkircher maximal 250 Euro als Einzelfallhilfe für eine materielle Anschaffung (Kleidung, Möbel, Hausrat), wenn sie in eine Situation geraten sind, die sie finanziell überfordert. Das Konto für die Initiative "Neunkircher in Not" wird beim städtischen Sozialamt verwaltet und speist sich aus Spenden. Wer den Fonds mit einer Spende unterstützen möchte, kann sich jederzeit an Amtsleiterin Gertrud Backes, Telefon (0 68 21) 202-415, wenden. Auf Wunsch wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt. gth