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Wenn die Seidenstrümpfe zwicken

Die Proben und das Stück leben davon, dass die verwöhnten Prinzessinnen nach und nach einsehen, wie unwichtig ihre eigenen Problemchen gegenüber dem großen Leid in der Welt sind – selbst dann, wenn das Badewasser um zwei Zehntelgrad zu kalt ist. Foto: Anika Meyer
Die Proben und das Stück leben davon, dass die verwöhnten Prinzessinnen nach und nach einsehen, wie unwichtig ihre eigenen Problemchen gegenüber dem großen Leid in der Welt sind – selbst dann, wenn das Badewasser um zwei Zehntelgrad zu kalt ist. Foto: Anika Meyer FOTO: Anika Meyer
Furpach. Einfach sind die Proben für das neue Stück „Die Welt sieht rot. Prinzessinnen in Not“ gerade nicht: Die Grippewelle macht der Furpacher Gruppe schon seit längerem zu schaffen. Aber auch zu zweit macht das hoheitliche Lamentieren ordentlich was her. Anika Meyer

Das sollte man vielleicht auch mal auf dem Parkett großer Weltpolitik probieren: den Ministerknoten. Die Minister, am besten bunte Paillettenhüte tragend, fassen sich an den Händen und kriechen dann kreuz und quer unter allen Arm-Paaren hindurch, die sich dabei so ergeben. Danach sind sie zwar immer noch unterschiedlicher Meinung, aber keiner weiß mehr so genau, wo hinten und vorne ist und mit wem er zuvor gestritten hat.

Im Land der Prinzessinnen jedenfalls ist es übliche Praxis, dass Minister sich verknoten oder auch tanzen. Dabei ist die Lage ernst: Die Champagneraustern wandern aus, die Kamele verlassen die Wüste, die Gletscher schmelzen, und noch mehr Probleme tun sich auf. Bedeutet für die Prinzessinnen : keine Kamelmilch für Kosmetika, kein Gletschereis für die Nachspeise und keine Daunenfedern für die Kissen. Das Luxusleben ist bedroht!

Da rauft man sich nach zweihundert Jahren, in denen man "viel um die Ohren hatte", dann doch mal zusammen und schaltet eine Prinzessinnen-Telefonkonferenz. "Ihr werdet es nicht glauben", empört sich Ignisia (Cora Trautmann). "Dein Badewasser war heute zwei Zehntel Grad zu kalt?", vermutet Airiolé (Maja Waldura). "Schlimmer!" "Deine Alabasterseidenstrümpfe haben gezwickt?" "Viel, viel schlimmer! Es gibt keine Pailletten mehr für meine Ballkleider!"

Bei dieser Probe in der evangelischen Kirche in Furpach wird mit zwei statt vier Prinzessinnen geprobt, ab und an springt Celine Knörr als variable Dritt-Prinzessin ein. Die Grippewelle macht der Gruppe, die sich aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen vom Homburger Amateur Theater und der Spielgruppe Wasabi-Theater zusammensetzt, schon länger zu schaffen. "Deshalb müssen wir dieses Wochenende umso besser nutzen", sagt Regisseurin Bettina Mick. Wer setzt wann ein und wer steht wo, diese Fragen beschäftigen sie noch, vor allem bei den Tänzen. "Jetzt bilden wir einen Kreis! Nein, richtig schön groß!" gibt sie Anweisungen.

Das Stück "Die Welt sieht rot. Prinzessinnen in Not" ist eigne Eigenproduktion, geschrieben von Karl Herbert Schäfer. "Die Botschaft ist, dass man gemeinsam Dinge ändern kann", erklärt er. Denn während die Prinzessinnen anfangs nur ihre Luxus-Probleme sehen, erkennen sie im Laufe des Stückes, dass es Tiere und Natur sind, die unter ihrer Ausbeutung leiden. Zuerst schieben sich alle gegenseitig die Schuld zu, doch dann packen sie gemeinsam an. Ob es so einfach ist, wie die Vier glauben? Den Wandel der Prinzessinnen von kaltherzig zu hilfsbereit hinzubekommen, ist für die Schauspielerinnen ebenso eine Herausforderung, wie mit ersteren Charakterzügen eine Bindung zum Publikum aufzubauen, wie Maja Waldura erklärt. Cora Trautmann sagt: "Trotzdem haben wir ganz viel Spaß beim Proben und ständig was zu lachen."

Aufführungen: Samstag und Sonntag, 7. und 8. März, jeweils 15 Uhr im Kulturhaus Wiebelskirchen; Dienstag, 24. März, 10 Uhr und 15 Uhr im Saalbau Homburg. Karten unter Telefon (01 71) 3 87 81 85 oder an der Tageskasse. Ab vier Jahren.