Wenn Armut krank macht

Neunkirchen. "Armut macht krank": Mit dieser Feststellung über ihrer aktuellen Jahreskampagne will die Caritas im Saarland über Zusammenhänge zwischen Armut und Krankheit aufklären und Vorurteile entkräften. Arme seien nicht "selbst schuld", dass sie chronisch krank oder psychisch labil sind

Neunkirchen. "Armut macht krank": Mit dieser Feststellung über ihrer aktuellen Jahreskampagne will die Caritas im Saarland über Zusammenhänge zwischen Armut und Krankheit aufklären und Vorurteile entkräften. Arme seien nicht "selbst schuld", dass sie chronisch krank oder psychisch labil sind. Das Wohnumfeld und der Arbeitsplatz, die sozialen Beziehungen, der Bildungsstand und das Einkommen beeinflussten die Gesundheit eines Menschen maßgeblich, heißt es in einer am 11. Januar veröffentlichten Erklärung des Diözesan-Caritasverbandes. Menschen, die lange arbeitslos sind oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, die nur über ein geringes oder gar kein Einkommen verfügen, hätten ein deutlich höheres Risiko, krank zu werden und früher zu sterben.

Besonders von Gesundheitsproblemen bedroht seien Wohnungslose, Hartz-IV-Empfänger, Langzeitarbeitslose oder Alleinerziehende mit geringem Einkommen. Margit Reinhardt vom Allgemeinen Sozialen Dienst des Caritasverbandes Neunkirchen: "Wir bemerken bei vielen unserer Klienten, dass Armut krank machen kann: In vielen Fällen können sich Arme nur über die Tafeln mit frischen Lebensmitteln versorgen, die für eine gesunde Ernährung, vor allem für die Kinder, nötig sind. Zuzahlungen für Medikamente oder die Praxisgebühr können viele Klienten gar nicht aufbringen: Sie verzichten lieber auf einen Arztbesuch, mit oft schlimmen Folgen für ihre Gesundheit."

Auch die Caritas-Stiftung Menschen in Not in Trier erhalte zunehmend Anfragen von Menschen, die gesundheitliche Probleme haben. "Unsere Hilfen in den Fällen, bei denen Menschen schwer erkrankt sind, beziehen sich zum Beispiel auf Kosten in Verbindung mit der notwendigen medizinischen Behandlung. Dazu zählen beispielsweise Unterkunftskosten bei einer mehrwöchigen Strahlentherapie fern vom Wohnort oder die Mitfinanzierung von Spezialbehandlungen, die die Krankenkassen nicht übernehmen", berichtet Winfried Görgen, geschäftsführender Vorstand der Stiftung. red

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