| 21:00 Uhr

Tag des offenen Denkmals
Heißes Eisen hinter altem Gemäuer

Beim Tag des offenen Denkmals brannte in der Dorfschiede in Wellesweiler von den Augen zahlreicher Besucher mal wieder das Schmiedefeuer. Timo Schneider, Samuel Schneider und Peter Gebhard (von links) schmiedeten das Eisen.
Beim Tag des offenen Denkmals brannte in der Dorfschiede in Wellesweiler von den Augen zahlreicher Besucher mal wieder das Schmiedefeuer. Timo Schneider, Samuel Schneider und Peter Gebhard (von links) schmiedeten das Eisen. FOTO: Jörg Jacobi
Wellesweiler. Am Tag des offenen Denkmals nutzten viele Besucher die seltene Gelegenheit, hinter die Kulissen der Wellesweiler Dorfschmiede zu blicken.  Von Jörg Gustav Jacobi-Vogelgesang

Es brannte das Schmiedefeuer und es glühte das Eisen beim Tag des offenen Denkmals in der Dorfschmiede in Wellesweiler. Der Wellesweiler Arbeitskreis für Geschichte öffnete die Türen zur Schmiede für die zahlreichen Besucher. Der Vorsitzende des Vereins, Günter Sachs, hatte auf jede Frage der wissbegierigen Besucher eine detaillierte, wissenswerte und fachkundige Antwort parat. Auch Führungen im benachbarten Junkerhaus standen an diesem Tag auf dem Programm. Von Dorfschmied Daniel Hößler war 1880 die Wellesweiler Dorfschmiede in Betrieb genommen worden.


Am Tag des offfenen Denkmals konnten die Besucher die alte Schmiedekunst der unterschiedlichsten Schmiedearbeiten hautnah miterleben. Die Schmiedekohle erzeugte am Schmiedeofen eine Temperatur bis zu 1300 Grad Celsius. Hobbyschmied Timo Schneider und sein „Helferlein“, der 15-jährige Sohn Samuel, brachten das Eisen zum Glühen. Zur Demonstration wurden Türbeschläge und Meißel nachgeschmiedet und geschärft. Zudem wurden Damastmesser aus verschiedenen Stahl-Sorten gefertigt. Was natürlich nicht fehlen durfte: die saarländische Ideenschmiede. Ein saarländischer Schwenker-Schlenker wurde beispielsweise gefertigt. Dabei handelt es sich um ein Multifunktionsgerät, das beim Schwenken nicht fehlen darf. Der geschmiedete, etwa 60 Zentimeter lange, spiralförmige Eisenstab hat am unteren Ende einen Haken, mit dem man den Schwenkbraten auf dem Schwenker wenden kann. Dazu gibt es am oberen Ende einen Schrägring, mit dem man — ohne sich zu bücken — eine Flasche Bier aus dem Kasten entnehmen kann. Gleichzeitig kann man mit dem Ring die Flasche öffnen.

Der Kirkeler Schlosser Peter Gebhard war für die Feinmechanik zuständig. Er feilte am Schraubstock den letzten Schliff in die geschmiedeten Kunstwerke. Familie Sandra und Andreas Ganster mit ihrer sechsjährigen Tochter Mira waren zum ersten Mal Gast in der Dorfschmiede. Mira war ganz fasziniert von dem Schmiedefeuer und dem rot glühenden Eisen.



Beim Tag des offenen Denkmals waren außer der Schmiede in Wellesweiler auch das Bauernhaus Habach, Maschinenbaubetrieb Herzog Neunkirchen, Stengelkirche Wellesweiler mit dabei.