Wellesweiler Open Air : Jetzt aber hoch mit der Pommesgabel

Bereits zum vierten Mal findet am zweiten Augustwochende das Wellesweiler Open Air statt. Am 9. und 10. sind die Metaler auf dem Berthold-Günther-Platz.

So einfach ist das gar nicht mit der Pommesgabel, dem Mittel-und-Ringfinger-nach-unten-und-die-anderen-nach-oben-Zeichen der Metaler. Aber Samarrah auf dem Logenplatz auf Opas Schulter kriegt es hin. Zugegeben: Ein bisschen hat Mama Sabrina geholfen. Doch dann klappt es tadellos. Die Noch-Zweijährige darf nochmal aus dem Bettchen kriechen, als sich die Verantwortlichen des Wellesweiler Open Air (WW:O:A) für eine ihrer letzten Besprechungen vorm Festival-Wochenende versammeln. Schließlich: Wenn das schon mal im Garten von Oma und Opa stattfindet, was liegt näher?

Seit einem Monat treffen sie sich wöchentlich (sonst einmal im Monat), man ist in der Endphase. Dabei haben die vier Organisatoren bei der vierten Auflage des Real-Metal-Festivals, das sie im Neunkircher Stadtteil Wellesweiler aus dem Boden gestampft haben, inzwischen schon Routine. Vor Anfragen, so erläutert Kerstin Disqué-Sommer beim Pressebesuch, kann man sich mittlerweile kaum retten. „Wir haben uns in der Szene gut etabliert“, freut sie sich. Aber auch wenn die Metal-Fans gerne mal das ein oder andere Highlight präsentieren – in diesem Jahr beispielsweise Tarchon Fist aus Italien als Headliner am Freitagabend – bleiben sie ihren Ursprüngen treu: Einheimischen Bands eine Plattform zu bieten.

Die ersten drei Festivals wurden privat gestemmt. Da hat vor allem Disqué-Sommer gemeinsam mit ihrem guten Freund Benni organisiert. Im letzten Jahr war Benni schon nicht mehr dabei, war viel zu jung und ganz überraschend gestorben. Der bisherige Berater im Hintergrund, Peter Habel, sprang in die Bresche. Anfang diesen Jahres haben die Festival-Macher dann beschlossen: Wir gründen einen Verein. „Das macht einfach vieles leichter, was Buchhaltung, Haftung und so weiter anbelangt.“ Der Einfachheit halber heißt der Verein wies Festival: WW:O:A – Wellesweiler Open Air also, man erinnert sich an die Anlehnung an die große Schwester Wacken Open Air (W:O:A). Sieben Gründungsmitglieder gibt es. Die vier anwesenden bilden den Kopf des Vereins. Kerstin Disqué-Sommer hat sozusagen das Kommando. Heiner Suppaz kümmert sich um die Finanzen. Reiner Sommer und Suppaz haben die Infrastruktur des Festivals im Griff. Den Rest macht Habel: Schriftfüher, Bandmanagement, Grafik-Design für Plakate und Shirts.

Davon hat er druckfrisch dabei. Die Plakate werden zurzeit aufgehängt, schon die erste Aufgabe für die insgesamt 20 ehrenamtlichen Helfer. Das erste Original-Shirt gibt es für Heiner Suppaz und die kleine Samarrah. Habel selbst hat auch eins, aber ein Original und einzigartig in Quietschgelb. 14 Bands werden in diesem Jahr auftreten, man hat auf zwei Tage reduziert. „Dann können wir am Sonntag, dem Tag vorm Schulanfang, gemütlich abbauen.“ Die letzten drei Mal hatte man den Sonntag noch dabei, was für die Ehrenamtlichen Nachtschicht bedeutete. Wie bereits im vergangenen Jahr kann auch in diesem gecampt werden. Die Wiese zwischen den Sportplätzen steht dafür wieder zur Verfügung, sanitäre Anlagen sind im Sportheim des SV. „Wir haben da auch schon einiges an Anfragen“, freut es Sommer-Disqué. Insgesamt gibt es schon 50 feste Anmeldungen aus einem Umkreis von rund 400 Kilometern. Und wie bestellt, kommt per Handy eine Bestätigung. „Der Schweizer kommt“, sagt Habel. „Das freut mich“, sagt Disqué-Sommer und erklärt: „Das ist ein großer Fan.“ Fast zeitgleich schickt Bürgermeister Jörg Aumann sein Okay, die Eröffnung zu machen. „Es läuft“, lacht Disqué-Sommer.

Die Vier sind happy: Alles ist im grünen Bereich. Auch das Wetter schreckt nicht. „Falls es heiß wird, wir haben auf dem Platz Schatten“, sagt Habel. Neu in diesem Jahr ist die Möglichkeit der Nutzung einer Rollstuhl-Toilette. „Die Stadt hat uns den Schlüssel zur Verfügung gestellt für die Sporthalle.“ Die grenzt direkt ans Festival-Gelände. Auf dem Gelände selbst sieht es aus wie 2018: Mittellalter-Stand, Saarschmiede, Foodtruck.

1200 zahlende Besucher hatte man 2018. „Geplant haben wir dieses Jahr mit 600“, stapelt Habel tief. Wenigstens 1000 wären allerdings schon gut, schließlich will der Verein ungerne drauf legen. „Eigentlich sind alle unsere Bands Sponsoren“, sagt Habel. Gage gibt es kaum. Zwölf Euro kostet der Eintritt, gilt für zwei Tage. Ein-Tages-Tickets gibt es nicht. Am Donnerstag startet der Aufbau, am Freitag ab 14 Uhr ist Einlass, um 16 Uhr die offizielle Eröffnung. Musikstart um 17 Uhr: Wie sich das gehört bei den Metalern mit dem Spielmannszug der Feuerwehr, den Firefighters. Bis dahin klappt es dann sicher auf Anhieb mit der Pommesgabel, wenn Samarrah wieder mit auf die Bühne dar: Oma Kerstin, Opa Reiner, im flotten Shirt und dicken Kopfhörern als Lärmschutz.