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Weitere Schritte zu einer attraktiveren City

Weitere Schritte zu einer attraktiveren City

Neunkirchen. Die Lindenallee als Fußgängerzone wird es nicht geben. Eine solche Lösung, die das "Herz" der Neunkircher Innenstadt zur Flaniermeile machen und die Trennung zwischen Stummplatz und Lübbener Platz sowie der in näherer Zukunft "erlebbaren" Blies aufheben würde, sei verkehrstechnisch nicht machbar

Neunkirchen. Die Lindenallee als Fußgängerzone wird es nicht geben. Eine solche Lösung, die das "Herz" der Neunkircher Innenstadt zur Flaniermeile machen und die Trennung zwischen Stummplatz und Lübbener Platz sowie der in näherer Zukunft "erlebbaren" Blies aufheben würde, sei verkehrstechnisch nicht machbar. So Oberbürgermeister Jürgen Fried bei der jüngsten Stadtpressekonferenz. Das Rathaus hatte eine externe Expertise beim Ingenieurbüro Kohns in Auftrag gegeben. Nach deren Ergebnis scheitere eine Umleitung des West-Ost-Verkehrs vom Mozartkreisel an über die Wellesweilerstraße am Nadelöhr, das bei der Einmündung in die Gustav-Regler-Straße entsteht. An dieser Stelle sei der Verkehrsstrom nicht zu bewältigen.Dem Verwaltungschef schwebt jetzt vor, wenigstens den Schwerlastverkehr aus der Lindenallee herauszuholen und dem übrigen Individualverkehr Schrittgeschwindigkeit zu verordnen. Ob das umsetzbar ist, soll jetzt ein weiteres Kohns-Gutachten klären. Erst wenn eine Lösung für die Lindenallee in trockenen Tüchern sei, so der Verwaltungschef, könne über die Neugestaltung der beiden Plätze und das Schicksal der Keksdose entschieden werden.

Im Rahmen des "Handlungsprogramms City Nord", so kündigte Fried an, soll 2013 nun auch die "Erlebbarkeit der Blies" zwischen Bachplatz und Bahnhofstraße gestartet werden. Dabei geht es unter anderem um die Terrassierung des Flussufers im Bereich der Bliespromenade, die Anlegung von Uferwegen und Verweilmöglichkeiten am Fluss. Details werde er in Kürze vorstellen, so der OB. In diesem Jahr sollen dafür 500 000 Euro ausgegeben werden, in den kommenden Jahren weitere vier Millionen Euro. Dabei seinen Fördergelder aus dem Programm "Stadtumbau West" eingeplant.

Eine neue Optik wird auch der Vorplatz der Marienkirche erhalten. 200 000 Euro flössen bis Ende September in dessen Gestaltung, kündigte der Oberbürgermeister an.

Eine weitere Aufwertung der Innenstadt soll das "Zentrum für Bildung und Kultur" bringen. Dazu werde das Bürgerhaus für 1,3 Millionen Euro hergerichtet, so der Rathauschef. Wobei man mit 50 Prozent Förderung aus EU-Töpfen rechne. Unter anderem werde ein Wintergarten als vorgelagertes Foyer angebaut. Das Gebäude soll dann die Städtische Galerie, das Hüttenmuseum, die Probebühne und die Bücherei/Mediathek aufnehmen. Von Mitte 2013 bis 2015 soll sich diese Maßnahme erstrecken, wobei das Museum im Erdgeschoss als erstes angegangen werde. OB Fried: "Es ist unsere Verpflichtung, an die Eisenwerksgeschichte zu erinnern. Wir wollen ein solches Museum einrichten, bevor es jemand anderes tut!"

Hintergrund

Auch in eigener Sache will die Stadtverwaltung jetzt Geld in die Hand nehmen: Der Sanierungsstau im und am 50 Jahre alten Rathaus soll angegangen werden. Als erstes sollen energiegerechte Fenster her. Insgesamt sollen neun Millionen Euro - verteilt auf zehn Jahre - in den Neunkircher Verwaltungssitz am Oberen Markt gesteckt werden, kündigte OB Fried an.