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"Was bleibt an Werten nach der Krise?"

"Was bleibt an Werten nach der Krise?"

Furpach. "Angst vor der Zukunft ist das, was wir am wenigsten gebrauchen können", erklärte Richard Weber, geschäftsführender Gesellschafter der Karlsbergbrauerei und Vorsitzender der IHK Saarland am Sonntagvormittag in seiner packenden und zugleich nachdenklich stimmenden Rede, gehalten anlässlich des traditionellen Neujahrsempfangs des KKV Unitas Neunkirchen

Furpach. "Angst vor der Zukunft ist das, was wir am wenigsten gebrauchen können", erklärte Richard Weber, geschäftsführender Gesellschafter der Karlsbergbrauerei und Vorsitzender der IHK Saarland am Sonntagvormittag in seiner packenden und zugleich nachdenklich stimmenden Rede, gehalten anlässlich des traditionellen Neujahrsempfangs des KKV Unitas Neunkirchen. Erneut waren viele Mitglieder und Freunde des Vereins nach Furpach in den Karchersaal gekommen, um auf das neue Jahr anzustoßen. War es in der Vergangenheit üblich, die Festrede in die Hände des Vorsitzenden zu legen, so hatte der neu gewählte Vorstand im vergangenen Jahr beschlossen, diese Aufgabe ganz besonderen Gästen zu übertragen.Während im vergangenen Jahr zur Premiere Doris Pack Ausführungen zu Europa machte, standen bei Richard Weber die Grundwerte Vertrauen, Familie und auch Heimat im Mittelpunkt. "Was bleibt an Werten nach der Krise und wie gehen wir in der Wirtschaft damit um?", diese Frage stellte sich der erfolgreiche Leiter des Familienunternehmens. Und für diese seien Sicherheit und Vertrauen das Wichtigste, um auch in Krisenzeiten bestehen zu können, so Weber. "Für mich ist es keine Besinnung auf neue Werte, vielmehr eine Rückbesinnung auf alte Werte, die im krassen Gegensatz zum Lebensgefühl der Spaßgesellschaft stehen", so Weber. Demografischer Wandel auf der einen, einschneidende Ereignisse wie der Anschlag auf das World Trade Center oder die Finanz- und Wirtschaftskrise auf der anderen Seite, sie hätten die Menschen verändert. "Das Gefühl der Machtlosigkeit lässt die Menschen zum einen mehr nach dem Staat rufen, zum anderen findet ein Rückzug in kleinere Strukturen, die Familie, Freunde, die Heimat statt", sagte Weber. Regierungen und große Wirtschaftsunternehmen, ja sogar die Kirche leide nicht zu unrecht an enormem Autoritätsverlust. "Keine Angst zu haben scheint da regelrecht verantwortungslos", so Weber. Dass es auch anders gehen kann, dass gerade die Familie und das Familienunternehmen Halt geben kann, Vertrauen und damit Sicherheit bietet, das betonte Weber abschließend und erhielt sehr viel Beifall.

Martin Schuck vom geschäftsführenden Vorstand des KKV dankte dem Redner und riet, die wichtigen Werte mit auf den Weg ins Jahr 2012 zu nehmen.