Wallfahrtsort in neuem Glanz

Illingen. An der Bergkapelle hat sich viel getan. Viele hundert Arbeitsstunden hat die kleine Schar der Kapellenmannschaft um Toni Schröder, Günter Altmeier, Horst Kube und Gerd Saar im abgelaufenen Jahr geleistet. Hinzu kamen die vielfältigen Arbeiten, die von Fachfirmen geleistet wurden. Darüber informierte jetzt Toni Schröder

Illingen. An der Bergkapelle hat sich viel getan. Viele hundert Arbeitsstunden hat die kleine Schar der Kapellenmannschaft um Toni Schröder, Günter Altmeier, Horst Kube und Gerd Saar im abgelaufenen Jahr geleistet. Hinzu kamen die vielfältigen Arbeiten, die von Fachfirmen geleistet wurden. Darüber informierte jetzt Toni Schröder. Nach dem Fast-Kahlschlag der Birken an der Kapellenstraße wurden die Birken an der Gymnasialstraße nur zurecht gestutzt. Sie sollen in diesem Jahr wieder kräftig austreiben. Der neu errichtete Sichtschutzzaun und der davor liegende mit Bodendeckern und Kirschlorbeer bepflanzte Hang sollen jetzt das Umfeld der Kapelle abrunden.

Das Podest des Außenaltares wurde hergerichtet, die gebrochenen Sandsteinplatten ausgetauscht und alte Gehwegplatten gereinigt. Vom hinteren Einstieg bis zum Turm wurde unter dem Dach ein Sicherheitssteg gebaut und eine Wärmedämmung angebracht, um die hohen Heizungskosten zu verringern. Das undichte Dach der Sakristei musste wegen eindringender Feuchtigkeit erneuert werden. Die Sakristei erhielt einen neuen Innenanstrich. Am unteren Ende des Kapellengeländes wurde das alte Holztor durch ein schmiedeeisernes Portal ersetzt; die Holzklappläden am Küsterhaus wurden erneuert beziehungsweise repariert. Der Kirchenverwaltungsrat habe diese Vorhaben einstimmig gebilligt, so die Kapellenmannschaft. Die Gesamtkosten der Maßnahmen belaufen sich, trotz des großen Arbeitseinsatzes der Kapellenmannschaft, auf rund 80 000 Euro. Diese Summe konnte von den freiwilligen Helfern dank sparsamen Wirtschaftens und der großzügigen Spenden der Kapellenbesucher aufgebracht werden. Die Erlöse aus dem Kerzenverkauf und aus den Kapellenfesten tragen ebenfalls zur Finanzierung bei.

In den nächsten Jahren sind weitere Investitionen geplant: Innenanstrich, Windfang an den Eingangsportalen, Neuanstrich des Küsterhauses und Kinderspielplatz. Eine Erneuerung des Kapellendaches wird ebenfalls in absehbarer Zeit notwendig werden, geschätzte Kosten 150 000 Euro. Daher hoffen die Freunde der Illinger Bergkapelle auf weitere Spenden. red

Das Spendenkonto Bergkapelle: Sparkasse Neunkirchen Bankleitzahl 592 520 46, Konto-Nummer 00210 13403.

Auf einen Blick

Die Illinger Bergkapelle Zu den Sieben Schmerzen Mariens mit der Pietà von Matthias Weiser zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region. Tausende Menschen pilgern jedes Jahr zu dieser Wallfahrtsstätte auf der Anhöhe zwischen Illingen und Steinertshaus. Bekannt geworden sind die jährliche Männerwallfahrt an Christi Himmelfahrt und die Wallfahrt der Sinti (1955 als Zigeunerwallfahrt von Pastor Arnold Fortuin gegründet) aus Südwestdeutschland und den Benelux-Staaten am ersten Oktoberwochenende. Die jetzige Bergkapelle ist 1901 von Wilhelm Hector im neugotischen Stil errichtet worden. Es ist bereits die vierte Wallfahrtskapelle, die auf diesem Boden steht. Die Urkapelle wurde vermutlich im 16. Jahrhundert unter der Regentschaft des Ritters Heinrich von Kerpen (1541-1557) gebaut, vermutlich um 1555. Dafür spricht auch ein Gedenkstein (Epitaph) in der Kapelle. Viele Votivtafeln vor dem Haupteingang und ein Sandsteinkreuz geben Zeugnis dankbarer Wallfahrer (Maria hat geholfen). Hilfe bei Augenkrankheiten versprach man sich vom Wasser des Liebfrauenbrunnens, der 1799 erstmals erwähnt wurde. Der Name zu den Sieben Schmerzen Mariens ist seit 1680 nachweisbar. Dazu gehören auch die Sieben Fußfälle auf dem Pilgerweg zur Kapelle. Zu sehen sind sieben Sandsteinstelen mit farbigen Reliefs. (Quelle: Gemeinde Illingen). red