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Open-Air
Wacken liegt jetzt in Wellesweiler

Die Plakate sind schon lange gedruckt und hängen weit über die Grenzen Neunkirchens hinaus. Und auch die Flyer wurden großräumig verteilt. Dieses Jahr ist es Kerstin Disque-Sommer mit Unterstützung Benjamin Bodmers schon richtig professionell angegangen. Foto: Jörg Jacobi
Die Plakate sind schon lange gedruckt und hängen weit über die Grenzen Neunkirchens hinaus. Und auch die Flyer wurden großräumig verteilt. Dieses Jahr ist es Kerstin Disque-Sommer mit Unterstützung Benjamin Bodmers schon richtig professionell angegangen. Foto: Jörg Jacobi FOTO: Jörg Jacobi
Wellesweiler. Zum zweiten Mal findet im August das Open Air für Metal- und Rock-Fans statt. 17 Bands kommen. Elke Jacobi

Der Wacken ist ihr Ding. Kerstin Disque-Sommer liebt dieses Festival 50 Kilometer von Hamburg entfernt. Sie ist Rock- und Metalfan - und das merkt, wer ihre Kneipe in Wellesweiler betritt. Seit 2012 lebt Disque-Sommer diesen Traum, leitet das bekannte Eifel-Eck. Hier treffen sich ihr Metal-Club und ihr Dart-Club. Wandbemalung und jede Menge Accessoires - darunter auch mehrere zig Konzertkarten, säuberlich in großen Rahmen zusammengefasst und jede hat ihre Geschichte - zeugen von der Vorliebe der Wellesweilerin. Doch auch der Bürgerstammtisch mit Ortsvorsteher Dieter Steinmaier an der Spitze, der im Übrigen grad gegenüber wohnt, hat hier seine Treffen. Und als die SZ am Ruhetag Montag zum Plaudern kommt, kommen eine paar ältere Damen und sind ganz enttäuscht, dass es heute nix gibt. "Das macht einfach so einen Spaß hier", freut sich Disque-Sommer. Und weil das mit Traum eins so gut klappt, hat sie im vergangenen Sommer Traum zwei in Angriff genommen: Ein Open-Air mit Rock und Metal in Wellesweiler (wir berichteten). Im Namen zeigt sie bereits, wer das große Vorbild war. Das Wacken Open-Air kürzt W:O:A, in Wellesweiler findet das WW:O:A statt. Fünf Bands spielten 2016, rund 1000 Leute kamen an zwei Tagen, die Stimmung war super und die anfänglich skeptischen Nachbarn haben im Anschluss zum Frühstück geladen und ihre Begeisterung kund getan. Damals, so gesteht Disque-Sommer der SZ, war das ohne viel Werbung als Versuchsballon gestartet. Weil es gut ankam, hat sie schon danach beschlossen: "Das mache ich jetzt jedes Jahr." Im Zweibrücker Benjamin Bodmer fand sie einen begeisterten Mitstreiter. Der war 2016 mit seiner Band Tendens aufgetreten und hatte sich sofort angeboten, die engagierte Kerstin zu unterstützen. Ehe man sich versah, waren 120 Bewerbungen eingegangen. "Einfach irre", lacht Disque-Sommer und kann es kaum glauben. Einen Tag haben die beiden damit verbracht, sich durch die Demos zu hören. Mittlerweile steht es fest: 17 Bands werden auftreten. "Wir haben das überwiegend regional gehalten", sagt Bodmer. Drei Pfälzer gibt es: Alltagshelden aus Idar-Oberstein und die Headliner Hammerking und Unherz aus Kaiserslautern. Und Scarlet Anger kommt sogar aus Luxemburg. "Das hat sich offenbar schnell rumgesprochen", freut sich Bodmer. Und Disque-Sommer ergänzt: "Wir haben schon 80 bis 90 Bewerbungen für nächstes Jahr - unter anderem aus Australien." Logisch, dass man bei so viel Zuspruch von zwei auf drei Tage erhöht hat. Vom 11. bis 13. August wird der Berthold-Günther-Platz den Metalern und Rockern gehören. Die Bands decken dabei ein breites Spektrum ab, zu hören sind auch Mittelalter-Rock und Eimyrja kommt mit Folk-Metal. "An allen drei Tagen sind die Sparten gemischt, so dass jeder jeden Tag was findet, was ihm gefällt", erklärt Bodmer. Das genaue Programm steht, aber nur die Bands kennen bisher ihre genaue Auftrittszeit. "Das soll noch spannend bleiben, das geben wir erst so 14 Tage vorher bekannt", sagt Disque-Sommer. Was aber schon ganz sicher ist: WW:O:A Firefigthers wird am ersten Festivaltag um 15 Uhr - nach der offiziellen Eröffnung durch Ortsvorsteher Steinmaier um 14 Uhr - den Auftakt machen. "Das ist der Spielmannszug der Feuerwehr", lacht Disque-Sommer, die auch damit an eine Wacken-Tradition anknüpft, wo traditionell ein Musikverein zur Eröffnung spielt. Einen großen Unterschied aber gibt es doch: In Wellesweiler ist der Eintritt frei. "Die Bands spielen für ganz kleines Geld", sagt Bodmer, "grade mal für ihre Unkosten." Finanziert wird das alleine vom Getränkeverkauf. Alle Helfer - 40 bis 50 - machen das ehrenamtlich, sind Freunde Disque-Sommers aus Metalclub und Dartverein. "Viele sind ja froh, dass sie hier auftreten können", sagt Bodmer. Zu ihnen gehört auch die Band Gegenwind. Einer der Lokalmatadore ist Disque-Sommers Neffe und grade dabei die Wände des Eifel-Eck zu streichen. Vor zwei Jahren hat die Tante Florian Geber und seine Mitmusiker Pascal Voigt, Christian Schneider und Martin Sopalla für einen Auftritt beim Brunnenfest zwangsverpflichtet. "Damals spielten wir grad mal neun Songs", erinnert sich Geber. Zum Open-Air vergangenes Jahr war die Band in Urlaub - doch dieses Jahr geht es auf die große Bühne. Cover von den Ärzten, den Toten Hosen und Freiwild spielen die vier Wellesweiler Buben, aber mittlerweile gibt es auch schon eigene Songs. Die feiern auf dem Berthold-Günther-Platz Premiere. Noch so ein Traum…



Zum Thema:

Vom 11. bis 13. August täglich von 15 bis 24 Uhr findet auf dem Berthold-Günther-Platz das zweite Wellesweiler Open Air WW:O:A statt. Es treten auf: Hammerking, Unherz, Beyond Darkness, Tendens, Kernkraft, Ignition, Infinight, Gegenwind, Thoraxx, Scarlet Anger, Valiant Viper, Eimyrja, Schlächter, Rebelsoul, Arctic Winter, Alltagshelden und Cherry Green. Dieses Jahr gibt es auch Merchandising, zu ordern jetzt schon im Internet. www.wellesweiler -open-air.com



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