Vorsicht verhindert Verletzungen

Kreis Neunkirchen. Böller und Feuerwerkskörper bringen bekanntlich nicht nur Freude in der Silvesternacht. Die Unfallgefahr ist groß. SZ-Redakteurin Solveig Lenz-Engel sprach mit Kreisbrandinspekteur Werner Thom über Sicherheitsmaßnahmen und auch über Rauchmelder, deren Einsatz ab dem 1. Januar in allen Wohnungen Pflicht ist.

Immer wieder passieren Unfälle mit Feuerwerk. Was machen die Leute falsch?

Werner Thom: Grundsätzlich sollten Verbraucher nur Feuerwerkskörper mit einer aufgedruckten Prüfnummer der Bundesanstalt für Materialforschung- und prüfung (BAM) kaufen. Bei Grau- oder Billigimporten gilt: Finger weg! Und: Niemals selbstgebastelte Böller und Raketen benutzen.

Wie geht man verantwortlich mit Böllern und Co. um?

Werner Thom: Bis zu ihrem Einsatz sollten Böller und Raketen an einem kühlen und trockenen Ort gelagert werden, der für Kinder nicht erreichbar ist. Knallkörper, Raketen und der gleichen dürfen nur im Freien verwendet werden. Raketen dürfen nur aus einer standsicheren Flasche oder einem Rohr senkrecht gestartet werden. Ideal ist ein Getränkekasten mit leeren Flaschen. Raketen niemals aus der Hand starten lassen oder auf Menschen zielen. Vor der Verwendung sollte darauf geachtet werden, dass sich in der Nähe kein brennbares Material befindet. Des Weiteren sollte auf die Flugrichtung (Dächer, Vordächer, geöffnete Fenster, Balkone) geachtet werden. Nicht explodierte Feuerwerksartikel nicht erneut anzünden, sondern nach etwa fünf Minuten Wartezeit mit Wasser übergießen, Balkone im Vorfeld von brennbarem Material befreien und die Fenster schließen!.

Sind die Feuerwehren im Kreis in der Silvesternacht in besonderer Bereitschaft?

Werner Thom: Die Feuerwehren im Kreis sind auch in der Silvesternacht über den Notruf 112 zu erreichen.

Was rät die Feuerwehr bei der Ausrüstung mit Rauchmeldern?

Werner Thom: Die Pflicht zum Einbau von Rauchmeldern in Wohnungen ergibt sich aus Paragraf 46, Absatz 4 der Landesbauordnung (LBO) für das Saarland. Die Vorschrift lautet: In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Eigentümerinnen und Eigentümer vorhandener Wohnungen sind verpflichtet, jede Wohnung bis zum 31. Dezember 2016 entsprechend auszustatten. Die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft obliegt den unmittelbaren Besitzern, also auch Mietern, es sei denn, der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst.

Ist die Anbringung auch für Menschen mit zwei linken Händen kein Problem?

Werner Thom: Das Anbringen von Rauchwarnmeldern stellt handwerklich keine große Herausforderung dar. Im Bedarfsfall sollte jedoch eine Fachfirma (zum Beispiel Schornsteinfeger oder Elektroinstallateure) hinzugezogen werden.

Reicht es, wie vorgeschrieben, alle Schlaf-, Kinderzimmer und Fluchtwege mit Rauchmeldern auszustatten?

Werner Thom: Für den Grundschutz ist dies ausreichend, ist das zu schützende Gebäude besonders groß oder weitläufig, kann es sinnvoll sein, Brandmelder miteinander zu vernetzen. Hierbei kauft man mehre re Melder von der gleichen Bauart im Set, die sich per Funk vernetzen lassen.

Was empfiehlt die Feuerwehr für einen umfassenden Schutz?

Werner Thom: Alle Wohnräume in Ausnahme von Bad und Küche auszustatten.