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Vorgestellt: Bestattung im Baumgraf auf Friedhöfen in Neunkirchen

Vorstellung im Ortsrat Wiebelskirchen-Hangard-Münchwies : Bald Baumgräber-Bestattungen in Neunkirchen

Andreas Bies informierte die Ortsratsmitglieder über die neue Bestattungsform. Halbjährige Testphase geplant.

Auf den drei großen Neunkircher Friedhöfen sollen demnächst Urnenbeisetzungen als Baumbestattungen möglich sein. Über die Motivation im Rathaus, den Ablauf und die Kosten für diese neue Bestattungsart informierte Andreas Bies, der Leiter der Friedhofsabteilung im Stadtbauamt, am Dienstag zunächst den Ortsrat Wiebelskirchen-Hangard-Münchwies. Demnach beabsichtigt die Stadt Neunkirchen, während einer halbjährigen Testphase Baumgräber zuerst auf dem Zentralfriedhof in Furpach sowie auf den Friedhöfen in Wiebelskirchen und Wellesweiler einzuführen. „Bei Bedarf kann später auch auf den kleineren Friedhöfen die Baumbestattung ermöglicht werden“, stellte Bies in Aussicht. Er verwies auf „eine auffallende Trendwende“ vom klassischen Grab hin zu Urnen- und Baumgräbern, die im Saarland in den vergangenen Jahren bei Bestattungen zu verzeichnen war. Deshalb habe man sich auch im Rathaus schon seit längerem mit dieser Thematik befasst, „und jetzt wollen wir das Ganze erstmals öffentlich vorstellen“, meinte Bies.

Auch in Neunkirchen seien 2019 auf allen städtischen Friedhöfen 65 Prozent und im vergangenen Jahr schon 73 Prozent aller Beerdigungen Urnenbeisetzungen gewesen, informierte er. Für die drei großen Neunkircher Friedhöfe nannte Bies auch Zahlen. Danach gab es 2020 auf dem Zentralfriedhof 308 Urnenbeisetzungen, auf dem Friedhof in Wiebelskirchen waren es 46 und in Wellesweiler 30. Mittels einer Bildpräsentation zeigte der Leiter der Fachabteilung Beispiele von verschiedenen Friedhöfen in der Region, wie solche Baumgräber gestaltet werden können und wie sie nach Möglichkeit nicht aussehen sollten. Ein wichtiger Aspekt pro Baumgrab sei, dass viele Menschen ihren Nachkommen ganz einfach die Grabpflege ersparen wollen, erklärte Bies. Und die fällt auch bei den Baumgräbern weg, „denn wenn die Urne im Wurzelbereich eines Baumes eingesetzt wird, sind keine Blumenpflanzungen erforderlich und ein Grabstein wird in diesem Fall auch nicht benötigt“, nannte Bies einen wichtigen Vorteil.

Rund 1100 Euro werden Angehörige für ein Urnenbaumgrab ausgeben müssen, hinzu kommen die Kosten für ein Namensschild sowie für die Nutzung der Leichenhalle und der Kühlzelle. Wenn Andreas Bies die Planungen auch in den übrigen Ortsräten vorgestellt hat, und das Ganze in der Gebührenkommission und im Finanzausschuss beraten wurde, wird der Stadtrat am 12. Mai endgültig über die Einführung von Baumgräbern auf den drei Friedhöfen entscheiden. Für Ortsvorsteher Rolf Altpeter wäre es eine richtige und wichtige Entscheidung. „Ich bin froh, dass die Stadt Neunkirchen diese Bestattungsart jetzt anbietet“, meinte der SPD-Politiker .