Vor, zurück, vor, zurück . . .

Am Sonntagmorgen bin ich mit einer Freundin zum Tennisspielen verabredet. Um zehn Uhr. Winterzeit. Also eigentlich erst um elf. Denn die Uhr wird ja in der Nacht zu Sonntag um eine Stunde zurückgestellt. Was drei von vier Befragten in Deutschland für sinnlos halten. Ich übrigens auch. Wobei sinnlos nicht der richtige Ausdruck für meine persönliche Wahrnehmung ist. Eher stimmungsverdunkelnd. Ist es doch sowieso schon deprimierend, dass in den vergangenen Wochen schleichend die Tage kürzer wurden, so folgt am Sonntag der Schock: Es ist plötzlich schon um halb sechs abends dunkel. Ohne gescheiten Übergang. Da ist es auch kein Trost, dass die Nacht zu Sonntag eine Stunde länger ist, wir also theoretisch eine Stunde länger schlafen können. Denn leider lässt sich die innere Uhr von Mensch und Tier (etwa die der Milchkühe im Stall oder des Hundes, der Gassi gehen will) nicht so einfach um eine Stunde zurückdrehen. Gerade erst abgeschafft hat die Türkei die Zeitumstellung. Das Land bleibt ab diesem Jahr einfach in der Sommerzeit.

Sollten wir in Deutschland nicht besser das ganze Jahr in der Winterzeit bleiben? Das ginge wohl nur, wenn sich alle Länder der EU darauf verständigen würden. Und wie schwierig eine gemeinsame Entscheidung in der Europäischen Union ist, sieht man gerade am Ringen um das Freihandelsabkommen Ceta.

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