Von Donald bis Superheld

„Bam“! „Smash“! „Kapow“ und „Boom“! Wer jetzt auf dem Schlauch steht, hat nie einen Comic samt Sprechblasen gelesen. Das war allerdings auch keine Voraussetzung, um am Samstag bei der Kappensitzung der Brunnebutzer einen Heidenspaß zu haben.

War das ein Wiedersehen! Mit professionellem Pinselstrich gemalt, blickten Micky, Donald und Co. gut gelaunt auf das närrische Volk, das sich im Heiligtum der Brunnebutzer eingefunden hatte - Kompliment an die Künstler Vera von Kobylinski und Horst Hottenbacher (Mocco)! Überhaupt, dieser prächtige Saal: Anderthalb Wochen hatten hier einige Dutzend fleißige Hände geschmückt. Diesen Aufwand betreiben nicht viele Vereine.

Nach dem zünftigen Auftakt mit Brunnebutzerlied und Minigarde zeigte sich, dass die Gastgeber selbst ein paar gute Comic-Vorbilder abgeben würden. Nur mit den Sprechblasen würde es eng werden, so viel hatten Prisca John und Tochter Selina zu ratschen. Letztere von ihrem Praktikum im Neinkerjer Zoo, erstere aus dem Hangarder Nähkästchen. So habe der von Einheimischen errichtete Unterstand vor der Ostertalhalle offenbar nur einen Sinn: den Bauarbeitern trockenen Hauptes beim Schaffen zuschauen zu können.

Nach wie vor bietet die Dauerbaustelle den Narren Steilvorlagen: Dass die zwei Notausgänge ausgerechnet nebeneinander angeordnet sind, wirkt wie ein Gruß aus Schilda. Wenn dann der eine noch geradewegs "in den Abgrund" führt, kann das in Kombination mit einem Seniorennachmittag und einem Feueralarm schon mal zu einer ziemlich makabren Pointe verführen.

Richtig was kosten lassen hat sich der Verein neue Uniformen für die Garden: in Rot, Schwarz und Weiß gehalten, mit stilisierten Flammen und Glitzer verziert, beflügelten sie die kleinen wie auch die großen Tänzerinnen zu Hochleistungen. Sehr leger im Morgenrock spazierte dagegen Nicole Seel ans Mikro, um giftige Spitzen in Richtung Männerwelt abzulassen. "In jedem Mann steckt was Gutes, und wenn es nur das Küchenmesser ist."

Als Alfred J. Kwak, Speedy Gonzales oder Ducktales sprangen die vier- bis elfjährigen Pentz munter über die Bühne und schwangen im Schwarzlicht effektvoll die weißen Petticoats. Nach einem Stinkalarm im Theater - einer von vielen amüsanten Einaktern der Sketchgruppe - bekamen "Angie" Merkel und die Trickser von VW ihr Fett weg: höchste Zeit, dass sich die hauseigene Gesangsgruppe in "Mir kennes schon ebbes besser" umbenennt.

Etwas monotoner in der Tonfolge, dafür umso deftiger erwies sich der klerikale Sprechgesang der "Friedhofsweiber", Prädikat: "Je oller, je doller." Tagträume der quietschbunten Art bescherten die Traumgirls als Simpsons, Glücksbärchis und Ninja Turtles, später eroberten die Flintstones mit urzeitlichem Automobil gut gelaunt die Bühne. In der letzten Stunde vor Mitternacht gab es dann kein Halten mehr: Erst kreuzten die Musketiere des weiblichen Elferrats die Klingen, dann, nach einem Rededuell Super Saubacherin versus Elvira "Marge" Glockenhobel, bewiesen ihre männlichen Kollegen, dass in ihnen wahre Superkräfte stecken: zwei tolle Choreografien, die von den Kappenträgern und "-innen" super umgesetzt wurden. Wenn überhaupt noch was zu wünschen bliebe, dann eine Karaoke-Anlage für "de Bölk Maddin". Kann doch der Sitzungspräsident dann noch schöner den Howard geben, auf dass der ganze Saal wieder mit einstimmt: "Ti Amo!"

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Auf einen BlickDie Mitwirkenden der Brunnebutzer Kappensitzung. Sitzungspräsident: Martin Bölk, Büttenredner/Sketchgruppe: Prisca und Selina John, Nicole Seel, Katja Hobler, Sinah, Susanne und Gerd Spies, Eva Hans, Silke Frey, Tanzgruppen: Minigarde und die Pentz (Trainerinnen: Alexandra und Christina Möller, Jessica Kaiser), Juniorengarde (Melanie Hoffmann, Lisa Müller), Aktivengarde (Melanie Hoffmann, Kathrin Ecker), Traumgirls (Prisca John, Anna-Lena Meisberger), Fire and Ice (Katja Hobler, Julia Urso), Männlicher Elferrat (Trainer: Waltraud Kräber, Guido Born), Weiblicher Elferrat (Trainerin: Clarita Faller). Gesangsgruppe "Mir kennes net besser": Katja und Markus Hobler, Karin Bohland, Markus Glöckner, Selina und Prisca John, Karin Bier, Werner George; Musik: Werner George. nig

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