| 18:07 Uhr

Krisenstab tagt
„Von der Bombe geht keine Gefahr aus“

Bombenfund unter der Baggerschaufel: Bei Bauarbeiten an den Neunkircher Bliesterrassen ist gestern eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden.
Bombenfund unter der Baggerschaufel: Bei Bauarbeiten an den Neunkircher Bliesterrassen ist gestern eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. FOTO: Willi Hiegel
Neunkirchen. Fund „Baustelle Bliesterrassen“:  Am 18. Februar wird evakuiert, dann entschärft oder gezielt gesprengt. Von Claudia Emmerich

Eine knappe Stunde hat am Dienstag der Krisenstab im Neunkircher Rathaus getagt. Dann entschied das Gremium – offiziell erweiterter Gefahrenabwehrstab der Kreisstadt Neunkirchen – unter der Leitung von Oberbürgermeister Jürgen Fried: Die am Vormittag in der Neunkircher Innenstadt im Bereich „Baustelle Bliesterrassen“ gefundene Fliegerbombe wird am 18. Februar entschärft oder kontrollierte gesprengt. Dafür werden die Anwohner im Umkreis von 300 Metern evakuiert. In diesem Raum sind nach Angaben der Stadt rund 2000 Personen gemeldet. „Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht. Von der Bombe geht zurzeit keine Gefahr aus“, so die Stadt. „Der Bereich ist abgesichert und die Bauarbeiten werden bis auf weiteres eingestellt.“ Die 50 Kilogramm schwere amerikanische Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war vom Kampfmittelräumsdienst der Landespolizei Saar gesichert worden.


Nähere Informationen für die Anwohner folgen nach Angaben der Stadt in den kommenden Tagen. Dazu tage der Gefahrenabwehrstab jetzt regelmäßig, um die einzelnen Maßnahmen im Detail festzulegen. Laut Aussage der Polizei, so die Stadt weiter, handelt es sich bei dieser Evakuierung um die größte ihrer Art, die es im Saarland gegeben haben wird.

Während der Krisenstab ab 14 Uhr tagte, lag die Baustelle verwaist und ruhig. Unaufgeregt reagieren auch Mitarbeiter in umliegenden Geschäften auf Nachfragen des SZ-Teams. Bistro-Wirt Mario Fries schildert die Ereignisse aus seiner  Sicht, nur einen Steinwurf weit weg: Demnach kommt um 10 Uhr die Polizei, sechs Beamte. Zwanzig Minuten später folgt ein blaues Auto mit den Männern in blauen Jacken, Kampfmittelräumdienst. Die begehen die Baustelle, sperren erstmal von der Lindenallee her die Zufahrt. Kurz nach 11 Uhr sind alle abgezogen. Einen großen Auflauf hat es nicht gegeben, lediglich ein paar wenige Schaulustige. Fries musste allerdings an diesem Tag auf Stammgäste verzichten: „Um 12 Uhr kommen die Bauarbeiter zum Mittagessen. Heute aber nicht.“ Auch nicht an den kommenden Tagen, die Arbeiten an der Baustelle ruhen.



Im Frühsommer 2015 haben die Arbeiten zum Bliesumbau begonnen. Ein für die Stadt wichtiges Bauprojekt, mit dem Ziel, die Blies erlebbar zu machen. Erst wurde am Nordufer ein Platz zum Verweilen geschaffen. Seit Sommer letzten Jahres läuft die Umgestaltung des Südufers. Im Herbst 2017 ist auf der Baustelle kontaminiertes Material gefunden worden (wir berichteten) Es liege die Vermutung sehr nahe, dass in diesem Bereich an der Blies Kokereiabfälle des ehemaligen Eisenwerkes zusammen mit  Trümmern aus dem Zweiten Weltkrieg abgelagert worden waren, hieß es damals von Seiten der Stadt. Die belasteten Erdmassen wurden entsorgt. Und jetzt also ein Bombenfund.

2014 wurde bei Bauarbeiten am städtischen Kindergarten in der Talstraße diese 50-Kilo-Bombe gefunden.
2014 wurde bei Bauarbeiten am städtischen Kindergarten in der Talstraße diese 50-Kilo-Bombe gefunden. FOTO: Willi Hiegel