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Von Bohrmaschinen und Zombie-Angriffen

Von Bohrmaschinen und Zombie-Angriffen

In der Viva-Show präsentierte Susanne Sprung in der Neuen Gebläsehalle die Ergebnisse ihres alles andere als konventionellen Tanz- und Gesang-Workshops. Zwei Jahre lang arbeiteten rund 130 Teilnehmer an ihrem Auftritt in der extravaganten Show.

Dass ein Tänzer auf den Füßen oder auf den Knien über die Bühne rutscht, damit rechnet man ja. Aber auf dem Kopf? Waren es auch nur ein paar Zentimeter, es sah schon arg skurril aus und das Publikum in der Gebläsehalle Neunkirchen gab erstaunte bis erschrockene Laute von sich. Doch der junge Breakdancer grinste nur lässig - alles in Ordnung.

Solche abgefahrenen "Moves" waren nicht das einzige, was bei der Viva-Show über das hinausging, was man beim Aufführungsabend einer Tanzschule erwarten würde. Auch der Zombie-Angriff oder die Tänzerin, die mit einer Bohrmaschine auf ihre Kolleginnen losging, waren nicht unbedingt ein Klassiker. Doch Susanne Sprung verfolgt in ihrer Tanzwerkstatt ja auch ein ungewöhnliches Konzept: Über jeweils zwei Jahre werden erfahrene wie unerfahrene Teilnehmer (diesmal rund 130) in Workshops auf bestimmte Shows hin getrimmt - von nationalen und internationalen Dozenten . Und nicht nur in Tanz, auch in Schauspiel und Gesang. Deshalb stand die dritte Viva-Show unter dem Motto "Tanz trifft Musical ": Tanzchoreografien und Szenen aus "Les Misérables", das die Tanzwerkstatt im November als komplettes Stück aufgeführt hat, wechselten sich ab. "Alle treten gegen- und miteinander an und versuchen, erzählerische Zusammenhänge dazustellen", erklärte Sprung den rund 450 Zuschauern am Freitagabend. So spielte sich auf der großen wie auf zwei Vorbühnen die Geschichte über Armut und Unterdrückung, aber auch Respekt und Liebe ab. Ein Betteljunge hüpfte auch mal pfeifend durch den ganzen Saal und bat gewitzt um ein paar Francs.

Doch auch das, was man sich bei einer Tanzshow erwartet und erhofft, kam nicht zu kurz: Ballett, Show-, Modern-, HipHop-Dance und mehr. Zu aktueller, mitreißender Musik fegten Tänzer zwischen neun und 61 Jahren, zumeist aber Jugendliche, über die Bühne. Tolle Bilder ergaben sich vor allem bei einer fast meditativen Choreografie in weißen, schimmernden Kostümen oder bei "Die 12 Cellisten ", bei denen die Ballerinen in roten Kleidern federleicht kunstvolle Figuren formten. "Wir hatten diesmal auch wirklich besondere Talente dabei", so Sprung. Projektionen von Elmar Ottenthal unterstrichen Stimmungen und Geschehen. Als Dozenten zeigten Marc Bucher, Khalid Shriky und Ana Farasha ihr Können.

Die Wiederholung der Viva-Show am Samstag sahen nochmal gut 100 Zuschauer mehr als die Premiere. Sprung ist zufrieden: "Es ist sensationell gelaufen und wir haben viele Komplimente bekommen. Das Konzept "Tanz trifft Musical " ist noch besser aufgegangen, als erhofft."

Für die im Januar startenden Workshops kann man sich jetzt anmelden: Telefon (0 68 21) 69 00 35, E-Mail: susasprung@icloud.de.