Von A wie Adorf bis Z wie Zirner

Die Jury um den Vorsitzenden Klaus Doldinger hat die besten vier Filme für den Günter Rohrbach Filmpreis 2015 ausgewählt. Die Entscheidung wurde am Montag von OB Jürgen Fried im Rathaus bekannt gegeben.

. Ein Polit-Thriller über die Strafverfolgung von SS-Tätern, eine Komödie, in deren Mittelpunkt flirtende Senioren stehen und zwei Dramen, die sich im Abstand von 40 Jahren mit dem Thema Jugendliche und Gewalt auseinandersetzen - an einen dieser vier Filme wird am 6. November der Günter Rohrbach Filmpreis 2015 verliehen. Vorgestellt wurden die Finalisten Montagnachmittag im Rathaus (wir berichteten). "Vier aus acht aus 56" lautete das Stichwort für Oberbürgermeister Jürgen Fried . Als Mitglied der sechsköpfigen Jury unter Vorsitz von Klaus Doldinger hatte er in München mit darüber entschieden, was ins Finale kommt. Ins Rennen gegangen waren 56 Filme, acht davon hatte die Vorjury bereits ausgesiebt. "Eine Menge Arbeit", bestätigte der daran beteiligte SR-Redakteur Christian Bauer. Auf die Frage, wie das geht, in relativ kurzer Zeit 56 Filme zu sichten und zu bewerten, meinte er "mit viel Kaffee" hauptsächlich "in der Zeit zwischen 22 und 3 Uhr". Jürgen Fried reichten schon die acht Filme vollauf, wobei sein Favorit, "wie immer" gleich als Erstes aussortiert wurde.

Erster Kandidat für den mit 10 000 Euro dotierten Neunkircher Filmpreis ist "Altersglühen - Speed Dating für Senioren" von Jan Georg Schütte. Eine ganze Riege namhafter Mimen wie Mario Adorf und Senta Berger verkörpern darin 13 Singles zwischen 60 und 80 Jahren, die bei einem Hochgeschwindigkeits-Kennenlernspiel einen Partner suchen. "Das Ende der Geduld" von Christian Wagner rückt Jugendrichterin Corinna Kleist und das "Neuköllner Modell" in den Fokus, bei dem kriminelle Jugendliche schon vier Wochen nach der Tat vor Gericht stehen sollen. Sie legt sich mit dem 21-jährigen libanesischen Clan-Boss Nazir an und versucht, dessen 14-jährigen Bruder Rafiq zu retten. "Martina Gedeck trägt diesen Film komplett", was mit ein Grund für die Auswahl gewesen sei.

Mit "Der Staat gegen Fritz Bauer" arbeitet Regisseur Lars Kraume einen Teil des Lebenswerkes Bauers auf, der bisher "nicht so richtig im öffentlichen Bewusstsein" vorkam, so Fried. Setzt doch der von Burghart Klaußner gespielte Generalstaatsanwalt alles daran, den früheren SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann vor Gericht zu bringen - in einem Rechtssystem, in dem Nazis führende Posten innehaben. Film Nummer vier beschäftigt sich ebenfalls mit einem unrühmlichen Kapitel deutscher Geschichte: "Freistatt" heißt eine kirchliche Fürsorgeanstalt, in die der 14-jährige Wolfgang im Sommer 1968 abgeschoben wird. Dort geht es zu wie im Gefängnis - ein unter die Haut gehender Film von Marc Brummud.

Den Auftakt der Finalistenwoche bildet der "Saarländische Filmemacher Abend" am 1. November, 18 Uhr, im Cinetower mit den Kurzfilmen "Leon lügt" von Jörn Michaely, "On the drive" von Thomas Scherer und "Sekundenschlaf" von Marc André Misman. Zur selben Zeit am selben Ort werden am 2., 3., 4., und 5. November jeweils die Finalistenfilme gezeigt. Zum Günter Rohrbach Filmforum wird am 5. November, 20 Uhr, die Stummsche Reithalle gebeten. Dort geht Klaus Doldinger auf "Musik im Film" ein und stellt sich bei der Podiumsdiskussion mit Kollegen wie Frank Nimsgern den Fragen der Gäste. Der Filmpreis selbst wird am 6. November in der Gebläsehalle verliehen, Beginn der Gala ist um 20 Uhr.