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Vom stolzen Peter zum Schweinehirt

Vom stolzen Peter zum Schweinehirt

Wiebelskirchen. Ein voll besetzter Saal mit vorwiegend kleinen Zuschauern empfing in der Maximilian-Kolbe-Grundschule in Wiebelskirchen laut applaudierend die Musical-Arbeitsgemeinschaft (AG)

Wiebelskirchen. Ein voll besetzter Saal mit vorwiegend kleinen Zuschauern empfing in der Maximilian-Kolbe-Grundschule in Wiebelskirchen laut applaudierend die Musical-Arbeitsgemeinschaft (AG). Die Vorfreude war verständlich: Dank der AG gab es an diesem Vormittag statt nur des Lehrers vor der Tafel ein spannendes Theaterstück zu sehen: "Peter, der verlorene Sohn", nach der Fassung von Rolf Krenzer. Text und Choreographie stammen von der AG-Leiterin Klaudia Rompza, das musikalische Arrangement für das Orchester von Musiklehrer Michael Garius, der selbst am Klavier zu hören war. Das Orchester, bestehend aus Schülern, Ehemaligen und Eltern, unterstützte die Musical-AG ebenso klangkräftig wie der Schulchor unter Leitung von Astrid Degenhardt."Ich möchte in die Welt hinausziehen! Gib mir mein Erbe jetzt schon, Vater!", bat die Hauptfigur Peter, gespielt von Maximilian Ulrich. Hinter ihm zeigte ein farbenfrohes Bühnenbild den Hof des Vaters, weite Felder und verschiedene Tiere. Unglücklich, aber dennoch freigiebig, stattete der Vater (Morice Ramatowski) Peter mit Geld und prächtigen Kleidern aus. "Oh, wie chic ist dieser Mann!", staunte der Chor. Peter erntete auf seiner Wanderung anerkennendes Pfeifen, wohin er auch kam, und ließ es sich richtig gut gehen. Schnell fand er Freunde, die mit ihm feierten - auf seine Kosten. Und als der Geldbeutel plötzlich leer war, da waren auch die Freunde weg. Der einst so "stolze Peter" musste Schweine hüten für einen Hungerlohn. Schließlich kehrte er reumütig nach Hause zurück und wurde mit offenen Armen empfangen. Nur sein Bruder Stephan (Lukas Kirsten) konnte die Freude nicht teilen. "Die ganze Zeit habe ich hier gearbeitet, Vater, während Peter dein Geld verprasst hat!" Doch auch Stephan ließ sich besänftigen und schließlich feierten alle ein großes Willkommensfest.

Hinter der Geschichte steckt das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn, in moderner und kindgerechter Fassung. Seit Mitte des Schuljahres hat Rompza das Stück mit den Viertklässlern geprobt. "Gegen Ende musste ich schon ein wenig Druck machen, da den Schülern das ewige Üben irgendwann eintönig wird." Die Übung hat sich ausgezahlt: keine Versprecher, so gut wie keine Hänger. "Spontan und mit Freude gespielt", stellte auch Rompza zufrieden fest.

"Uns hat das Schauspiel sehr viel Spaß gemacht, auch schon in den Proben", bestätigten Morice Ramatowski und Lukas Kirsten. Und auch der Hauptdarsteller war glücklich: "Ich war ein bisschen nervös, aber es war auch ein tolles Gefühl auf der Bühne."