Vom Schrotthaufen zum wahren Kunstwerk

Vom Schrotthaufen zum wahren Kunstwerk

Illingen. Seit fast 40 Jahren lebt in dem Illinger Michael Leinenbach die Begeisterung für Oldtimer. In dieser Zeit besaß der 56-Jährige schon eine Reihe schöner automobiler Raritäten

Illingen. Seit fast 40 Jahren lebt in dem Illinger Michael Leinenbach die Begeisterung für Oldtimer. In dieser Zeit besaß der 56-Jährige schon eine Reihe schöner automobiler Raritäten. Aber einen lang gehegten Traum verwirklichte er vor etwa fünf Jahren, als er sich aus England einen Riley Spezial Baujahr 1937 besorgte und in mehrjähriger Umbau- und Restaurierungsarbeit zu einem wahren Kunstwerk formte."Meine Idee war von Anfang an, aus einem Vorkriegsauto einen Vorkriegsrennwagen zu bauen, aus dem Riley Sprite den Riley Spezial werden zu lassen." Der Riley habe in seiner technischen Anlage damals schon die Basis zu einem Rennwagen gehabt, so Leinenbach. "Es war in der 1930er Jahren keine Besonderheit, aus einem Sprite einen Spezial zu kreieren."

4000 Pfund zahlte Leinenbach damals für seinen Riley. "Als der Schrotthaufen auf einem Tieflader angeliefert wurde, war ich einigermaßen geschockt", erinnert sich Leinenbach. Aber da Leinenbach von seinem Projekt regelrecht elektrisiert war, wich der Schock schnell einer zupackenden Begeisterung. Bis auf die letzte Schraube wurde das Fahrzeug zerlegt und neu aufgebaut. Sämtliche tragenden Teile mussten in Ordnung gebracht werden, natürlich auch die Maschine, Bremsen, die Elektrik und viele weitere mechanische Teile. Und immer, wenn der studierte Architekt nicht weiter kam, fand er professionelle Hilfe, meist bei Freunden.

Im Februar 2008 wurde das Fahrzeug wieder zurück nach England in die Nähe von London zu einem bekannten Karosseriebauer namens Ian Pitney transportiert. Dieser Experte versah in dreimonatiger Handarbeit den Riley mit einem neuen Kleid. Danach, wieder in Illingen, standen diverse Detail- und Feinarbeiten auf dem Programm, die Kür für den Perfektionisten.

Vor zwei Jahren drückten die Ingenieure des Technischen Überwachungsvereins ihren Stempel auf die Zulassung, es war vollbracht.

Bei schönem Wetter kann man jetzt Michael Leinenbach, oft zusammen mit seinem Sohn Dion, bei Ausflügen in die Umgebung beobachten. Der Riley schnurrt mit seinen 50 PS, die er aus zwei Litern Hubraum schöpft, durch die Landschaft. Und immer wenn Leinenbach Station macht mit seinem Riley, ist der Riley die Attraktion. Staunend umstehen die Leute das einzigartige Fahrzeug. "Ein Auto ist eben nicht nur ein Fortbewegungsmittel", sagt der Kunstliebhaber und Baumeister. "Es ist auch ein Kunstwerk."

Auf einen Blick

Es ist ein Hobby, das nicht nur viel Zeit kostet, sondern oft auch jede Menge Geld verschlingt. Trotzdem finden Oldtimer immer mehr Liebhaber. In einer Serie stellt die SZ Menschen und ihre liebevoll gepflegten alten Schmuckstücke vor. Rufen Sie an unter Telefon (0 68 21) 9 04 64 50 oder mailen Sie an rednk@sz-sb.de. ji