Vom Bohren dicker Bretter

Bubach-Calmesweiler. Als Bill Clinton im November 1992 zum amerikanischen Präsidenten gewählt wurde, war er schon längst im Amt: Werner Michel amtiert seit dem 24. Februar 1992 als Ortsvorsteher von Bubach-Calmesweiler. Damit feiert der 65-Jährige in diesen Tagen sein 20-jähriges Dienstjubiläum und hat Clinton bereits jetzt um zwölf Amtsjahre überflügelt

Bubach-Calmesweiler. Als Bill Clinton im November 1992 zum amerikanischen Präsidenten gewählt wurde, war er schon längst im Amt: Werner Michel amtiert seit dem 24. Februar 1992 als Ortsvorsteher von Bubach-Calmesweiler. Damit feiert der 65-Jährige in diesen Tagen sein 20-jähriges Dienstjubiläum und hat Clinton bereits jetzt um zwölf Amtsjahre überflügelt. Wie viele Jahre noch kommen werden, steht in den Sternen. "Ich bin bis 2014 gewählt", betont Michel im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. "Dann muss man mal sehen."An guten Ideen, "seinen" Ort weiter zu voran zu bringen, mangelt es dem zweifachen Familien- und Großvater jedenfalls nicht. Die Gestaltung des Brunnenplatzes beim Schloss Buseck als ein Zentrum für Calmesweiler liegt dem seit einem Jahr pensionierten Logistikmanager einer Glashütte aktuell am Herzen. Auch gegen Leerstände in dem 2100 Einwohner zählenden Eppelborner Gemeindeteil will Werner Michel sein Möglichstes tun. Insbesondere entlang der B 10 gäbe es viele Häuser, in denen nur noch ein bis zwei ältere Menschen wohnen würden, weiß der Ortsvorsteher. Hier sollen keine Bauruinen entstehen, junge Leute nach Bubach-Calmesweiler gelockt oder zumindest im Ort gehalten werden. "Wir haben noch eine relativ junge Bevölkerung", sagt Michel. Und das solle sich auch so schnell nicht ändern. Dass der gebürtige Bubacher kommunalpolitische Themen durchaus anzupacken weiß, kann ein langjähriger politischer Weggefährte nur bestätigen. "Der Bau der Hirschberghalle, die Neugestaltung des Dorfplatzes mit Borre Eck in Bubach, der Erhalt des Schlosses Buseck und der Neubau des Krippenhauses am gemeindeeigenen Kindergarten in Calmesweiler hätten ohne seine Mitwirkung kaum realisiert werden können", lobt Eppelborns Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz. Und weiter: "Auch die Wahlergebnisse in Bubach-Calmesweiler machen deutlich: Ortsvorsteher Werner Michel hat sich bei seinen politischen Mitbewerbern, aber auch bei den Bürgerinnen und Bürgern hohe Anerkennung und Respekt erworben."

1974 trat Michel in die CDU ein. Damals kämpfte er als Vorsitzender des örtlichen Roten Kreuzes beim damaligen Ortsvorsteher Hans Groß für neue Räumlichkeiten seines Ortsvereins. Natürlich mit Erfolg. "Es ist immer von Vorteil, wenn man der gleichen Partei angehört", so Michel augenzwinkernd. Irgendwann suchte die den Groß'schen Nachfolger und wählte Werner Michel. "Als Ortsvorsteher ist man jeden Tag gefragt, manchmal von früh morgens bis in die Abendstunden", erläutert Michel. Trotzdem habe er seine damalige Entscheidung nie bereut. Auch wenn es Dinge gab, die nicht spurlos an Michel vorübergingen. Etwa die persönlichen Angriffe in Zusammenhang mit einem Mobilfunkmast im Ort vor wenigen Jahren. Aber auch die hat er überstanden. "In der Politik muss man Geduld haben und dicke Bretter bohren, wenn man etwas erreichen will", weiß der Ortsvorsteher. Da können manchmal sogar 20 Jahre eine zu kurze Zeit sein, um alles, was man sich vorgenommen hat, zu erreichen. "Als Ortsvorsteher ist man jeden Tag gefragt, manchmal von früh morgens bis in die Abendstunden."

Werner Michel