Diese Pflanzen hat keiner lieb Vom bösen Riesenbärenklau und Knöterich

Kreis Neunkirchen · Der eine ist nicht nur dick und große - er kann auch übelste Hautverletzungen verursachen. Der andere buttert alle übrigen Pflanzen unter. Infos zu den Neophyten gibt es beim Umweltamt des Landkreises.

 Auch entlang von Straßen findet man gerne den Riesenbärenklauf. Vorkommen sollten gemeldet werden.

Auch entlang von Straßen findet man gerne den Riesenbärenklauf. Vorkommen sollten gemeldet werden.

Foto: Petra Pabst

Drei Jahre führte der Landkreis Neunkirchen eine Erfassung der Herkulesstaudenbesände, besser bekannt als Riesenbärenklau, durch. Mittlerweile  ist das Thema beim Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LuA) angesiedelt. Der Riesenbärenklau oder Haracleum Mantegazzianum gehört zu den eingeschleppten Pflanzen, die sich aggressiv vermehren und bei Kontakt mit dem Pfalnzensaft schwerste Verbrennungen verursachen können. „Das gibt richtige Brandblasen“, sagt denn auch der Leiter des Umweltamtes Ottweiler und BUND-Landesvorsitzende Christoph Hassel auf SZ-Anfrage. Deshalb gilt nur eines: Weg mit dem Ding, sobald es gemeldet wird. „Das geht allerdings nur mit Gesichtschutz und am besten, wenn die Pflanze verblüht ist.“ Gerade vor Kurzem erst, so erinnert sich Hassel, ist der Bauhof der Stadt Ottweiler ausgerückt, um die Pflanzen im Bereich des Flowtrail zu vernichten. Besonders im Bereich von Spielplätzen mag man sie gar nicht gerne.

Weil die Pflanze so besonders problematisch ist, hat auch das Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz jede Menge Infos zusammengefasst.. Im vergangenen Jahr erst hat Minister Reinhold Jost eine neue Broschüre zum Thema vorgestellt, die übers Ministerium angefordert werden kann Doch nicht nur, dass die aus dem Kaukasus stammende Pflanze mit dem in Stängel und Blättern enthaltenen Furanocumarin Hautirritationen ähnlich Verbrennungen dritten Grades verursachen kann - vor allem in Verbindung mit Sonnenbestrahlung - sie verdrängt durch ihre Größe (bis vier Meter hoch und Dolden bis über 50 Zentimeter) auch andere Pflanzen. „Wirtschaftliche Schäden können so durch erhöhte Ufererossion der befallenen Bereiche am Gewässer entstehen“, heißt es. Mittlerweile gibt es den Riesenbärenklau, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze und später für die Bienen eingeführt wurde, in allen Kommunen des Kreises. Als Beispiele findet man noch auf der Seite des Kreisumweltamt das Rödchestal bei Spiesen, den Ortsausgang von Stennweiler Richtung Welschbach.  

Eine komplette Beseitigung der Pflanze scheint unmöglich, wichtig sei jedoch, dass die Staude zumindest dort, wo viele Menschen zu finden sind - Parks, Wege, vor allem Spielplätze - beseitigt werden soll. Das kann man durch durchstechen der Wurzel (bei Einzelpflanzen und kleineren Beständen), Bekämpfung durch Mähen (mehrmals im Jahr), um alle Samen zu erreichen, muss über mehrere Jahre bekämpft werden, Schutzkleidung ist unbedingt erforderlich, Beweidungsprojekte durch geeignete Tiere. Der Beginn sollte, so raten die Umwelt-Experten, dort stattfinden, wo nur einzelne Pflanzen auftreten, damit sich die Bestände nicht weiter ausbreiten. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Beseitigung besteht auch für Kommunen nicht. Informationen über das Vorkommen der Pflanzen nehmen die Umweltämter der Städte und Gemeinden entgegen.

Das gilt im Übrigen nicht nur für den Riesenbärenklau. Denn auch der asiatische Staudenknöterich ist beispielsweise kein gern gesehener Gast und wird in der genannten Broschüre behandelt. „Hier gibt es allerdings kaum Rückmeldungen aus der Bevölkerung“, weiß Hassel. Im Bereich des Eberstein bei Wiebelskirchen gibt es eine großere Fläche, sagt der BUND-Vorsitzende. Die werde runtergemäht, damit sich die Pflanze nicht weiter ausbreite. Denn das Problem mit dem Knöterich ist: er ist zwar nicht giftig, überwuchert aber gerne mal andere Pflanzen und wirkt so der Artenvielfalt entgegen. Aus diesem Grund gehört der asiatische Staudenkönerich ebenso wie der Riesenbärenklau und auch inzwischen die Beifußblättrige Ambrosie zu den problematischen invasiven Neophyten (siehe Info).

 Für seine aggressive Verbreitung ist der japanische Staudenknöterich, auch Sachalinknöterich genannt, bekannt. Er verdrängt einheimische Pflanzen.

Für seine aggressive Verbreitung ist der japanische Staudenknöterich, auch Sachalinknöterich genannt, bekannt. Er verdrängt einheimische Pflanzen.

Foto: picture alliance / WILDLIFE/dpa Picture-Alliance/WILDLIFE

Infos: über www.saarland.de

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