Volksbank bündelt die Kräfte

Bundesweit bauen Banken und Sparkassen ihre Filialnetze um. Geschäftsstellen mit geringer Kundenfrequenz müssen weichen. Die Institute fassen das Personal in leistungsfähigeren Einheiten zusammen. Jetzt schließt sich auch die Volksbank Neunkirchen diesem Trend an. Einige kleinere Geschäftsstellen entfallen dadurch.

. Die seit 2004 mit der Bank 1 Saar fusionierte Volksbank Neunkirchen konzentriert ihr Beratungsangebot auf weniger Standorte. In der Kreisstadt entfallen deshalb demnächst die Geschäftsstellen am Oberen Markt und in der Bahnhofstraße. Beide werden zusammengelegt mit der Zweigniederlassung am Unteren Markt. Hangard und Fürth sollen - banktechnisch gesehen - mit Wiebelskirchen verschmelzen.

In einem Pressegespräch erläuterten Filialdirektor Mathias Bähr und der Vorsitzende des Regionalbeirates der Bank, Heinz Neis, die Beweggründe. Bähr: "In größeren Filialen kann man mehr Beratungsqualität vorhalten." Er betont, dass die Kunden heute - je nach Lebensphase - eine ganzheitliche Beratung schätzen und zugleich sehr viel differenziertere Bank-Dienstleistungen in Anspruch nehmen als früher. "Auch die Betreuung und Beratung außerhalb der Geschäftszeit nimmt zu", stellt Bähr fest. All dies lasse sich in kleinen Filialen kaum noch realisieren. Die Volksbanker verschweigen allerdings auch nicht, dass die mit der anhaltenden Niedrigzinsphase gesunkenen Margen jede solide geführte Bank bewegen, Einsparmöglichkeiten auszuloten. Zumal sich das Kundenverhalten grundlegend geändert hat. Standardgeschäfte wie das Abheben von Bargeld, das Ausdrucken von Kontoauszügen oder das Überweisen von Rechnungsbeträgen wickeln die meisten Kunden längst über Automaten beziehungsweise das Internet ab. Die Möglichkeiten im Netz will die Bank 1 Saar noch weiter ausbauen.

Die betroffenen Kontoinhaber werden jetzt nach und nach von den Beratern der Bank über die bevorstehenden Änderungen informiert. Sie behalten die Wahlmöglichkeit, ob sie sich mit ihrem eigenen Konto sozusagen dem Umzug der Bankmitarbeiter anschließen wollen, oder ob sie bei dieser Gelegenheit womöglich lieber zu einer anderen Bank-1-Saar-Filiale wechseln möchten, weil diese beispielsweise näher beim eigenen Arbeitsplatz liegt.

Im Übrigen investiert die Volksbank Neunkirchen nicht unerheblich, um die gestärkten Standorte am Unteren Markt und in Wiebelskirchen zeitgemäß und zukunftsfest zu gestalten. Der Servicebereich am Unteren Markt ist bereits fertig. Die jetzt noch ausstehenden Arbeiten sind so terminiert, dass die Geschäftsstellen Oberer Markt und Bahnhofstraße letztmals am 13. November dieses Jahres öffnen werden.

Ganz so sicher sind die zeitlichen Prognosen für Wiebelskirchen nicht. Der dort geplante Umbau erfordert den vorübergehenden Einsatz von Beratungscontainern. Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiter aber fertig sein. Parallel mit der Wiedereröffnung in Wiebelskirchen schließen dann Hangard und Fürth, wo die Filiale immer noch den längst überholten Panzerglas-Look der 60er Jahre hat.

Schon vor den Zusammenlegungen in der Kreisstadt gibt es auch zehn Kilometer Luftlinie entfernt eine Bündelung der Kräfte. Im September geht die Bank-1-Saar-Filiale Hüttigweiler in der größeren Vertretung in Illingen auf.

Bemerkenswert ist sicherlich die Zusage, dass die beschlossenen Filial-Zusammenlegungen keine Arbeitsplätze kosten werden. Filialdirektor Mathias Bähr weiß zu berichten, dass die Bank-1-Saar in Neunkirchen heute sogar mehr Arbeitsplätze hat als die Volksbank zum Zeitpunkt der Fusion vor elf Jahren. Der Grund: In Neunkirchen sind auch der von Dietmar Gerber geleitete Geschäftskundenbereich für den Raum Neunkirchen und St. Wendel, das Marktservice-Center als Dienstleister für alle Bank-1-Saar-Filialen im ganzen Saarland sowie die Abteilung "Marktfolge Passiv" angedockt.