Zu Gast am GaK Neunkirchen Vintage78: Ungewöhnliches, Neues, Reizvolles

Neunkirchen · Mit der genauso vieldeutigen wie vielversprechenden Programmankündigung „Vintage78: Crossover, Swing, Chansons und mehr” lud das Gymnasium am Krebsberg zum ersten Mal nach langer Zeit wieder zu einem Konzert in der Reihe „Zu Gast am GaK“ in die Aula der Schule.

Vintags78 am Krebsberg-Gymnasium Neunkirchen

Vintags78 am Krebsberg-Gymnasium Neunkirchen

Foto: Ralf Christofori​

Das begeisterte Publikum durfte ein ungeheuer breites musikalisches Spektrum genießen, wie es in einer Mitteilung der Schule heißt. Da trifft Bill Whithers („Ain‘t no Sunshine, when she‘s gone“) auf Johann Sebastian Bach („Bist du bei mir“), C. Saint-Saëns auf Heinz-Rudolf Kunze oder Udo Lindenberg auf John Dowland. Solche „Doubletten“ in eigenwilligen Arrangements werden ergänzt durch Jazz-Standards und Eigenkompositionen. Die Band Vintage78 kombiniert scheinbar unzusammenhängende Songs oder Stücke miteinander und erreicht dadurch etwas ganz Ungewöhnliches, unorthodox Neues, buchstäblich Reizvolles.

Ein wenig verweist der Bandname auf diese Mischung: „Vintage“ bezeichnet nicht nur das „Klassische“ und „Traditionelle“, sondern auch das „Erlesene“. 78 ist das Jahr des ersten Auftritts in Saarbrücken, damals noch unter dem Namen Bari Jaag.

Zu dieser Formation gehörten schon Martin Stark (Geige, Bratsche, Klavier), Erich Steiner (Kontrabass) und Volkmar Straßberger (Gitarre). Diese Drei haben ebenso wie Schlagzeuger Mark Hubertus eine besondere Verbindung zum GaK: Sie haben dort gelehrt oder tun es noch.

Auf dem soliden rhythmischen Fundament aus Schlagzeug, Kontrabass und Rhythmusgitarre konnten die Solisten brillieren. Manuela Simmler besticht mit ihrer klassisch ausgebildeten Stimme, die sie äußerst variantenreich zur Geltung bringt. So beispielweise im Duett mit dem Bassisten Steiner (Udo Lindenberg: „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“) und klassisch im Anschluss daran mit Dowlands „Come again“. Ebenso Cornell Wegmann, der alle Holzblasinstrumente meisterhaft beherrscht und das Publikum nicht nur mit einer Bach-Fuge, sondern auch mit seinen Jazz-Saxophon-Soli begeisterte. Starks Komposition „Tritonius und Retour“ und seine Vertonung des Wondratschek-Gedichts „Ich bin kein Engel“ zeigen seine musikalische Klasse ebenso wie seine Klavierbegleitung und seine Geigen-Soli. Von besonderer Originalität waren die Bass-Soli von Steiner und seine Adaptionen von Arrangements der Gruppe „Frau contra Bass“ zusammen mit Simmler.

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