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Viel Beifall für die erste Christmas Gala

 Begleitet vom und auf Einladung des Silent Explosion Orchester sangen und spielten Künstler zur Christmas Gala in der Neuen Gebläsehalle. Hier Frank Nimsgern und Thomas Siffling.
 Begleitet vom und auf Einladung des Silent Explosion Orchester sangen und spielten Künstler zur Christmas Gala in der Neuen Gebläsehalle. Hier Frank Nimsgern und Thomas Siffling. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Die rund 350 Besucher in der Neunkircher Gebläsehalle waren begeistert vom Programm und den Ausführenden. Von Joshua Michel

 Eine gelungene Premiere in der Vorweihnachtszeit erlebte Neunkirchens Neue Gebläsehalle: Jazz-Time. Pünktlich um 20 Uhr betreten die Musiker die Bühne. Noch in der selben Minute folgt der musikalische Auftakt. Schon im gehaltenen Schlussakkord applaudieren die etwa 350 Gäste begeistert. In der Gebläsehalle hat an diesem Abend die erste Christmas Gala stattgefunden. Hauptakteur ist das 2014 gegründete Silent Explosion Orchestra. In Big-Band-Besetzung spielen sie Swing und Jazz Standards, aber auch jazzige Arrangements bekannter Stücke wie „English man in New York”.



Gründer des Jazz-Orchesters ist der Schlagzeuger Kevin Naßhan (25) aus Saarlouis. Er hat etwa 17 weitere junge Instrumentalisten sowie die beiden Sänger Svenja Hinzmann und Andreas Braun um sich versammelt. Der Kern besteht dabei aus Studenten der Hochschule für Musik Saar. Aber auch Künstler aus Mainz, Mannheim und Luxemburg gehören dazu. Doch nicht genug.

Der Moderator und Trompeter Thomas Siffling (sowie Kurator und Produzent) stellt für den zweiten Song zwei weitere Gäste vor. „Wir haben heute die beiden Saarbrücker Frank Nimsgern und Oliver Strauch hier. Und zur Begrüßung spielen wir das Stück ‚Walking Tiptoe’.” Nimsgern (Komponist und Produzent) an der E-Gitarre, leitet das Stück mit einer Solo-Einlage ein. Das Orchester setzt ein. Doch diesmal sind zwei Schlagzeuger dabei. Denn Oliver Strauch (Komponist und Produzent) stößt zu Naßhan hinzu. Im Verlauf des Stücks kommt es zu einem Schlagzeug-Solo. Sogar zu einem Duo. Oder ist es gar ein Duell? Strauch und Naßhan trommeln im Wechsel, was das Zeug hält. Es ist ein spannungsvoller Schlagabtausch, dem der gesamte Saal, das Publikum sowie die übrigen Musiker fast atemlos beiwohnen. Im Anschluss des Stücks verrät Siffling, dass Strauch der Schlagzeug-Lehrer Naßhans gewesen sei.

Nach dem Lied „Have yourself a Merry Christmas” stellt der Moderator den nächsten special Guest vor. Cindy Berger ist extra aus Berlin angereist, um mit dem Silent Explosion Orchestra aufzutreten. „Es ist bestimmt schon 30 Jahre her, dass ich mit Big Band gesungen habe. Da habe ich dem Angebot direkt zugestimmt”, erzählt Berger. „Und die Qualität dieser Musiker ist wirklich toll”, lobt sie. Aber sie wolle nicht ihre Hits „Immer wieder Sonntags”, oder „Spaniens Gitarren” singen“, sondern das, womit sie angefangen habe. Gospel und Spirituals. Es folgt ein Medley bekannter Stücke wie „Blowin’ in the Wind (No more Auction Block)“, „Joshua fit the Battle of Jericho” und „Hallelujah”.

Brigitte Varszegi (64) aus Spiesen kauft sich in der Pause die neue CD „Prologue” des Orchesters. Ihr gefällt das Konzert. „Besonders weil es Big-Band-Musik ist. Wann hört man das heute noch?”, sagt Varszegi im Gespräch mit der SZ. „Das versetzt mich etwas in meine Jugend zurück.” Zuerst sei sie etwas skeptisch gewesen, aber sie bereue es absolut nicht, doch vorbei gekommen zu sein.



„Die Musiker sind gut und die Zusammenstellung der Lieder gefällt mir. Ich finde das Konzert sehr gut”, sagt Varszegi. „Und besonders stechen für mich die beiden Schlagzeuger heraus. Das hat etwas, wenn die spielen.”

Für die CD „Prologue” wird es am 4. Februar ein Release Konzert im Theater am Ring in Saarlouis geben.