Langenstrich Verkehrsengpass im Langenstrich?

Neunkirchen · SZ-Leserin klagt über immer mehr Falschparker in Neunkircher Langenstrichstraße. Stadt und NVG wiegeln ab.

 Man ahnt es: Wenn auf der rechten Seite, im Parkverbot, Autos stehen, wird es für Busse und Lkw schwierig, durch die Langenstrichstraße zu fahren.

Man ahnt es: Wenn auf der rechten Seite, im Parkverbot, Autos stehen, wird es für Busse und Lkw schwierig, durch die Langenstrichstraße zu fahren.

Foto: Marc Prams

So langsam aber sicher findet Nadine Chafai es nicht mehr lustig, was sich da jeden Tag vor ihrem Laden in der Langenstrichstraße in Neunkirchen abspielt. Denn die Park- und damit die Verkehrssituation in der schmalen Einbahnstraße verschlimmere sich zunehmend, findet Chafai, die dort den gleichnamigen Handyshop betreibt. „Das Problem sind die Falschparker, die ihre Autos trotz Halteverbot auf der linken Seite hier abstellen. Das hat dann zur Folge, dass Busse oder Lkw immer häufiger nicht mehr vorbeikommen“, sagt Chafai. Immer häufiger würde das zu teilweise waghalsigen Manövern führen, die immer mal wieder Blechschäden zur Folge hätten. So wie im November vergangenen Jahres, als ein Bus, bei dem Versuch, sich seinen Weg zwischen Falschparkern auf der einen, und ordnungsgemäß abgestellten Wagen auf der anderen Seite  zu bahnen, gegen den Wagen von Nadine Chafai fuhr. Das Resultat: „Mein Wagen war danach ein wirtschaftlicher Totalschaden, sodass ich mehrere Monate keinen Wagen mehr hatte.“

Blechschäden, wie beispielsweise abgefahrene Spiegel oder Kratzer im Lack seien keine Seltenheit. „Im  Gegenteil, solche Unfälle kommen in letzter Zeit immer häufiger vor“, sagt die Ladenbetreiberin. Zwar seien es meistens Kurzparker, die im Halteverbot stehen „und schnell was erledigen wollen“, aber bei dem hohen Verkehrsaufkommen im Langenstrich sei ein Engpass dann quasi programmiert.

Bei der Neunkircher Verkehrsgesellschaft kennt man das Problem im Langenstrich zwar, Fahrdienstleiter Klaus Schmidt wiegelt aber ab. „Die Parksituation dort ist zwar nicht besonders glücklich, aber es gibt jede Menge Straßen, in denen es solche Engpässe gibt“, sagt Schmidt. Von daher sei die Langenstrichstraße keine Besonderheit. Zwar sei es generell so, dass das Verhalten im Straßenverkehr zunehmend rücksichtsloser werde, dass sich die Parksituation im Langenstrich aber in letzter Zeit verschlimmert habe, kann Schmidt nicht bestätigen. „Es ist ganz üblich, dass dort, wo Gewerbe betrieben wird, viele Kurzparker sind, auch im Halteverbot. Aber ganz klar ist ja, dass wir Gewerbe in der Stadt brauchen“, betont er.

Nadine Chafai ist wichtig, dass sie weder den Bus- noch den Lkw-Fahreren den schwarzen Peter zuschieben möchte. „Vielleicht“, sagt sie, „würden mehr Kontrollen etwas bringen.“ Für die müsste dann die Stadt Neunkirchen sorgen, wo man allerdings von den Äußerungen Nadine Chafais etwas überrascht scheint.

„Aktuell liegt keine Beschwerde über Verkehrsbehinderungen in der Langenstrichstraße, insbesondere des Linienverkehrs, vor“, teilt Holger Janes, Leiter des städtischen Ordnungsamts, auf Anfrage mit. „Hier wäre es sinnvoll, wenn sich der Beschwerdeführer mit dem Ordnungsamt in Verbindung setzen würde, um sowohl den von den mutmaßlichen Verkehrsbeeinträchtigungen betroffenen Bereich sowie den Zeitraum eingrenzen und gezielt verstärkte Überwachungsmaßnahmen planen zu können“, lautet seine Rat.

2016 seien in der Lagenstrichstraße durch 538 Verwarnungsgelder wegen falschen Parkens ausgesprochen worde, im laufenden Jahr seien es bisher nur 186, so der Ordnungsamtsleiter.