Verkaufsoffener Sonntag mit Tag des Hundes in Neunkirchen

Verkaufsoffener Sonntag : Tierischer Kaufsonntag in Neunkirchen

Neue Leinen für die Vierbeiner, neue Sommer- sachen für die Zweibeiner – beim verkaufsoffenen Sonntag mit „Tag des Hundes“ kamen alle auf ihre Kosten.

Wo ist eigentlich der Klimawandel, wenn man ihn mal braucht? Zum verkaufsoffenen Sonntag in Neunkirchen mit „Tag des Hundes“ unter dem Motto „Zeigt her eure Pfoten“ konnte man jedenfalls wieder die Winterjacke raussuchen. Ungemütliche acht Grad, dazu regnete es immer wieder.

Aber das Konzept, den Kaufsonntag mit einem anderen Event zu koppeln, ging auf. Viele Vereine und Organisationen waren mit Infoständen präsent, Menschen und Tiere belebten die Bahnhofstraße, vor allem, wenn zwischendurch mal die Sonne herauskam.

Hundebesitzer sind ja per se hart im Nehmen und sozusagen „wetterfest“. „Wir gehen ja auch so bei Wind und Wetter mit den Hunden raus“, erklärte Nicole Meisner lachend, die aus dem St. Wendler Land mit ihren beiden Mischlingshunden Inka und Anja „angereist“ war. Sie wollte sich erst mal auf der „Hundemeile“ umsehen, und dann noch einen Abstecher ins Saarpark-Center machen. Trotz des regnerischen Wetters „mal gucken, was es so an Sommersachen gibt“. Aber bevor das Frauchen dran war, gab es was für die Hunde: neue Leinen und Geschirre in schickem Pink – die gab es nämlich beim Tag des Hundes auch an einem der Stände zu kaufen. Ebenso wie selbst gebackene Hundekekse und allerlei Zubehör für die Vierbeiner.

Herzstück der kleinen Messe war der große, eingezäunte Parcours in der Mitte, wo verschiedene Vorführungen liefen: Unter anderem zeigte der Schäferhundeverein Wiebelskirchen, was „Helfer auf vier Pfoten“ so alles drauf haben.

Viel Applaus bekamen auch Rüdiger Kramer aus Kleinblittersdorf und Toby das Erdmännchen für ihre Vorführung. Wobei Toby mitnichten ein Erdmännchen ist, sondern vielmehr ein Jack-Russell-Terrier mit Showstar-Qualitäten: Bauklötze auf der Nase balancieren, oder ein Sparschwein füttern – kein Problem. Die kleine Fellnase eroberte die Herzen des Publikums im Handumdrehen, auch und gerade dann, wenn mal etwas nicht perfekt klappte. „Der Hund ist ja keine Maschine“, erklärte Rüdiger Kramer denn auch. Angeborener Spieltrieb und Gelehrigkeit machten es Toby möglich, solche Kunststücke zu lernen. „Aber das kann man nicht forcieren, das ist wie Sport und regelmäßiges Training beim Menschen“, so Kramer. Und Toby ist schon ein besonderes Talent. So war der Vierbeiner auch schon mehrfach beim Fernsehen und Sieger bei verschiedenen Castings, zum Beispiel für Film- oder Werbeproduktionen, wie Rüdiger Kramer erzählte. Das Mensch-und-Team Toby und Rüdiger ist jedenfalls hervorragend eingespielt. Und Toby verstand es auch ziemlich gut, seinem Menschen die Goudawürfelchen aus der Tasche zu ziehen – zur Freude der Zuschauer.

Viele kleine, große und richtig große Hunde waren da mit ihren Besitzern unterwegs, man kam schnell ins Gespräch über die Vierbeiner, die sich beschnüffelten und neue Freundschaften schlossen, sie wurden gestreichelt, gefüttert und umsorgt – natürlich gab’s auch eine Hundetankstelle und man konnte feine Leckerlis kaufen.

Dass es längst nicht allen Tieren so gut geht, darauf machten zum Beispiel die Mitglieder des Vereins Hundepfoten Saarpfalz aufmerksam. „Wir engagieren uns ehrenamtlich im Tierschutz und kümmern uns insbesondere um Hunde aus der Slowakei“, erklärten Inecke Bronder und Beatrix Große. Dort sei das Leben eines Hundes einfach nicht viel wert, Tierschutz gebe es kaum. Viele Hunde gehen in Tötungsstationen zugrunde. Wer über den Mitgliedsbeitrag hinaus helfen will, kann Hunde aus der Slowakei als Pflegehunde aufnehmen oder aber auch einen Hund „adoptieren“. Inecke Bronders Mischlingshündin Bambi stammt ebenfalls von dort; sie fristete, wie viele ihrer Artgenossen, ihr Leben in einer Tötungsstation. Dass sie leben darf und ein neues Zuhause fand, ist dem Einsatz der Vereinsmitglieder zu danken.

Vier- und Zweibeiner von oben: Die Aktionen für Hund und Herrchen in der Neunkircher Bahnhofstraße kamen sehr gut bei den Besuchern an.

Von Tierschutz über die Hundeschule bis zum Heimtierservice in Urlaubszeiten – ein breites Spektrum deckte die Messe ab, die Angebote fanden guten Anklang. Viele Hundefreunde schauten auch auf einen kurzen Einkaufsbummel, zum Aufwärmen oder auf einen Kaffee im Saarpark-Center vorbei. Das zeigte sich zur besten Einkausfzeit am Nachmittag: Da war dann – nach eher verhaltenem Auftakt – im doppelten Wortsinn tierisch viel los auf der Einkaufsmeile.

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