Vater baute Puppenhaus nach Rückkehr aus dem Krieg

Vater baute Puppenhaus nach Rückkehr aus dem Krieg

Illingen. Wie ein wertvolles Museumsstück mutet es an - sicher untergebracht hinter Glas in einer großen Vitrine. Doch für Christel Kiefer hat ihr Puppenhaus vor allem einen sentimentalen Wert: Vom Vater nach dessen Rückkehr aus dem Krieg gebaut, erhielt die gebürtige Neunkircherin die Puppenstube als Weihnachtsgeschenk im Jahr 1947

Illingen. Wie ein wertvolles Museumsstück mutet es an - sicher untergebracht hinter Glas in einer großen Vitrine. Doch für Christel Kiefer hat ihr Puppenhaus vor allem einen sentimentalen Wert: Vom Vater nach dessen Rückkehr aus dem Krieg gebaut, erhielt die gebürtige Neunkircherin die Puppenstube als Weihnachtsgeschenk im Jahr 1947. "Das Haus besteht aus zwei Stuben: einer Küche und einem Schlafzimmer. Diese Aufteilung war wohl damals so üblich", weiß Christel Kiefer.Wie einen Augapfel hütet die Illingerin seit jeher das wertvolle Geschenk des Vaters. So befindet sich die gesamte Ausstattung noch im Originalzustand und hat ohne größere Blessuren bereits rund 64 Jahre überstanden - seien es die bunten Tapeten oder der abwaschbare Boden. "Meine Mutter hat für das Puppenhaus extra Bett- und Tischdecken gesäumt und von Hand genäht", verrät Christel Kiefer bei einem Blick auf die Einrichtung der Stube.

Bewohnt wurde die kleine Behausung übrigens zu keiner Zeit: "Ich hatte früher zwar drei Puppen, aber die waren alle zu groß für das Haus", entsinnt sich die Illingerin.

Nachdem sie sich während ihrer Kindheitstage einige Jahre intensiv dem wertvollen Geschenk widmete, war es stets der feste Entschluss Christel Kiefers, die Puppenstube später einmal als schöne Erinnerung an die damalige Zeit zu erhalten. "Viele Andenken sind mir von meinen Eltern nicht geblieben", bedauert sie. Daher behandelte sie das wertvolle Andenken stets mit größter Sorgfalt.

Bereits mehrere Umzüge überstand die Stube und noch heute entfernt die gebürtige Neunkircherin jedes Staubkorn, das sich auf den Einrichtungsgegenständen absetzt. "Ich kümmere mich um das Puppenhaus so gut es geht. Was die Nachwelt dann einmal damit macht, weiß ich nicht", erklärt die Illingerin. Doch darf sie durchaus darauf hoffen, dass die Puppenstube aus ihrer Kindheit noch weiteren Familiengenerationen als Erbstück erhalten bleiben wird.

Denn unter ihren drei Kindern und sechs Enkelkindern wird sich sicherlich einmal jemand dem Erhalt dieses wertvollen Andenkens widmen. eib

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