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Uchtelfanger Kirche aus "Umklammerung" befreit

Uchtelfanger Kirche aus "Umklammerung" befreit

Uchtelfangen. 150 Jahre lang lehnten sich zwei kleine Häuschen an die evangelische Kirche in Uchtelfangen, zwängten sie ein und verstellten den Blick auf das barocke Kirchenbauwerk. Das ist nun Geschichte. Bagger entfernten gestern die beiden Häuser, befreiten die Kirche von der Umklammerung und machten den Weg frei für eine Neugestaltung des Umfeldes

Uchtelfangen. 150 Jahre lang lehnten sich zwei kleine Häuschen an die evangelische Kirche in Uchtelfangen, zwängten sie ein und verstellten den Blick auf das barocke Kirchenbauwerk. Das ist nun Geschichte. Bagger entfernten gestern die beiden Häuser, befreiten die Kirche von der Umklammerung und machten den Weg frei für eine Neugestaltung des Umfeldes.Pfarrer Reinhold Wawra spricht von einer "erheblichen Aufwertung nicht nur des unmittelbaren Umfeldes der Kirche, sondern des ganzen Ortes und von einer städtebaulichen Stärkung von Uchtelfangen". Ein kleiner Park werde an der Stelle der beiden Häuser entstehen, wenngleich die Detailplanung noch nicht abgeschlossen sei, so Wawra. "Ganz andere Möglichkeiten eröffnen sich nun für uns", so Wawra. Hochzeiten und andere Feste können direkt neben der Kirche gefeiert werden. Auch das Barockfest, dessen dritte Auflage nach 2001 und 2008 im übernächsten Jahr die Uchtelfanger erleben können, werde von der neuen baulichen Lage profitieren. Der Abriss der beiden Häuser war möglich geworden, nachdem die Kirchengemeinde vor gut zehn Jahren das erste der beiden Gebäude erwerben konnte. Nach längeren Verhandlungen mit einer Erbengemeinschaft wurde im Sommer dieses Jahres auch das zweite Haus gekauft, berichtet Wawra.

Die Geschichte der evangelischen Kirche in Uchtelfangen reicht bis ins Jahr 1575 zurück, als Graf Philipp von Nassau-Weilburg die Reformation im heutigen Uchtelfangen einführte. An der Stelle der ersten Reformationskirche entstand 1770 das heutige barocke Kleinod, das 1925 und 1926 noch einmal umgebaut wurde.

Die Gemeinde Illingen unterstützt den Abriss im Rahmen ihres Programmes "Melanie" mit 10 500 Euro, noch kurz vor dem Ende von "Melanie" Ende des Jahres. "Melanie" ist ein Projekt im Rahmen des 2030-Prozesses gegen Leerstand. Die Gemeinde Illingen will den Auswirkungen des demografischen Wandels entgegensteuern und mit aktivem Management Leerstandsprobleme mildern oder beseitigen. Das Projekt will die Entwicklung der Dörfer fördern und Ortskerne beleben. eng