Treffen bei Bienen und Bernstein

Tobias Hans (CDU), Sören Meng (SPD) und Tina Schöpfer (Grüne) stellen sich am Sonntag, 8. November, den Bürgern im Kreis Neunkirchen zur Landrats-Wahl. Die SZ hat das Trio zu Hause besucht, um mehr über die Menschen hinter den Politikern zu erfahren. Heute: Sören Meng aus dem Neunkircher Stadtteil Wiebelskirchen.

. Lauritz (wird bald acht Jahre alt) findet es toll, dass sein Vater wegen des SZ-Besuchs endlich einmal schon am Nachmittag zu Hause ist. Denn seit sich Sören Meng, zurzeit hauptberuflicher Beigeordneter seiner Heimatstadt Neunkirchen , im Mai entschlossen hat, sich um die Position des Landrates zu bewerben, muss der Sohn noch häufiger als vorher auf das Komplett-Paket beider Eltern verzichten. Mutter Alexandra Karr-Meng (wie ihr Ehemann Jahrgang 1974) tritt seit der Geburt von Lauritz beruflich etwas kürzer. Die Trainerin und Beraterin für Führung und Kommunikation arbeitet in Teilzeit für eine Krankenkasse, ist als Coach auch freiberuflich unterwegs. So bleibt genug Zeit für den Sohn, der dem SZ-Team zwar sehr gerne sein Halloween-Kostüm präsentiert, zum Familien-Foto dann aber doch in Zivil erscheint.

Seit 1993 sind Alexandra und Sören ein Paar. Beide waren damals in Arbeitsamt-Diensten, haben sich dank diverser Fortbildungen beruflich weiterentwickelt. 1999 wurde geheiratet und anschließend das gemeinsame Haus in Wiebelskirchen gebaut. Was angesichts der Steillage viel Kreativität erforderte. Die Mühe hat sich aber gelohnt. Hinterm Haus erschließt sich ein terrassierter Hanggarten, auf immergrün getrimmt, mit viel Buchs und Efeu, aber auch mit blühenden Elementen. Ganz oben die Bienen , mit denen sich Sören Meng beschäftigt, seit der Sohnemann im vergangenen Schuljahr an einem entsprechenden Projekt teilnahm. "Das macht Spaß, 83 Kilo Honig haben wir geerntet", gibt die Familie zu Protokoll.

Drinnen in der von hellen Möbeln dominierten Wohnung wird der Blick gleich auf die unaufdringlich-präsente Sammlung von Bildern und kleinen Skulpturen gelenkt. Einen besonders hervorgehobenen Platz nimmt ein Walter-Bernstein-Gemälde im lichtdurchfluteten Obergeschoss ein. Kein typischer Bernstein (der Künstler stammte aus Schiffweiler) mit Industrie-Motiv in eher gedämpften Farben, sondern ein leuchtendes Werk mit Vogelwesen. "Rudolf Hinsberger, mein Chef in meiner Zeit als Pressesprecher im Landratsamt, hat bei mir das Interesse an bildender Kunst geweckt", erzählt Sören Meng. Und in dem bis dato eher an der Musik und dem Schreiben von Gedichten und Kurzgeschichten Interessierten wurde die Sammel-Leidenschaft geweckt. Regionale Künstler wie Bernstein, Ferdinand Selgrad ("meine erste Erwerbung"), Hans Huwer, Ruth Engelmann-Nünninghoff oder Margit Bauer finden sich mit ihren Werken in Wiebelskirchen wieder.

Weil ihm die Beschäftigung mit den Künsten so viel Freude macht, setzt Meng dies auch im Wahlkampf ein: "Meng mit Muse" heißt die CD, die er verteilt. Unterstützt von musikalisch renommierten Freunden wie Nino Deda oder Uwe Rosar hat er beispielsweise ein Lied mit eigenem Text ("Dehemm is Dehemm") und eine eigene Kurzgeschichte (gelesen von Markus Müller) aufgenommen, auch selbst gesungen.

Wenn ihn der Weg ins Landratsamt führt, will Meng im Januar 2016 dort im Chefsessel sitzen. "Ich kann mein Dezernat, zu dem auch der Flüchtlings-Bereich gehört, schließlich nicht Hals über Kopf verlassen", so Meng. Allen Kandidaten hat die Saarbrücker Zeitung Satzanfänge zur spontanen Ergänzung vorgelegt. So hat SPD-Landratskandidat Sören Meng diese Aufgabe erledigt.

Wenn ich als Landrat gewählt werde, wird meine erste Amtshandlung sein, mit meinen neuen Mitarbeitern, von denen ich sehr viele längst kenne, sofort loszulegen. Schließlich gibt es viel zu tun im Interesse von Bürgerinnen und Bürgern und Kreis .

Das bisherige Arbeitszimmer des Landrates im Ottweiler Witwenpalais ist dank Alt-Landrat Rudolf Hinsberger von großem Kunstverstand geprägt. Ich werde an dem geschmackvollen Raum nichts ändern, allenfalls etwas ergänzen.

Dass die Kreisverwaltung auf zwei Städte und zehn Standorte verteilt ist hat sich im Sinne der Bürgernähe, publikumsintensive Ämter sind schließlich in der Kreisstadt Neunkirchen angesiedelt, durchaus bewährt.

Zurzeit lese ich den Krimi "Steinbruch" des saarländischen Autors Klaus Brabänder. In dem Buch geht es um Korruption, Bestechung und Vorteilsnahme.

Konzerte gehören zu unserem Leben. Meine Frau und ich mögen besonders Konstantin Wecker , schätzen aber auch Musical- und Theater-Produktionen und natürlich heimische Künstler wie beispielsweise Nino Deda.

Politisches und Privates trenne ich. Allerdings gibt es in unserem Umfeld auch viele Menschen, mit denen beides verbunden ist.

Zu einem schönen Sonntag gehört ganz unbedingt auch die gemeinsame Zeit mit der Familie.

Meine Ferien verbringe ich gerne zu Hause. Im Winter zieht es uns auch zum Skifahren nach Österreich, wobei Lauritz mittlerweile besser fährt als wir Eltern. In den vergangenen Ferien waren wir am Gardasee.

Familie ist das Wichtigste überhaupt und die Grundlage, um mit Elan arbeiten zu können.

Zum Thema:

Auf einen BlickIm Vorfeld der Landratswahl veranstalten Saarbrücker Zeitung und Saarländischer Rundfunk am Montag, 19. Oktober, 19 Uhr, im Veranstaltungs- und Kulturzentrum Illipse (Burgweg) in Illingen eine Podiums-Diskussion mit den drei Kandidaten Tobias Hans (CDU ), Sören Meng (SPD ) und Tina Schöpfer (Grüne). Für die SZ moderiert Regionalleiter Manfred Krause, für den SR sitzt Thomas Gerber mit auf dem Podium. Nach einer Vorstellungsrunde der Bewerber um die Position des Verwaltungschefs im Neunkircher Landratsamt sind die Besucher aufgerufen, sich an der Diskussion zu beteiligen. sl