Tausende Flüchtlinge stranden in Butare

Tausende Flüchtlinge stranden in Butare

In der Stadt Butare in Ruanda sind 15 000 Flüchtlinge gestrandet. Sie haben dort Zuflucht gesucht vor den Unruhen im Nachbarland Burundi. Darauf hat Bischof Nathan Gasatura von der Diözese Butare der Anglikanischen Kirche hingewiesen.

Auf die angespannte Lage in der Region Butare in Ruanda hat Bischof Nathan Gasatura von der Diözese Butare der Anglikanischen Kirche am Donnerstag bei einem Partnerschaftsbesuch im evangelischen Kirchenkreis Saar-Ost hingewiesen. Die aktuelle Situation in Butare sei geprägt vom großen Zustrom an Flüchtlingen, die zurzeit vor den Unruhen im Nachbarland Burundi in Ruanda Zuflucht suchten, berichtete Gasatura bei einem Treffen in Neunkirchen mit Superintendent Gerhard Koepke, Jugendreferentin Ulrike Zuda-Tietjen und Rüdiger Burkart vom Arbeitskreis Weltmission und Ökumene des Kirchenkreises.

Allein in der Stadt Butare seien über 15 000 Flüchtlinge gestrandet, die nun versorgt werden müssten, so Gasatura. Dabei habe es sich die Diözese Butare zur Aufgabe gemacht, vor allem die Situation der Flüchtlingskinder mit vorschulischen und schulischen Angeboten zu verbessern. Der evangelische Kirchenkreis Saar-Ost und die anglikanische Diözese Butare in Ruanda sind seit 1985 partnerschaftlich verbunden.

Im gemeinsamen Gebet dankte Gasatura Gott für alle Hilfe, die Butare in diesen Tagen aber auch in der Vergangenheit erreicht habe. Besonderen Dank sprach er für die Unterstützung des Kirchenkreises Saar-Ost bei der Errichtung einer Handwerkerschule aus. Nach einem Jahr Schulbetrieb haben die ersten Handwerkerinnen und Handwerker eine Ausbildung abgeschlossen und durchlaufen nun ein dreimonatiges Berufspraktikum bevor sie ihr Abschlusszeugnis erhalten. Dies gebe ihnen eine echte Chance, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aktuell sind in der Schule etwa 70 junge Frauen und Männer in Ausbildung. Der Kirchenkreis Saar-Ost hat den Schulbau finanziell unterstützt, außerdem engagieren sich im Kirchenkreis viele Christen als Patinnen und Paten, die jungen Leuten den Besuch weiterführender Schulen ermöglichen.

Für 2016 plant Jugendreferentin Ulrike Zuda-Tietjen einen Jugendaustausch. Jugendliche aus Ruanda sollen eingeladen werden, um den Kirchenkreis und das Saarland in einem dreiwöchigen Aufenthalt näher kennenzulernen. Hierfür können sich junge Deutsche zwischen 17 und 23 Jahre, die Interesse an interkulturellen Erfahrungen haben, beim Kirchenkreis anmelden unter Telefon (06821) 8 69 29 20.