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SZ-Serie „Ich packe meinen Koffer“ im Robinsondorf Furpach

SZ-Serie „Ich packe meinen Koffer“ : Werwölfe passen in die Popcorn-Pfanne

Urlaubszeit, Reisezeit. Sie kennen das Spiel „Ich packe meinen Koffer und nehme mit“? Die SZ hat sich spannende Koffer öffnen und ihren Einsatz erklären lassen. Teil 8: Kinderfreizeit im Robinsondorf Furpach.

Klar, das Steinzeit-Auto muss mit aufs Foto neben die Spielekiste. Connor (9), Corbinian (9), Mika (12) und Danil (12) schaffen das Gefährt aus Holz mit dem weißen Sonnensegeldach zum Mann mit der Kamera. Entstanden ist die Holzkiste auf vier Rädern in einem Workshop während einer einwöchigen Ferienfreizeit im Robinsondorf Furpach, vergangene Woche angeboten in Kooperation von Landkreis und Stadt Neunkirchen für Kinder von sechs bis zwölf Jahren.

„Steinzeit“ das haben die beiden Betreuer Eva Wacker (29, Jugendbüro der Stadt) und Markus Wittling (46, Kreisjugendpfleger) so als großes und weit gefasstes Motto für ihre fünf Tage mit den 33 Mädchen und Jungen gewählt. Eingestimmt haben sich alle mit Filmen über „Familie Feuerstein“, also die US-amerikanische Zeichentrickserie über die Steinzeit-Helden Fred und Wilma Feuerstein mit ihrem Töchterchen Pebbles sowie Barney und Betty Geröllheimer mit ihrem Söhnchen Bamm-Bamm. Ach ja, das entzückte schon vor Jahrzehnten das Fernseh-Publikum in und um Neunkirchen. Ging den Robinson-Kindern nicht anders.

Neben dem Steinzeit-Auto entstanden auch Farben (um damit Felsen zu bemalen), Lipgloss (aus Naturmaterialien) und natürlich trocknete Stockbrot über Feuer. Sie sind aber auch Alltagsfragen nachgegangen. Beispielsweise: Wie haben sich die Menschen in der Steinzeit die Zähne geputzt?

Im Werkraum des Robinsondorfes wartet die Spielekiste das Jahr über auf ihre Einsätze. Für jede Freizeit bestücken sie die Betreuer passend. Auch Evergreens haben ihren Platz. Für die SZ haben Eva Wacker und Markus Wittling ihre Spielekiste geöffnet. Die Truhe aus Holz misst 90 mal 45 mal 44 Zentimeter. Grobe Seile liegen darin. Tauziehen haben sie auch jetzt wieder gespielt. Mädchen gegen Jungen, gemischte Teams, Betreuer gegen Kinder („wir hatten keine Chance“, Wacker). Ein Fußball muss sowieso sein, ebenso für alle Fälle das rote Erste-Hilfe-Mäppchen. Nicht fehlen darf der schwarze Aktenordner mit Offiziellem („Anmeldeformulare und Ähnliches“, Wittling). Wir entdecken weiter auch Riesenmikado, Holz-Transportmittel (Wie bringe ich eine kleine rote Kugel über Holzbahn-Elemente gemeinschaftlich zu einem Ziel?) oder auch das interaktive Kartenspiel „Werwölfe von Düsterwald“ („Bei uns heißt es Werwölfe vom Robinsondorf“, Wacker). Ziel: Die Werwölfe unter den Mitspielern identifizieren: „Das spielen die Kinder mit Begeisterung.“ In der Kiste lagert aus aktuellem Anlass aber auch Zubehör für Steinzeit-Schmuck: Beinscheiben (hach!) und gelbe Federn, Lederimitat und Perlen (für Beutel, Sandaletten, Armbänder).

Und noch was Silbermetallenes ruht in der Kiste: eine Popcorn-Pfanne. Die wird am Besuchstag unserer Zeitung auch noch gebraucht: „Zum Nachtisch gibt es heute Popcorn“, verrät Wittling. Und den Hauptgang können die Besucher erahnen: Vor dem Speisesaal hängt ein blauer Kesseltopf über der Feuerstelle. Im Kessel wird zur Mittagszeit der Eintopf brodeln (30 Liter sollten reinpassen): Kartoffen, Möhren, Lauch und Zwiebeln. „Und Wiener Würstchen“, sagt Eva Wacker. Auch wenn das kein Steinzeit-Essen sei. Manche Dinge müssen aber einfach sein.

Alle Teile unserer Serie lesen Sie unter: www.saarbruecker-zeitung.de/koffer-im-einsatz