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„Superlösung“ wird es nicht geben

„Superlösung“ wird es nicht geben

Sie ist seit Jahrzehnten das Reiz-Thema schlechthin in Wellesweiler: die hohe innerörtliche Verkehrsbelastung. Nun zeichnet sich eine machbare Lösung zur Verkehrslenkung ab. Diese wurde von Mitarbeitern des Landesbetriebs für Straßenbau in einer gut besuchten Bürgerversammlung vorgestellt.

. Wenn man zu einer Bürgerversammlung geht, erwartet man nicht unbedingt ein 14-köpfiges Gremium im Podium. So geschehen am Donnerstagabend im Gemeindezentrum St. Johannes, wo sich über 70 Wellesweiler Anwohner unter anderem sechs Mitarbeitern der Stadtverwaltung gegenüber sahen. Von Anfang an auf Deeskalation aus, betonte Bürgermeister Jörg Aumann , dass "noch keine Festlegungen getroffen wurden". Es liegen lediglich "Handlungsempfehlungen und Optionen" zur künftigen Verkehrslenkung vor, Anregungen sind erwünscht. Wobei klar sei: "Es wird keine Lösung geben, die alle zufrieden stellt." Denn den Verkehr wird man nicht los (im Gegenteil: "Bei ZF stehen 1500 Arbeitsplätze im Raum), man kann ihn nur mehr oder weniger vernünftig lenken.

Grundlage dazu ist die von Mario Kindel vom Landesbetrieb für Straßenbau vorgestellte neue "Verkehrsuntersuchung Neunkirchen-Wellesweiler". Diese ermittelte am Brückenkopf und an der Einmündung der L 227 auf den Autobahnzubringer L 287 die größte Belastung und damit den größten Handlungsbedarf. Für den ersten Bereich sieht die favorisierte Lösung zwei Mini-Verkehrskreisel in der Homburger Straße als Ersatz für die zwei Ampelanlagen vor, einen vor und einen nach der Bahnunterführung. Für die zweite kritische Stelle verspricht eine Verlängerung der Rechtsabbiegespur nach Wellesweiler auf 100 Meter in Kombination mit einer Vollsignalisierung der Kreuzung den größtmöglichen Effekt. Hoffnung auf die "Superlösung Verlängerung Industriestraße", so Landesbetrieb-Direktor Michael Hoppstädter, wolle man nicht machen. Dass diese achtstellige Investition getätigt werde, sei "unrealistisch". Zumal man in Wellesweiler mit maximal 5000 Fahrzeugen pro Tag längst nicht die größte Belastung habe wie etwa in Völklingen mit mehr als 20 000.

Im Vorfeld hatte sich zu dem bereits bestehenden "Bürgergremium Bergstraße-Hirtenstraße-Homburgerstraße" noch eine weitere Bürgerbewegung von Anwohnern der Bergstraße gebildet. Von Erschütterungen der Häuser berichtete ein Anwohner, der bereits zu Rissen an den Fassaden geführt habe. Fast niemand halte sich an das 30 km/h Tempolimit. Stellvertretend für beide Initiativen und den Ortsrat, wandte sich Hans Günther Sachs an die Verwaltung: "Fangt bitte irgendwo an, an einem Zipfel."

Was gar nicht so einfach ist. Die Verlegung der öffentlichen Parkplätze in der Bergstraße auf die andere Straßenseite ist laut Tiefbauer Sascha Kieczewsky eine Strabs-Maßnahme in Größenordnung von 450 000 Euro, von denen 45 Prozent auf die Anlieger umgelegt werden müsste. Die geforderte Überwachung des Lkw-Fahrverbots sei Sache der Vollzugspolizei und habe bei deren personeller Ausstattung "keine Chance", erklärte Holger Janes. Doch es gab auch gute Nachrichten. Steht doch die mit 20 000 Euro veranschlagte Deckensanierung der Bergstraße für Frühjahr/Sommer 2015 auf der städtischen Agenda.