| 20:30 Uhr

Tosender Applaus
Stimmgewand(t) läutet das Jahr besinnlich ein 

Furpach. Den Mittelgang erhellt eine Allee flackernder Kerzen. Rechts neben dem Altar ist eine Weihnachtskrippe aufgebaut. Über ihr hängt der Stern von Bethlehem. Einst soll er Caspar, Melchior und Balthasar nach Bethlehem geführt haben. Und vielleicht hat er am Sonntag auch die etwa 150 Menschen in die katholische Kirche nach Furpach geführt. Von Joshua Michel

Denn dort trat um 17 Uhr das Ensemble Stimmgewand(t) unter Leitung von Michael Marz auf. Das Programm des Weihnachtskonzerts stand unter dem Namen „Ich stehe an deiner Krippe hier”. Zu hören waren weihnachtliche Chormusikstücke von Renaissance bis zur Moderne. Gelegentlich begleitete Ulrich Seibert mit Orgel oder Klavier. Und zwischen einigen Liedern lasen manche der Sänger Texte vor. Diese behandelten dann weihnachtliche Themen, wie den Wunsch nach Frieden, die Bedeutung des Schenkens oder die Liebe zu Gott und den Menschen.



Da das Ensemble zu Beginn des Konzerts darum bat, während der Aufführung nicht zu klatschen, entlud sich die Begeisterung des Publikums zum Schluss in einem tosenden Applaus. Mehrere Minuten zollten sie ihren Beifall im Stehen klatschend. Nach der fünften Verbeugung des Ensembles endete der Applaus. „Wir singen immer wieder von Frieden, und den wünsche ich ihnen”, sprach Dirigent Marz zum Publikum. „Darum geht es immerhin an Weihnachten, sonst macht Weihnachten keinen Sinn.” Nachdem Marz die Zugabe ankündigte, gab es erneut begeisterten Applaus. Und im Anschluss der ersten Zugabe forderte die Zuhörerschaft in Einheit klatschend die Zweite ein.

„Es war super Klasse. Ein Hochgenuss nach Weihnachten und zu Beginn des neuen Jahres”, so Leo-Hubert Kappes. Er war mit seiner Frau aus dem Odenwald angereist. Denn seine Schwägerin singt im Chor mit. „Ich bin selbst Chorsänger und muss sagen, dass man es besser fast nicht machen kann”, so Kappes. Er berichtet weiter: „Gerade das Ubi Caritas ist ein schweres Lied. Es ist ein Markenzeichen für hohe Qualität, dass der Chor es nach dem Konzert als Zugabe gebracht hat.”

Lioba Simon-Atzert kommt aus Furpach und war schon auf mehreren Konzerten des Ensembles. „Ich besuche die Konzerte immer wieder gerne. Und die werden von mal zu mal besser”, so Simon-Atzert. „Es ist sehr schön, dass das Konzert so nach den ganzen Feiertagen ist. Während dem ganzen Weihnachtsstress findet man so gar keine Muße“, sagtet sie.

Tatsächlich veranstaltete das Ensemble Stimmgewand(t) seine Weihnachtskonzerten schon öfter nach Neujahr. Im Chor habe man gemerkt, dass die Leute nach den Feiertagen noch das Bedürfnis nach Weihnachten haben. Wenn die Anspannung des Dezembers von ihnen abfalle, seien sie auch empfänglicher für die Musik. Außerdem gibt es die Auffassung, dass die liturgische Weihnachtszeit 40 Tage andauere. Und zwar bis zu Maria Lichtmess am 2. Februar. So verkündete es auch der ehemalige Papst Benedikt XVI. Aber manche legen das Ende der Weihnachtszeit auch auf den Sonntag nach dem Dreikönigstag fest. In jedem Fall hat das Ensemble Stimmgewand(t) das Jahr mit einem gelungenem Konzert eingeläutet.