1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Neunkirchen

Stimm- und Gitarren-Virtuosen begeistern im kleinen Kreis

Stimm- und Gitarren-Virtuosen begeistern im kleinen Kreis

Wemmetsweiler. Ein frisch renovierter Kuppelsaal im Rathaus in Wemmetsweiler, eine einfache Bühne, zwei Musiker und vielleicht 20 Zuhörer. "Wir haben viel Konkurrenz heute Abend. Ich hoffe, Sie wissen, worauf Sie sich eingelassen haben." So begrüßte Peter Kroll-Ploeger am Samstagabend sein Publikum. Ein Profi spielt sein Programm, ob volles Haus oder nicht

Wemmetsweiler. Ein frisch renovierter Kuppelsaal im Rathaus in Wemmetsweiler, eine einfache Bühne, zwei Musiker und vielleicht 20 Zuhörer. "Wir haben viel Konkurrenz heute Abend. Ich hoffe, Sie wissen, worauf Sie sich eingelassen haben." So begrüßte Peter Kroll-Ploeger am Samstagabend sein Publikum. Ein Profi spielt sein Programm, ob volles Haus oder nicht. Und professionell sind sie, der Gitarrist und die Sängerin Alexa Wichner. Gleich mit dem ersten Titel beweist sie die Qualität ihrer Stimme. "Rolling in the deep" von der aktuell sehr angesagten Adele. "Wir sind berüchtigt dafür, dass wir uns an Dingen vergreifen, die uns Spaß machen." Einfach ist es sicher nicht, anspruchsvoll arrangierte Popsongs auf nur eine Gitarre umzuschreiben, schwierig auch für Alexa Wichner oder Titel von Weltklassesängerinnen wie Pink, Nelly Furtado oder auch Ella Fitzgerald nachzusingen. Ab einer gewissen Höhe wird ihre sonst so angenehme Stimme hart und metallisch. Leisere, tiefere Töne wie in dem Titel von Christian Aguilera "You always save me from myself" oder "Fields of Gold" in der Version von Eva Cassidy passen ihr wesentlicher besser.Richtig schön wird es, wenn die aus Kasachstan stammende Alexa Wichner in ihrer russischen Muttersprache singt. Eine der Zugaben ist der Welthit von Mary Hopkin "Those were the days", der auf einem russischen Volkslied basiert. Zum ersten Mal an diesem Abend springt der Funke über und das Publikum klatscht im Rhythmus mit.

Kroll-Ploegers virtuoses Gitarrenspiel zeigt sich ganz besonders bei seinen Eigenkompositionen, die im Fingerstyle gespielt werden. "Wenn ich da was vergurke, merkt's keiner", sagt er und scheint sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Auch die Tatsache, dass nur so wenige Leute zu diesem Konzert gekommen sind, nimmt er mit Humor und begrüßt das Publikum nach der Pause: "Ich hoffe, es ist niemand gegangen. Ich zähle vorher immer durch." Viel zu zählen gab es nicht, aber dafür viel zu hören. iri