Sterben wird immer teurer

Um 12 bis 24 Prozent werden die Friedhofsgebühren in Neunkirchen steigen. Zähneknirschend hat der Stadtrat am Mittwochabend dieser Beschlussvorlage der Verwaltung zugestimmt. Das Gesamtpaket „Friedhöfe“ soll im kommenden Jahr aber auf den Prüfstand.

. Das Thema Friedhöfe und Bestattungskosten ist bekanntlich hochsensibel, weil sich die Bürger davon unmittelbar betroffen fühlen. Dennoch sah sich die Verwaltung um Oberbürgermeister Jürgen Fried jetzt gezwungen, die Gebühren anzuheben. Begründung: Die Kosten für das Bestattungswesen liegen höher als die Einnahmen, was sich auch die zweitgrößte Stadt des Saarlandes nicht leisten kann. Die Kommunalaufsicht fordert einen Kostendeckungsgrad von wenigstens 65 Prozent. Die bisher geltende Gebührensatzung datiert von 2012.

Hier einige Beispiele der Bestattungskosten, wie sie ab Januar 2016 erhoben werden (in Klammern die bisherigen Gebühren). Reihengrab für anonyme Urnen 1030 Euro (870 Euro ); Reihengrab für Urnen als Wiesengrab 1388 Euro (1238 Euro ); Reihengrab für Urnen 1160 Euro (1010 Euro ); Familiengrab für Urne als Wiese 1625 Euro (1435 Euro ); Familiengrab für Urnen (1345 Euro (1155 Euro ); Reihengrab als Wiesengrab 2692 Euro (2382 Euro ); Familiengrab mit zwei Stellen 3840 Euro (3120 Euro ); Familiengrab als Wiesengrab 5574 Euro (4854 Euro ). In der Verwaltungsvorlage werden zum Vergleich Nachbarkommunen und andere saarländische Städte gelistet, wobei sich zeigt, dass die Gebühren recht unterschiedlich sind.

Durch die Bank forderten die Sprecher von SPD , CDU , Linke und FDP/Grünen, die Verwaltung auf, sich - im Interesse der Bürger und ihrer sich ändernden Wünsche - Gedanken über das Friedhofswesen und die angebotenen Bestattungsformen (es fehlen Urnenwände!) zu machen. Pirat Steven Latterner regte an, wenigstens bei der günstigsten Bestattungsform (Reihengrab für anonyme Urnen) auf eine Erhöhung zu verzichten.

Vor allem Dauerparker, die in der City arbeiten, trifft die Anhebung der Parkgebühren auf den städtischen Flächen "Zwischen den Hochöfen" und Gasstraße. Sie sollen damit "ermuntert" werden, auf kostenlose Plätze an der Peripherie auszuweichen, um damit diese City-Parkplätze für Besucher und Kunden in Neunkirchen freizumachen.

Die Grundsteuer B trifft Hausbesitzer. Bei deren Erhöhung geht es um eine Verbesserung der Einnahmen der kommunalen Haushalte, so auch gefordert von Gutachter Junkernheinrich. 2015 lag in Neunkirchen der Hebesatz bei 380 Prozent. Vorschlag der Verwaltung 460 Prozent (Junkernheinrich forderte bereits für 2012 477 Prozent). Die Fraktionen - so Willi Schwender für die SPD , Karl Albert für die CDU , Siegfried Schmidt für FDP/Grüne - einigten sich auf moderatere 420 Prozent. Andrea Küntzer (Linke) lehnte mit Verweis auf eine Erhöhung bereits 2014 ab.

Weil die Zoo GmbH alljährlich einen "Nachschlag" in Höhe von mehr als 100 000 Euro aus dem städtischen Haushalt braucht, soll Anfang 2016 über ein neues Konzept für den Tiergarten beraten werden. Zoodirektor Norbert Fritsch liefert dazu eine Vorlage, in der auch ein Fünf-Jahres-Plan dafür sorgen soll, die Finanzen besser steuern zu können.

Neunkirchen bemüht sich weiter, für eine Globus-Ansiedlung im Bereich Westspange/B 41 das Gelände bereitstellen zu können. Die entsprechende Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes wurde vom Rat gebilligt. Zurzeit läuft ein Raum-Ordnungsverfahren. Die Stadtverwaltung möchte bekanntlich das Areal aus dem Bereich der LIK Nord (Zweckverband Landschaft der Industriekultur) herauslösen und dafür Alternativ-Flächen einbringen.