Stadt Neunkirchen verliert Einwohner, Zuzug hält Zahlen recht stabil

Kostenpflichtiger Inhalt: Einwohnerentwicklung in Neunkirchen : Zuzug hält die Kopfzahl hoch

Stadt Neunkirchen legt statistische Daten von 2019 vor. Nach Jahren der Erholung wieder leichter Einwohner-Schwund.

Die Zahl der Einwohner in der Kreisstadt Neunkirchen ist halbwegs stabil. Die neuesten Zahlen des Melderegisters weisen zum Jahresende 2019 genau 47 585 Personen mit Haupt-  oder alleiniger Wohnung in der Kreisstadt aus. Die Einwohnerzahl, erläutert die Stadtverwaltung weiter, ist damit im vergangenen Jahr leicht gesunken, genau um 288 Köpfe. Zwischen 2004 und 2009 verlor sie im Schnitt pro Jahr annähernd 400 Einwohner.

Die demographische Entwicklung hat wie in anderen Städten auch in Neunkirchen über Jahre hinweg Sorgen bereitet. Denn die Alterung der Gesellschaft bei gleichzeitige sinkender Einwohnerzahl bringt einiges an Problemen mit sich. Wer kümmert sich, wenn die Menschen immer älter und damit auch in ihrem letzten Lebensabschnitt pflegebedürftiger werden? Wie erhält eine Stadt ihre Infrastruktur aufrecht, zum Beispiel saubere Wasserleitungen, wenn in manchen Straßen zunehmend Häuser leerstehen? Nicht zuletzt fehlt Geld in der Stadtkasse, wo Finanzierungen vom Land an der Zahl der Bewohner festgemacht weden. Neunkirchen hat den Abschwung zuletzt aufgehalten und wieder ein Einwohner-Plus registriert. Das hatte die Stadt der Zuwanderung zu verdanken. Sowohl die Osterweiterung der Europäischen Union als auch der Zuzug von Flüchtlingen insbesondere aus Syrien bis Ende 2017 hat Neunkirchen davor bewahrt, weiter deutlich zu schrumpfen.

Um die Jahrtausendwende lebten noch rund 50 000 Menschen in der Stadt. Ihre Zahl ging in den folgenden zehn Jahren immer weiter zurück. Nach dem Melderegister war Mitte 2013 ein Tiefpunkt erreicht: Die Stadt hatte noch 46 574 Einwohnern. Prognosen sahen die Möglichkeit, dass die Kreisstadt bis 2050 auf etwa 30 000 Menschen schrumpfen könne. Mit der Zuwanderung wurde dieser Trend fürs Erste gestoppt. Was den demographischen Wandel ausmacht, zeigt insbesondere ein Vergleichspaar: Geburten und Sterbefälle. Im vergangenen Jahr sind in Neunkirchen 299 Babys registriert worden, während 589 Menschen gestorben sind. Mithin sterben fast doppelt so viele, wie auf die Welt kommen.

Nach den aktuellen Zahlen des Rathauses liegt der Anteil der Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit in der Stadt bei 82,7 Prozent. Die Zahl der abgewanderten Bewohner mit deutscher Staatsangehörigkeit überstieg die Zahl der Zuzüge um 199. 4753 Personen besitzen neben der deutschen noch eine weitere Staatsangehörigkeit. Die stärksten ausländischen Gemeinschaften bilden die Italiener mit 1743, gefolgt von 1634 syrischen, 1194 bulgarischen und 814 rumänischen Staatsangehörigen. Von insgesamt 8519 ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, erläutern die Statistiker weiter, stammen 4628 aus Ländern der EU. Laut Statistischem Bundesamt besaßen 2018 25,5 Prozent der Bewohner Deutschlands einen Migrationshintergrund. Auf Grundlage der Auswertung des Melderegisters lag der Anteil in Neunkirchen zum Jahresende bei rund 28 Prozent.