Stadt Neunkirchen geht gezielt gegen Schädlinge vor

Eichenprozessionsspinner : Stadt geht gezielt gegen Schädlinge vor

In den letzten Wochen waren zahlreiche Meldungen über das Auftreten des Eichenprozessionsspinners aus vielen Teilen des Landes zu lesen, so schreibt die Stadtpressestelle. Auch in Neunkirchen ist in diesem Jahr ein deutlich verstärktes Auftreten festzustellen, so heißt es aus dem Rathaus.

Aufgrund der mit den Brennhaaren der Raupen verbundenen Gesundheitsgefahren wurden bereits an mehreren Duzend Eichen Nester durch eine Fachfirma entfernt.

Der Eichenprozessionsspinner ist Teil der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, allerdings hat insbesondere der milde und trockene Winter 2018/2019 zu einer deutlichen Erhöhung der Population geführt. Da die Raupen sowohl Pflanzenschädlinge (Kahlfraß an Bäumen), wie auch Gesundheitsschädlinge sind, wird das Auftreten des Eichenprozessionsspinners bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts dokumentiert. Aus diesen Aufzeichnungen ergibt sich, dass in Abhängigkeit von Nahrungsangebot und Auftreten von Fressfeinden, die Population starken Schwankungen unterworfen ist.

Trotzdem müssen zum Schutz der menschlichen Gesundheit geeignete Maßnahmen getroffen werden. Beim Kontakt mit Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners können Hautausschlag mit Juckreiz, Beschwerden an den Augen und in den oberen Atemwegen auftreten. In seltenen Fällen können auch die unteren Atemwege betroffen sein; kann ein anaphylaktischer Schock auftreten. Die Stadtverwaltung nimmt die möglichen Gesundheitsgefährdungen ernst, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, und reagiert nach Risiko-Einschätzung mit abgestuften Maßnahmen auf festgestellten Befall. Bei nur geringem Befall in Bereichen mit wenigen möglichen Menschenkontakten werden an öffentlichen Wegen lediglich Warnhinweise angebracht, befallene Bäume gegebenenfalls abgesichert.

An stark frequentierten öffentlichen Wegen, an Schulen, Kindertageseinrichtungen und in Parkanlagen muss der Befall beseitigt werden. Hierzu wird eine Fachfirma beauftragt, die die Nester ohne dass sich Brennhaare über die Luft weiterverbreiten, mechanisch entfernt und anschließend fachgerecht entsorgt.

Bei Befall auf Privatgrundstücken ist der jeweilige Grundstückseigentümer gehalten, geeignete Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu ergreifen. Da die Raupe die problematischen Brennhaare regelmäßig erst ab Mai in der dritten Entwicklungsstufe entwickelt, will die Stadtverwaltung im kommenden Jahr durch Beobachtung Raupenbefall frühzeitig erkennen, um dann wenig aufwändige Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Ein Einsatz von Bioziden kommt dabei wegen der Risiken für andere Insekten, Vögel und Fledermäuse nicht in Betracht, so heißt es abschließend.

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