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Sprechstunden bei der Schulärztin

Sprechstunden bei der Schulärztin

Absicht des Projekts „Sprechstunde an Schulen“ ist es, frühzeitig als Ansprechpartner bei Problemen zur Verfügung zu stehen. Für Schüler, aber auch für deren Eltern und für deren Lehrer. Sieben Schulen sind schon dabei, weitere würden gerne mitmachen.

Kreis Neunkirchen . "Man kennt uns. Es hat sich Vertrauen aufgebaut. Wir werden angefragt." Die Schulärztinnen Ruth Wolff und Diana Thiel vom Kreisgesundheitsamt ziehen positiv Bilanz des 2011 angelaufenen Projekts Sprechstunde für Schüler an Schulen. "Wir sind offene Türen eingerannt, haben uns als Puzzleteil ins Hilfesystem eingefügt." Die Schulärztinnen sehen den "Bedarf" für ihr Angebot, das sich an alle Schulformen richtet. Sie würden die Sprechstunden auch gerne ausweiten, stoßen aber zeitlich an ihre Grenzen.

Absicht des Projekts "Sprechstunde an Schulen" war und ist, in der Fläche präsent zu sein, frühzeitig als Ansprechpartner bei Problemen zur Verfügung zu stehen. Für Schüler , aber auch für deren Eltern, für deren Lehrer . Die Sprechstunde basiert dabei auf Kooperation auch mit den Schoolworkern.

Das Themenspektrum ist groß - betrifft Körper und Seele. Da mag ein Mädchen aus einem anderen Kulturkreis Rat suchen: "Wie verhüte ich? Ich kann das zu Hause nicht besprechen." Oder gerade in der Pubertät die Fragen: "Wie kann ich abnehmen? "Was kann ich gegen meine Pickel tun?" Auch Stress mit Freunden findet in der Sprechstunde offene Ohren: "Das kommt häufiger vor als Liebeskummer." In Ausnahmefällen kann ein Gespräch die Schulärztinnen auch alarmieren: Wenn sich Schüler ausgegrenzt, gemobbt fühlen. Wenn sich Schüler um Mitschüler sorgen: "Wir haben Angst, dass er/sie sich was antun könnte."

Ein Angebot für alle

Jungs kommen übrigens ebenso häufig in die Sprechstunde wie Mädchen, beobachten die Schulärztinnen. Aber sie treten anders auf: "Jungs kommen mit einem körperlichen Symptom, aber die Seele soll gestreichelt werden." Im Gespräch kläre sich, was außer dem Wehwehchen wirklich drückt. Jungs kommen auch mit Sportverletzungen in die Sprechstunde. Zu Hause, sagen Wolff und Thiel, sei mitunter die Barriere, deshalb einen Termin beim Arzt zu machen: "Wir sind da." Bei manchen Befunden verweist die Schulärztin an den niedergelassenen Facharzt.

Individuelle Betreuung

Sprechstunde ist einmal im Monat. Mehrheitlich, so Wolff und Thiel, sind Anliegen der Schüler bei einem Sprechstunden-Besuch erledigt. Aber es gibt auch Fälle, die nachhaltig betreut werden. Grundsätzlich gilt: Gespräche sind anonym und vertraulich. Aber die Schweigepflicht kann an ihre Grenzen stoßen, wenn die Verantwortung der Ärztin das fordert: "Aber das erklären wir selbstverständlich den Schülern." An der Seite der Schulärztin hilft eine sozial-medizinische Assistentin. Immer dabei sind Blutdruckmessgerät und Pflaster, Metermaß und Waage: "Wenn ein Schüler etwa sehr klein, zart und dünn ist, behalten wir ihn im Auge."

Zur "Sprechstunde in der Schule" gehört auch ganz fest ein Kaffee im Lehrerzimmer. Denn dort spinnen sich oftmals wertvolle Gesprächsfäden. Daraus kann sich dann auch mal ein Klassenbesuch ergeben: Wenn Piercing vielleicht "in" ist, aber laienhaft gemacht böse Entzündungen mit sich brachte. Oder wenn Pubertierende umfallen, weil sie offensichtlich zu wenig essen oder trinken. Hier möchte die Schulärztin sensibel Aufklärungsarbeit leisten.

Zum Thema:

Auf einen BlickAktuell betreut Ruth Wolff die Förderschulen Lernen und geistige Entwicklung in Neunkirchen , die Gemeinschaftsschule Neunkirchen Stadtmitte und die Alex-Deutsch-Schule Wellesweiler. Diana Thiel besucht die Gemeinschaftsschule Anton Hansen Ottweiler, die Kerpenschule Uchtelfangen und die Rothenbergschule Dirmingen. Weitere Anfragen von Schulen liegen vor. cle