| 19:06 Uhr

Später Ausgleich trübt die Stimmung

Borussen-Stürmer Ruddy M'Passi (Mitte) scheitert in dieser Szene am Gonsenheimer Torwart Paul Simon. Links schaut Moussa Dansoko (Nummer 9) zu. Später traf M'Passi doch noch zum 2:1. Diese Führung sollte aber nicht reichen.Foto: Thomas Burgardt
Borussen-Stürmer Ruddy M'Passi (Mitte) scheitert in dieser Szene am Gonsenheimer Torwart Paul Simon. Links schaut Moussa Dansoko (Nummer 9) zu. Später traf M'Passi doch noch zum 2:1. Diese Führung sollte aber nicht reichen.Foto: Thomas Burgardt FOTO: Thomas Burgardt
Neunkirchen. Die junge und neu formierte Mannschaft von Borussia Neunkirchen hat noch Anlaufprobleme. Das zeigte auch das 2:2 am Sonntagabend im Ellenfeld gegen den SV Gonsenheim. Zumal Leistungsträger noch nicht in der Form der Vorsaison sind. Sebastian Zenner

Eigentlich hätte Jens Kirchen am Sonntagabend einen guten Grund zum Feiern gehabt. Der Fußballer des Oberligisten Borussia Neunkirchen erzielte nach langer Verletzungspause sein erstes Tor - und das sogar als Kapitän. Doch der späte Ausgleich des SV Gonsenheim zum 2:2-Endstand trübte die Stimmung.



"Wobei wir nach den letzten beiden Spiele froh sein können, wenigstens einen Punkt geholt zu haben", sagte Kirchen nach dem Schlusspfiff. Nach zwei Kreuzbandrissen und fast zweijähriger Zwangspause lief er vor 264 Zuschauern im Ellenfeldstadion erstmals von Beginn an auf. Weil Yannick Bach nach seiner Gelb-Roten Karte in Karbach eine Sperre absitzen musste, war Kirchen sogar Kapitän. Und in der 59. Minute verwandelte er einen Elfmeter zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung sicher. Zuvor war Stürmer Ruddy M'Passi von Gonsenheims Marc Beck regelwidrig gestoppt worden.

"Es war schön, mal wieder ein Tor zu machen. Natürlich habe ich kräftemäßig noch einiges aufzuholen. Das wird auch noch dauern. Hauptsache, das Knie hält wieder", sagte Kirchen, der zentral offensiv spielte und wenige Sekunden nach seinem Treffer unter dem Beifall des Publikums für Marcel Jung ausgewechselt wurde. Da war die Neunkircher Fußballwelt in Ordnung. Beim 0:1 unmittelbar vor der Pause sah das noch anders aus. Gonsenheims Nils Letz konnte unbedrängt aus 17 Metern abziehen und schlenzte den Ball unhaltbar ins linke Eck. "Das wurde von uns wieder desolat verteidigt. Wie schon in den letzten Spielen", ärgerte sich Kirchen. Dabei hatte Neunkirchen zuvor gute Chancen, die Pino Vituzzi (31. Minute) und M'Passi (37.) allerdings vergaben.

Immerhin saß die erste Möglichkeit nach Wiederanpfiff: Nicht einmal eine Minute dauerte es, ehe Godmer Mabouba nach einer Ecke aus dem Gewühl zum 1:1 traf. Danach war die Partie von vielen Unterbrechungen geprägt. Bis der eingewechselte Maziar Namavizadeh nach einer Ecke von Stefano Pennella aus kurzer Distanz problemlos zum 2:2-Endstand einköpfen durfte (82.).

Es bleibt festzuhalten: Die Zweikampfführung der Borussen ist in den entscheidenden Situationen zu schwach, der Abstand zu den Gegenspielern zu groß. Dazu können die Leistungsträger der starken vergangenen Saison wie Markus Schmitt oder Moussa Dansoko nach Verletzungsproblemen ihre Rolle derzeit nicht ausfüllen. Borussen-Trainer Valentin Valtchev meinte: "Die Mannschaft ist noch jung, neu formiert und steht schon jetzt unter Druck. Wenn der Kopf nicht mitmacht, machen die Beine auch nicht mit. Man kann trotzdem verlangen, dass die Truppe kämpft. Und das habe ich phasenweise vermisst."