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Sozialkaufhaus Neunkirchen wieder offen

Für kleines Geld : Das Sozialkaufhaus in Neunkirchen ist wieder geöffnet

Mit dem Neunkircher Einrichtung hilft die Diakonie Saar Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen.

Ob Empfänger von Arbeitslosengeld II, Alleinerziehende mit Kindern oder Rentner mit einem kleinen Einkommen – viele Menschen stehen finanziell vor einer großen Herausforderung, wenn sie neue Möbel, Kleidung oder Hausrat benötigen. Aus diesem Grund eröffnete die Diakonie Saar 2014 das Neunkircher Kaufhaus in der Wellesweiler Straße in Neunkirchen, in dem bedürftige Menschen mit entsprechenden Nachweisen nicht nur preiswert einkaufen können, sondern bei Bedarf auch Ansprechpartner für ihre Probleme finden. „Wir versuchen den Menschen selbst weiter zu helfen oder vermitteln sie an andere Beratungsstellen“, informiert Bereichsleiter Andreas Jene. Gleichzeitig bietet das Neunkircher Kaufhaus in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen für langzeitarbeitslose Menschen an. 47 Mitarbeiter haben Arbeitsverträge nach § 16i, 18 weitere sind auf Basis von Arbeitsgelegenheiten (AGH) beschäftigt. Kleider, Möbel, Hausrat, Spielsachen und all die anderen Dinge, die im Neunkircher Kaufhaus neue Besitzer finden, wurden gespendet. Die Beschäftigten der Einrichtung holen die Spenden ab, möbeln sie bei Bedarf in der hauseigenen Tischlerei auf, waschen, bügeln und sortieren die Kleider, räumen die Regale ein oder helfen beim Verkauf, um nur einige Beispiele zu nennen. Monika Lacin etwa war längere Zeit arbeitslos, bevor ihr durch das Neunkircher Kaufhaus der Wiedereinstieg ins Berufsleben gelang. „Mir macht die Arbeit viel Spaß und ich fühle mich wohl“, erzählt die 54-jährige, die die gespendete Kleidung nach dem Waschen bügelt. Er sei sehr froh, jetzt wieder Arbeit zu haben, betont der 59-jährige Ralf Bachmann, der nach längerer Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung in der Tischlerei der Einrichtung fand. „Die Qualifizierungs-und Beschäftigungsangebote stärken das Selbstwertgefühl der Teilnehmer und helfen ihnen dabei, wieder eine Tagesstruktur zu finden“, so Bereichsleiter Stefan Petry.

Jeden Monat nutzen rund 2000 Besucher das Angebot des Neunkircher Kaufhauses, das durch die Corona-Pandemie einige Wochen geschlossen hatte. „Ein kleines Team war allerdings auch während der offiziellen Schließung im Einsatz und konnte so in Notfällen helfen, beispielsweise, wenn jemand umziehen musste“, erzählt Petry. Seit der Wiedereröffnung Anfang Mai haben schon wieder zahlreiche Kunden das Angebot des Neunkircher Kaufhauses genutzt. Auf die Café-Ecke, die normalerweise zum gemütlichen Plausch einlädt, müssen die Besucher derzeit wegen der gesetzlichen Vorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie noch verzichten. „Wir besichtigen vorher jedes Möbelstück und klären, ob es für unser Sortiment in Frage kommt“, informiert Anleiter Martin Schulz. Auf eine ansprechende Präsentation der Ware lege man großen Wert, schließlich wolle man den Kunden auch ein angenehmes Einkaufserlebnis bieten, ergänzt Anleiterin Monika Gemeinhardt.

Das Team des Kaufhauses sucht gut erhaltene Kleidung, Hausrat, Möbel, Spielzeug und Fahrräder. Die Spenden können während der Öffnungszeiten abgegeben werden. Montags, dienstags und donnerstags hat das Neunkircher Kaufhaus in der Wellesweiler Straße 83 derzeit von 9 bis 16 Uhr, mittwochs und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Größere Mengen holen die Mitarbeiter auch gerne ab, allerdings sollte vorher unter Tel. (0 68 21) 17 71 16 ein Termin vereinbart werden.