Sorge um den Rotmilan

Wustweiler. "Wir wollen das Verfahren transparent gestalten. Jeder soll mit uns diskutieren können", erklärte Bürgermeister Armin König am Montag bei einer Einwohnerversammlung zum in Planung befindlichen Windpark auf dem ehemaligen Segelflugplatzgelände Wustweiler. Beteiligt waren außer Gemeindevertretern das Gaswerk Illingen und Experten zu verschiedenen Themenbereichen

Wustweiler. "Wir wollen das Verfahren transparent gestalten. Jeder soll mit uns diskutieren können", erklärte Bürgermeister Armin König am Montag bei einer Einwohnerversammlung zum in Planung befindlichen Windpark auf dem ehemaligen Segelflugplatzgelände Wustweiler. Beteiligt waren außer Gemeindevertretern das Gaswerk Illingen und Experten zu verschiedenen Themenbereichen. Zahlreiche Bürger waren in der Seelbachhalle in Wustweiler erschienen, schätzte Ortsvorsteher Dieter Schwarz. Einige davon sind Mitglieder der Initiative zur Wahrung schutzwürdiger Interessen der Wustweiler Bürger, die sich im Mai 2011 gegründet hat.König betonte, es handele sich bei dem Windpark um ein kommunales Projekt. Ziel seien regenerative, bezahlbare Energie, Unabhängigkeit von großen Konzernen und die Stärkung des Gaswerks als lokales Bürger-Stadtwerk. Einwohner sollen verschiedene Möglichkeiten zur Beteiligung bekommen.

Geplant sind vier Windkraftanlagen. Der Projektsteuerer Christian Synwoldt informierte über Standortfindung und technische Fragen. Da die Fläche im Landschaftsschutzgebiet liegt, sorgen sich einige Bürger um das Wohl der ansässigen Tiere. "Der Rotmilan jagt und brütet wahrscheinlich auch dort. Die Fledermäuse schalten ihr Radar in größerer Höhe aus", gab Förster Ingo Piechotta zu bedenken. Synwoldt meinte, Fledermäuse seien in der angestrebten Höhe der Windräder (70 bis 80 Meter bis zu den Rotorblättern) eher nicht zu vermuten, dies werde aber geprüft. Bezüglich des Rotmilans habe ein Gutachten keine Auflagen gemacht, wohl aber für den Kranichzug. Flöge dieser auf Grund ungewöhnlicher Wetterlage niedrig, würde die Anlage vorübergehend abgeschaltet. Wegen einer Beschwerde bezüglich der Nähe zur Wohnbebauung erklärte Holger Kröninger, Experte für die juristische Seite, die Gemeinde richte sich diesbezüglich nach einer Empfehlung der Windpotenzialstudie des Saarlandes von 800 Metern. Elke Riehm forderte einen Abstand von mindestens 1000 bis 1300 Metern, um die Gefahr einer Belastung durch Lärm und Infraschall zu minimieren. "Außerdem bitte ich zur Gewährleistung der Nachtruhe um eine Obergrenze von 32 Dezibel." In diesem Zusammenhang betonte Synwoldt den Fortschritt in der Geräuschdämmung bei modernen Anlagen. Der nächste Schritt im Verfahren ist die Genehmigung des geänderten Flächennutzungsplanes. Die Windräder, schätzte König, kommen erst 2014.

Auch Investoranfragen zum Bau einer Photovoltaikanlage im selben Gebiet wurden angesprochen. Guido Jost, Fraktionsvorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion, erklärte, dazu wäre erst eine erneute Änderung des Flächennutzungsplanes nötig. "Dies war weder im Gemeinderat, noch in den Ortsräten oder Ausschüssen bisher Thema."