Sommersemester bei der VHS Neunkirchen

Kostenpflichtiger Inhalt: VHS Neunkirchen : Öfter mal was Neues lautet die Devise

Das Programmheft der Volkshochschule Neunkirchen fürs am 3. Februar beginnende Sommersemester liegt druckfrisch bereit.

Sie wollten schon immer gerne mal was Eigenes? So wie Evelyn Hamann in dem berühmten Loriot-Sketch? Dann gibt es gute Neuigkeiten: Mit der Volkshochschule (VHS) Neunkirchen ist das jetzt möglich. Denn unter den insgesamt 179 Veranstaltungen, die die VHS im Sommersemester anbietet ist erstmals auch ein Jodel-Kurs. Am Samstag, 16. Mai, kann man mit der Baden-Württembergerin Cordula Hermenau das „Holleradidodeldu“ üben und bekommt vielleicht dann auch wie einst Evelyn Hamann sein Jodeldiplom, wer weiß.

Der Workshop ist einer von rund 50 neuen Kursen im Neunkircher VHS-Programm. „Ich halte immer die Augen offen, wo ich was finde, was sich interessant anhört. Das kommt dann in ein Körbchen auf meinem Schreibtisch. Wenn es Zeit fürs neue Halbjahresprogramm ist, wühle ich das Körbchen durch und finde das ein oder andere, was ich dann ins Programm aufnehme“, sagt VHS-Leiterin Elke Leonhardt-Jacob. Drei Jahre ist die Zweibrückerin jetzt in dieser Funktion im KULT in Neunkirchen und hat schon einiges angestoßen. Lieb gewonnene Klassiker vermischt mit immer wieder Neuem, das ist ihr Geheimnis fürs Programm. Denn sie weiß: „So bleibt man interessant.“ Auf rund 100 druckfrischen Seiten kann man’s nachblättern. Seit einer Woche sind die Sommersemester-Programme in der Verteilung, liegen in rund 150 Geschäften und an öffentlichen Stellen aus, werden verschickt an rund 2000 vorgemerkte Kunden.

Anfang Februar geht es dann auch schon los – und das überwiegend in den eigenen Räumen. Darauf ist die Leiterin nämlich besonders stolz, das zeichnet die Neunkircher vor vielen anderen Vhsen aus: Sieben unterschiedlich große Kursräume gibt es im Haus, dazu kommt ein Gymnastikraum. Und auch die Lage an sich nutzt man weidlich. Schließlich findet man im KULT.Kulturzentrum Neunkirchen auch Städtische Galerie, Musikschule/Musicalschule und Stadtbibliothek. Außer der Stadtbibliothek gehören alle zur Neunkircher Kulturgesellschaft. Kooperationen gibt es gibt es aber auch mit der. Beispielsweise wenn die Bibliothek Vorträge der VHS durch passende Büchertische ergänzt. Dass die Städtische Galerie eine ideale Ergänzung zu den Mal- und Zeichenkursen darstellt, da ganz neue Möglichkeiten auf kurzen Wegen anbietet, versteht sich von selbst.

Rund 90 Dozenten sind im kommenden Semester aktiv. Fünf Fachbereich gibt es wie gehabt, dazu kommen Studienfahrten sowie Kinderkurse. Das größte Angebot findet sich im Bereich „Gesundheit und Genuss“. „Der wächst immer mehr“, sagt Leonhardt-Jacob. Mit 59 Angeboten hat er sich an Position eins geschoben, vor den Klassiker „Sprachen“. Der kann nur mit der Teilnehmerzahl noch minimal übertrumpfen. Vor allem deshalb, weil zu den insgesamt 42 Kursen auch die Deutschkurse kommen. Diese Integrationskurse betreut Antonia Petrova. Zum Team gehören weiterhin Christina Krämer als quasi erste Ansprechpartnerin für die Teilnehmer und Thomas Haffner, der unter anderem auch selbst Kurse leitet im Bereich EDV.

„VHS für alle“, das ist es, was Leonhardt-Jacob will. Deshalb reagiert sie mit ihrem Team schnell auf Wünsche und Anregungen. Wie beispielsweise im Fachbereich eins, „Gesellschaft“. Die 22 Veranstaltungen hier sind überwiegend Vorträge, manche in Kooperation zum Beispiel mit dem Historischen Verein Stadt Neunkirchen. Oder mit dem Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel. Das hatte im zu Ende gehenden Semester im Bereich politische Bildung zum Thema Fake-News eingeladen. Eigentlich sollte das ein Vortrag werden, dann hat sich schnell eine lockere Diskussionsrunde entwickelt. Also lockert man in diesem Jahr gleich auf. Zum Thema „Antisemitismus“ wird man an Tischen sitzen, bei Getränken und Snacks und in „Bistro-Atmosphäre“ vom Referenten Impulse bekommen, um dann gemeinsam zu diskutieren. Kooperationen sind in diesem Fachbereich besonders stark ausgeprägt. Neu ist zum Beispiel im kommenden Semester die mit der Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen. Zum großen Thema Nachhaltigkeit darf man dort einen Nachmittag das Waldklassenzimmer nutzen und mit dem Waldpädagogen plaudern. Oder die Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen. Die Leonhardt-Jacob ein ganz besonderes Anliegen ist („das wird auf jeden Fall weiter ausgebaut werden“) aber noch in den Kinderschuhen steckt. Die Menschen sollen entdecken, was es in der Stadt und im näheren Umfeld so alles gibt, gerade im Bereich Wirtschaft. Eine Besichtigung im Reinraum des WZB der Lebenshilfe in Spiesen-Elversberg macht in diesem Jahr den Anfang. Eine Besichtigung pro Semester soll es künftig geben.

Im Fachbereich zwei, „EDV & Beruf“, deckt die VHS mit 18 Kursen die unterschiedlichsten Adressatengruppen ab. Seit Jahren ist hier der Senioren-Computerclub eine feste Einrichtung. Vergleichbare Clubs gibt es nun auch für Smartphone und Template. „Das bringt ja nichts, wenn die Leute einen Kurs belegen und dann nie mehr üben. In diesen Clubs können sie sich in regelmäßigen treffen austauschen und Probleme lösen.“

„Wir wollen in den klassischen Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch gerne jedes Jahr einen Anfängerkurs anbieten“, sagt Leonhardt-Jacob. Der Bedarf sei da. Zu diesen Klassikern gibt es die Ergänzung in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Beliebt: Die reinen Kommunikationskurse für Erwachsene auf verschiedenen Levels. Zu den Sprach-Klassikern kommen Exoten: Polnisch, Russisch Japanisch, Isländisch beispielsweise.

„Entspannung boomt“, weiß Leonhardt-Jacob. Deshalb ist auch der Gesundheitsbereich der Gipfelstürmer. Achtsamkeit ist ein großes Thema geworden, dazu gibt es unterschiedliche Angebote. Genuss zählt ebenfalls zum Fachbereich vier: verschiedene Tastings sind hier im Angebot. Trotz eigenem Gymnastikraum, der an allen Tagen mindestens bis 20 Uhr belegt ist, reicht die Fläche nicht aus. Mit großen Veranstaltungen wie Tai Booh oder Intervalltraining geht man deshalb in den Karchersaal in Furpach.

Dass die Kultur einen Teil des VHS-Angebotes ausmacht, das versteht sich quasi von selbst. Auch hier ist man immer im Wandel, immer bereit für Neues, wie Leonhardt-Jacob betont. So kann man mittlerweile nicht nur schreiben lernen, sondern auch, wie man sein eigenes Buch veröffentlicht. Der Filmclub bestimmt einen Teil des Neunkircher Kinoprogrammes mit, im Bereich Junge VHS hat ein Workshop sogar zur Wettbewerbs-Teilnahme gereicht. Trommelkurs mit Tobias Klee an der Steinwaldschule, Workshops mit Pantomime Jomi und ein ganz besonderer Zeichenkurs (erst wird modelliert, dann das Modellierte gezeichnet) gehen in die nächsten Runden.

Neu in den drei Jahren, seit sie in Neunkirchen ist, hat Leonhardt-Jacob die Junge VHS geschaffen. Zehn Kurse für Kinder und Jugendliche, davon drei Kinder- und Jugend-Atelier-Kurse, ergänzen das VHS-Programm. „Ich weiß, wie ich früher immer in den Ferien nach sinnvollen Veranstaltungen für meinen Sohn gesucht habe.“ Das kommt den Neunkircher Kindern und Jugendlichen nun zu gute. Jetzt können sie verschiedenste Workshops machen, wie eben bereits erwähnten Filmworkshop.

Zurückgefahren hat die VHS-Leiterin hingegen den Bereich Reisen. Hier gebe es mit den Busunternehmen zu große Konkurrenz. „Wir wollen fokussieren.“ Übrig geblieben sind drei Ausflüge. Da schwärmt Leonhardt-Jacob ganz besonders von einem: Der Fahrt mit Alt-OB Decker in Hangards Partnergemeinde Enchenbach. Zum dritten Mal wird die angeboten. Allerdings: Bevor es dort zum Flammkuchen-Essen geht, gibt es eine Besichtigung. Dieses Mal Burg Lichtenberg und Winge sur Moder. Aber Achtung: Der im VHS-Heft angegebene Termin stimmt nicht mehr. Decker kann da nicht. Bei In-Druck-Gehen des Heftes am 22. Dezember war das allerdings noch nicht klar.

Bei all dem Angebot freut sich Leonhardt-Jacob auf eine Sache noch ganz besonders: Zusammen mit der Kreis-VHS wird es erstmals eine gemeinsame Sommerakademie geben mit Kursen und Workshops im kreativen Bereich. Zurzeit wird geprüft, was und wo, nächste Woche ist ein Treffen, dann wird gemeinsam geguckt, was man ins Angebot nimmt. Das können Angebote aus bestehenden Kursen sein aber auch Neues. Klar ist: Die Sommerakademie findet von 10. bis 14. August statt, täglich von 10 bis 15 Uhr. Wobei die Angebote sowohl in den Zeiten als auch der Anzahl der Tage variieren können. „Das wird bestimmt eine spannende Sache“, sagt Leonhardt-Jacob. Und freut sich schon drauf.

Alles an einer Tafel: Die einzelnchen Fachbereiche mit den Highlights des Semesters. Foto: Elke Jacobi
Druckfrisch: Das neue VHS-Programm mit 179 Veranstaltungen auf 103 Seiten. Foto: Elke Jacobi
Bei der Programmvorstellung gibt Elke Leonhardt-Jacob Details zu den einzelnen Veranstaltungen. Foto: Elke Jacobi

„Es ist mir wichtig“, so sagt sie zum Abschluss, „dass es immer wieder was Neues gibt, ich neben dem Traditionellen immer wieder Ungewöhnliches und Interessantes anbieten kann.“ Einen Jodelkurs zum Beispiel.