„So viel Guddheid“

Bei einem Brand Ende April ist Pit Ronald zwar mit dem Leben davongekommen, seine komplette Musiker-Ausrüstung aber wurde Raub der Flammen. Die Blues Docs-Band will dem 56-Jährigen helfen.

 Am 30. April wurde der Dachstuhl des Hauses am Fischbacher Markt von den Flammen verwüstet. FOTO: RAFAEL MAILÄNDER/ FEUERWEHR
Am 30. April wurde der Dachstuhl des Hauses am Fischbacher Markt von den Flammen verwüstet. FOTO: RAFAEL MAILÄNDER/ FEUERWEHR

Ob es der Gasofen war oder etwas anderes - "keine Ahnung, man weiß nichts Genaues", sagt Pit Ronald, "aber plötzlich stand das Sofa in Flammen". Er habe versucht, es zu löschen - vergebens. Kurz darauf waren rund 80 Feuerwehrleute im Einsatz - und Pit Ronald mit einer Rauchgasvergiftung und Brandverletzungen im Krankenhaus.

Es erforderte einen "beherzten Einsatz" der Feuerwehr, wie es später hieß, um zu verhindern, dass der Brand aufs Nachbarhaus übergriff. Das ganze Haus war zunächst unbewohnbar, sechs Tage sei alles abgesperrt gewesen, erinnert sich Pit Ronald.

Seine komplette Wohnung im Dachgeschoss eines Hauses am Fischbacher Markt war ausgebrannt. Was das Feuer nicht zerstört hatte, das wurde durch Löschwasser und später durch Regen unbrauchbar. Das Sofa war dabei ein eher geringer Verlust. Neun Gitarren, darunter vier Fender aus den Jahren 1963, 1965, 1972 und 1973, verbrannten. Dazu die komplette Technik, die der Musiker , der in Gernot "Junior" Scheerers Band Professor Branntwein, in der Uwe Peter Bande und bei Captain Brandy spielte, für Auftritte braucht.

Das ist bitter für den 56-Jährigen. Er habe jetzt schon eine ganze Weile in keiner Band mehr gespielt, weil er drei Jahre lang beruflich weg war. "Ich wollte mich aber jetzt wieder auf das Wesentliche konzentrieren", sagt er. Und weil "böse Buben" in den alten Proberaum in Sulzbach eingebrochen waren, hatte er erst kurz vor dem Brand alle seine Sachen von dort "nach Fischbach unters Dach geholt", erzählt Pit Ronald. Er erlebt aber gerade nicht nur, wie das ist, wenn etwas richtig dumm gelaufen ist. Da ist auch eine gute Erfahrung, nämlich die, wie es ist, wenn man Freunde hat. Pit sei ein Freund, sagt Martin Herrmann. Deshalb hat er mit seiner Band Blues Docs ein Benefizkonzert für Pit Ronald organisiert. "Musiker helfen Musikern", sagt Martin Herrmann.

Am Freitag, 23. Oktober, steigen daher nicht nur er und seine Blues Docs auf die Bühne in der Jahnturnhalle Quierschied. Unter anderem haben sich auch die Bluesrock-Band Jollycaster, Gernot "Junior" Scheerer aus Neunkirchen und Anisha Ehrbacher angesagt. Es werde wohl noch weitere "Special Guests" geben, sagt Martin Herrmann. Los geht es um 19 Uhr. Vom Erlös soll sich Pit Ronald eine neue Gitarre und einen Verstärker kaufen können.

Pit Ronald hat die Idee überrascht. Aber er sei froh, solche Freunde zu haben - und es sei ja klar: "Bei so viel Guddheid kann ich nicht nein sagen."

Wobei er bei aller Liebe zu seinen Gitarren sagen müsse: Dass er selbst nicht mehr als Verletzungen an der Hand und im Gesicht abbekommen hat, sei schon großes Glück gewesen. Es hätte noch schlimmer ausgehen können.

pitronald.com