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So geht der Zug
So schön, wie noch keiner zuvor

So war es im vergangenen Jahr. Die Gardemädchen der Daaler marschieren durch die Menge am Mantes-la-Ville-Platz. 
So war es im vergangenen Jahr. Die Gardemädchen der Daaler marschieren durch die Menge am Mantes-la-Ville-Platz.  FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Der Rosenmontagszug in Neunkirchen verspricht ein Highlight zu werden, das sich der NKA einiges kosten lässt. Von Elke Jacobi

Eines ist mal sicher für die Herren vom NKA: So schön wie dieser, so war noch kein Umzug. Und auch nicht so teuer. 6 x 11 Jahre Neunkircher Karnevalsausschuss - das ließ man sich einiges kosten, wie beispielsweise einen neuen Prinzenwagen mit allem Drum und Dran. Über Jahre war man deshalb zurückhaltend mit den Ausgaben, haben NKA-Präsident Karl Albert und sein für den Bau verantwortlicher Stellvertreter Kurt Scherer beim Besuch in der Redaktion verraten. „Es spielt ja auch keine Kapelle für lau“, sagt Albert - außer den Kapellen der NKA-Vereine natürlich. Und damit es in diesem Jahr richtig knallen kann mit neun Kapellen im und zwei am Zug, da hat man halt die letzten Jahre die Groschen ein bisschen zusammengehalten. „Aber in allen künftigen Jahren wird der Zug genauso durchgeführt wie in diesem“, verspricht Zugmarschall Friedel Wagner. Und dieses Jahr ist so einiges an Ungewöhnlichem dabei. Allzu viel wollen die Herren noch nicht verraten. Lediglich über den Wagen des Prinzengesindels - die ehemaligen NKA-Prinzenpaare - darf man in der Redaktion schon staunen. In Hannover haben die Herrschaften ein  mit 48 000 Blumen bestücktes Auto mit einem großen Pfau gekauft (siehe auch Seite B1). „Da haben sie ein paar Jahre Spaß dran“, glaubt Albert. Bestaunen kann man den Wagen als Punkt 37 - nach den NKA-Vereinen und vor den vielen Gästen, die dann noch folgen. Darunter im Übrigen auch ein großer Traktor der Landjugend St. Wendel.


Da sei den Besuchern geraten: Bringt ordentlich große Sammelbüchsen mit. Denn was da beim Jubiläumsumzug durch die Luft fliegen wird, ist nicht von schlechten Eltern. Wie der beim NKA dafür Verantworliche Heiner Harry der SZ verrät, spendiert der NKA seinen acht Mitgliedsvereinen einiges mehr als sonst. 1,5 Tonnen Schokolade, 3,5 Tonnen Bonbons, 15 000 Beutel Gummibärchen, 5000 Beutel Popcorn, 8000 Lutscher und 500 Wiener warten auf Abnehmer. dazu Stofftierchen, Tempos, Kappen und was die Sponsoren sonst noch so spendieren. Dass das aber längst nicht alles ist, weiß man. Denn jeder der NKA-Vereine kauft auch noch selbst ein. „Der KKW hat beispielsweise nochmal genauso viel bei mir extra bestellt“, erzählt der „Baron de Bonbons“. Jeder Verein ordert bei ihm noch das, was er zusätzlich zum NKA-Anteil haben möchte. Die Senatoren, die mit auf dem Prinzenwagen fahren, die treffen sich mit Harry immer am Fetten Donnerstag. Da gibt es am Bocksberg bei C+C erst mal einen Frühschoppen, dann geht es zum Shoppen. „300 bis 400 Euro lässt sich da jeder  noch zusätzliches Wurfmaterial kosten“, verrät Harry. Übrigens: All die Leckereien werden am Fastnachtsamstag geladen. Dann wird bei der KEW auch der Prinzenwagen bestückt. 45 Klappkisten stehen dafür bereit. „Es soll kein Müll mehr im Eifer des Gefechtes auf die Straße geworfen werden“, begründet Harry diese Lösung.

Abfallvermeidung also vor allem auch im Sinne der Reinigungskräfte des Betriebshofes, die direkt nach dem Umzug bereits mit der Säuberung beginnen. In ihrem Interesse hat Albert zwei Bitten: Nach Möglichkeit auf Konfetti verzichten. Das ist das eine. Das andere betrifft das Thema Sicherheit. „Dort, wo der Zug längs geht, bleibt gesperrt, bis die Säuberungsaktionen fertig sind“, appelliert er auch an die Taxifahrer, sich so lange zu gedulden. Einen Vorfall wie vor einigen Jahren, als ein Helfer des Betriebshofs fast zu Tode gekommen ist, den brauche man nicht mehr. „Meist ist ja eine Stunde später schon alles sauber.“



Gesperrt werden während des Zuges bekanntermaßen einige Straßen. Die Hermannstraße, in der sich der Zug aufstellt, von 13 bis 14.30 Uhr. Zugteilnehmer müssen über die Spieser Höhe beikommen. Die Strecke führt den bekannten Weg entlang (siehe Grafik), von der Sperrung betroffen sind die einmündenden Straßen während der Dauer des Umzugs. Fahrzeuge sollten abseits der Wegstrecke abgestellt werden, bittet die Polizei. Ab 15 Uhr ist die Lindenallee gesperrt. Die Busse werden über Nordurfer-, Uhland- und Brückenstraße geführt. Bedarsfshaltestellen gibt es vorm Finanzamt und am Bachplatz. Der Parkplatz Ecke Wellesweilerstraße/Gasstraße ist für die Busse der Teilnehmer reserviert. Vermutlich gegen 18.30 Uhr - nach der Reinigung also - werden die Straßen aller Voraussicht nach wieder frei gegeben.

Dann ist nicht nur alles wieder sauber - auch der Prinzenwagen hat seine Dienste dann getan - bis zum nächsten Jahr. Wo er allerdings die fastnachtsfreie Zeit verbringen wird, das steht noch in den Sternen. „Wir suchen dringend eine Halle, um den Aufleger unterzustellen“, sagt Albert. Momentan steht er in einem sechs mal 14 Meter großen Garagenzelt, bis er zum Beladen zur KEW umzieht. Und sechs mal 14 Meter sollte die Halle dann auch mindestens messen. Wer was weiß, der kann sich melden unter den auf der Webseite angegebenen Telefonnummern: www.nka-neunkirchen.de