Sie helfen Hand in Hand

Ottweiler. 70 Kuchen backen, 200 Servietten falten - für das Wohl der Bewohner der Häuser im Eichenwäldchen in Ottweiler setzt sich ein Kreis ehrenamtlicher Frauen liebevoll ein

Ottweiler. 70 Kuchen backen, 200 Servietten falten - für das Wohl der Bewohner der Häuser im Eichenwäldchen in Ottweiler setzt sich ein Kreis ehrenamtlicher Frauen liebevoll ein. Ob Weihnachtsmarkt, Sommerfest, Oktoberfest oder Fastnachtsparty - wenn ihr Einsatz gefragt ist, sind Isolde Schüler, Uta Neufang, Karin Peiffer, Erna Röthel, Margit Unglaub, Marita Decker und Sigrid Holzer zur Stelle. Koordinatorin der hilfsbereiten Frauengruppe ist Melitta Daschner oder einfach Schwester Melitta. Seit 30 Jahren ist sie Hausschwester in der Einrichtung für Menschen, die in besonderem Maße pflege- und förderungsbedürftig sind. Zu Beginn des Jahres ist die 65-Jährige damit beschäftigt, einen Plan für das komplette Jahr zu erstellen. Neben den saisonalen Festen gehören auch Konzerte zu dem kulturellen Programm der Einrichtung. "Wenn ich diesen Kreis nicht hätte, könnte ich vieles in der Art nicht auf die Beine stellen", weiß Schwester Melitta den Einsatz der Ehrenamtler zu schätzen. Vieles sei nur in der Gemeinschaft möglich - dazu zählen auch die Fahrten, die mit den zum Teil schwerstbehinderten Bewohnern unternommen werden. "Die Ausflüge begeistern mich besonders", sagt Margit Unglaub, die sich seit vier Jahren engagiert. "Denn dabei komme ich mit den Bewohnern direkt in Kontakt und das macht mir Spaß." Berührungsängste habe es zu Beginn nur wenige gegeben. "Ich habe versucht, alle auf die Eigenarten der Bewohner hier vorzubereiten", sagt Melitta Daschner. Mit den Jahren ist zwischen den Ehrenamtlern und den Bewohnern ein herzlicher Umgang miteinander entstanden. "Ein Lachen, eine Umarmung - es ist so schön zu sehen, wenn sich die Bewohner freuen", sagt Uta Neufang (68). Ihr Engagement begann vor Jahren mit einem Ausflug nach Mallorca. Melitta Daschner hatte damals noch dringend eine Begleiterin für die Gruppe gesucht. Isolde Schüler zählt bereits seit zwölf Jahren zu dem Kreis rund um Schwester Melitta. "Mein Lebensgefährte ist damals gestorben", erinnert sich die 70-Jährige. Damit sie nicht allein zuhause rumsitze, habe ihr Schwester Melitta den Vorschlag gemacht, mit zu ihr in die Häuser im Eichenwäldchen zu kommen. Bis heute hilft sie gerne und ihr Engagement und die Herzlichkeit der Bewohner geben ihr viel. In diesem Punkt sind sich alle Damen einig. Erna Röthel hat viele Jahre in der Ottweiler Einrichtung gearbeitet, jetzt ist sie als Ehrenamtlerin zurück an alter Wirkungsstätte. "Viele kennen mich noch mit Namen", sagt die 69-Jährige sichtlich gerührt. Eine Verbundenheit besteht auch zu den Frauen, die früher zu dem Kreis gehört haben: Gisela Gidion, Ilse Schneider und Berta Fegert.Melitta Daschner ist stolz auf ihren Kreis an Frauen, die sich verlässlich einbringen und engagieren. Hinzu kommen viele andere Helfer, die der Einrichtung verbunden sind, und bei Fahrten oder Veranstaltungen zur Stelle sind. "Wenn Not am Mann ist, sind wir da", verspricht Karin Peiffer (68), stellvertretend für alle sieben Frauen, auch für die Zukunft.

Neue Mitglieder im Kreis der Ehrenamtlichen sind jederzeit herzlich willkommen. Kontakt: Melitta Daschner, Telefon (06821) 90 92 14.

"Ich habe das Gefühl, dass wir die Anerkennung vom Pflegepersonal haben."

Margit Unglaub

Auf einen Blick

Die Häuser im Eichenwäldchen in Ottweiler sind eine Einrichtung für Menschen aller Altersstufen mit geistigen und körperlichen Schwerstbehinderungen. 372 Betten stehen zur Verfügung. Auch zwei Wohngruppen für Senioren gibt es in der Einrichtung. evy