Showtime im Klassenraum

Einblicke in den Schulalltag gewährte der Tag der offenen Tür des Neunkircher Gymnasiums am Krebsberg. Die Besucher informierten sich über die Fußball-Talentförderung und lernten verschiedene AGs kennen.

Das Blut fließt in Strömen in die bereit gehaltene Schale. Zuvor hatte es geknallt, die Funken flogen: Showtime im Chemiehörsaal. "Ein kleiner Schnitt in die Pulsadern, das klappt meistens", erklärte Lehrer Michael Wessela trocken der leicht nervösen Versuchsperson und dem Auditorium. Tatsächlich beruhte der "Aderlass" auf einer Reaktion von Eisen-Salzen und Thiocyanationen in den Wattetupfern. "Diese Experimente kommen alle im Unterricht vor", betonte Wessela. Über mangelndes Interesse kann er sich nicht beklagen: "Zwei Drittel der Oberstufe wählen den Chemie-Kurs."

Es gab viel zu erleben auf dem Rundgang durch Haupt- und Nebengebäude, für den man einfach einem "Fußleitsystem" - bunte Fußspuren auf dem Boden - folgen musste. Robotikwerkstatt, Lebensmittelpraktikum, Musikdarbietungen, physikalische Experimente , Tai Chi oder multimediales Lernen am Computer, da war für jeden was dabei. Sogar die NVG war anwesend - mit "maßgeschneiderten" ÖPNV-Verbindungen.

Aktuell lernen 820 Schüler am Gymnasium am Krebsberg, unterrichtet von 65 Lehrern. Gut angelaufen ist laut dem stellvertretenden Schulleiter Gerd Mutscheller die DFB-Talentförderung. Seit diesem Schuljahr werden besonders talentierte Fußballer von Sportlehrern mit DFB-Trainerlizenz trainiert, darunter Nico Weißmann, ehemals in der Zweiten Bundesliga aktiv, sowie von Trainern des SV Elversberg . Anvisiert ist jetzt schon das nächste "Level": "Wir bewerben uns als Eliteschule des Fußballs".

Als einzige Schule im Saarland kann sich das GaK seit Neuestem auch "Junior-Ingenieur-Akademie" nennen. Bei diesem Projekt der Deutschen Telekom Stiftung wird ein zweijähriges technikorientiertes Wahlpflichtfach in der gymnasialen Mittelstufe angeboten.

Wichtig ist Mutscheller, dass der Musikzweig nicht vergessen wird. Solange die Aula nicht genutzt werden kann, liegt zwar die Musical-AG brach, als Ersatz gibt es jedoch eine Stomp- und eine Tanz-AG - zusätzlich zu diversen Bands, Chören und dem Orchester.

Wen so viel Zuschauen und Mitmachen hungrig gemacht hatte, konnte zwischen frischen Burgern und dem Kuchenbüfett der Fünftklässler Eltern wählen. "Super Ausstattung, schöne Räumlichkeiten, engagierte Lehrer", erzählt Joachim Göltzer beim Kaffee-Ausschenken. Im Endeffekt sei es aber der Sohn gewesen, der unbedingt hierher gewollt habe.